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Fachinformation zu Diaphin®:Sandoz Pharmaceuticals AG
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit)
Toleranz, körperliche und psychische Abhängigkeit und Opioidgebrauchsstörung können sich bei wiederholter Verabreichung von Opioiden wie Diaphin entwickeln. Missbrauch oder absichtliche Fehlanwendung von Diaphin kann zu Überdosierungen und/oder zum Tod führen. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister) von Substanzgebrauchsstörungen (einschliesslich Alkoholgebrauchsstörung), bei aktuellen Tabakkonsumenten oder bei Patienten mit einer persönlichen Vorgeschichte anderer psychischer Erkrankungen (z. B. Major Depression, Angst- und Persönlichkeitsstörungen) erhöht.
Vor Beginn der Behandlung mit Diaphin und während der Behandlung sollten mit den Patienten die Behandlungsziele und ein Plan zum Absetzen der Behandlung abgesprochen werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Patienten müssen auf Anzeichen von Suchtverhalten (z. B. zu frühe Nachfrage nach Folgerezepten) überwacht werden. Dies schliesst eine Überprüfung gleichzeitig angewendeter Opioide und psychoaktiver Arzneimittel (wie Benzodiazepine) ein. Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung sollte die Konsultation eines Suchtspezialisten erwogen werden.
Wegen dem rasch einsetzenden Toleranzverlust bei Entzugsbehandlungen resp. mehrtägigem Fernbleiben von der heroingestützten Behandlung (nach 5 Tagen Abstinenz ist die Opiattoleranz praktisch aufgehoben), ist bei erneutem DAM-Konsum Vorsicht geboten (siehe "Dosierung / Anwendung" ). Pro gefehltem Tag wird die Tagesgesamtdosis um 20% reduziert. Nach einer Abwesenheit von 5 oder mehr Tagen wird am ersten Behandlungstag eine Tagesgesamtdosis von 90mg DAM intravenös oder 200mg DAM wasserfrei oral verabreicht.
Vorher sollte mit einem Urinscreening auf Abwesenheit von Opiaten, Cocain, Benzodiazepinen und Methadon geprüft werden, um Interaktionen vermeiden zu können.
Ferner ist Vorsicht geboten bei epileptischen Patienten, Nieren- und Leberinsuffizienz, Hypothyreoidismus, eingeschränkter Atmung, Hypotonie, Bradykardie, Krampfleiden, Prostatahyperplasie und Diabetes mellitus.
Atemdepression
Wie bei allen Opioiden besteht ein Risiko für eine klinisch relevante Atemdepression im Zusammenhang mit der Anwendung von Diaphin. Eine Atemdepression kann, wenn sie nicht sofort erkannt und behandelt wird, zu Atemstillstand und Tod führen. Die Behandlung einer Atemdepression umfasst je nach klinischem Zustand des Patienten eine engmaschige Beobachtung, unterstützende Massnahmen und die Verabreichung von Opioidantagonisten, abhängig vom klinischen Zustand des Patienten. Eine schwerwiegende, lebensbedrohliche oder tödliche Atemdepression kann zu jedem Zeitpunkt der Therapie auftreten, das Risiko ist zu Beginn der Therapie oder nach einer Dosiserhöhung am grössten.
Schlafbezogene Atemstörungen
Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschliesslich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden erhöht das Risiko für eine zentrale Schlafapnoe in dosisabhängiger Weise. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe ist eine Reduzierung der Opioid-Gesamtdosis in Erwägung zu ziehen.
Gleichzeitige Anwendung mit zentral dämpfenden Substanzen
Die gleichzeitige Anwendung von Opioiden mit Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Substanzen kann zu starker Sedierung, Hypotonie, Atemdepression, Koma und Tod führen. Aufgrund dieser Risiken dürfen Opioide und Benzodiazepine oder andere zentral dämpfende Arzneimittel nur an Patienten, für die keine alternative Behandlungsoption in Frage kommt, begleitend verabreicht werden. Wird entschieden, Diaphin begleitend zu Benzodiazepinen oder anderen zentral dämpfenden Arzneimitteln zu verschreiben, sind die jeweils niedrigste wirksame Dosierung und eine minimale Dauer der gleichzeitigen Anwendung zu wählen. Die Patienten müssen engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden (siehe Rubrik "Interaktionen" ).
Versehentliche Exposition
Die Patienten und ihre Betreuungspersonen müssen darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass Diaphin einen Wirkstoff in einer Menge enthält, die tödlich sein kann, dies gilt insbesondere für Kinder. Patienten und ihre Betreuungspersonen müssen darauf hingewiesen werden, alle Dosiereinheiten für Kinder unerreichbar aufzubewahren und angebrochene oder nicht verwendete Dosiereinheiten ordnungsgemäss zu entsorgen.
Neonatales Entzugssyndrom
Die längere Anwendung von Diaphin in der Schwangerschaft kann zu einem neonatalen Entzugssyndrom führen, das potentiell lebensbedrohlich ist, wenn es nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Therapie sollte gemäss Protokollen erfolgen, die von Neonatologie-Experten entwickelt wurden. Ist der Einsatz von Opioiden bei einer Schwangeren über einen längeren Zeitraum notwendig, weisen Sie die Patientin auf das Risiko des neonatalen Opioidentzugssyndroms hin und stellen Sie sicher, dass die geeignete Behandlung gegebenenfalls zur Verfügung steht.
Nebenniereninsuffizienz
Opioide können eine reversible Nebenniereninsuffizienz hervorrufen, die eine Überwachung und Glukokortikoid-Ersatztherapie erfordert. Symptome der Nebenniereninsuffizienz können u.a. Folgendes umfassen: Übelkeit, Erbrechen, Appetitverlust, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel oder niedrigen Blutdruck.
Verminderte Sexualhormone und erhöhtes Prolaktin
Die Langzeitanwendung von Opioiden kann mit erniedrigten Sexualhormon-Spiegeln und einem erhöhten Prolaktinspiegel verbunden sein. Die Symptome beinhalten verminderte Libido, Impotenz oder Amenorrhoe.
Spasmus des Sphincter Oddi/Pankreatits
Opioide können eine Funktionsstörung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch der intrabiliäre Druck zunimmt und das Risiko für Gallenwegsymptome und Pankreatitis steigt.
Endokrine Wirkungen
Opioide wie Diamorphin können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse oder die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse beeinflussen, insbesondere nach Langzeitanwendung. Zu den Veränderungen, die beobachtet werden können, gehören ein Anstieg des Prolaktinspiegels im Serum und eine Abnahme des Hydrocortison- und Testosteronspiegels im Plasma. Aufgrund dieser hormonellen Veränderungen können sich klinische Anzeichen und Symptome manifestieren. Wenn eine endokrine Wirkung, wie z.B. Hyperprolaktinämie oder Nebenniereninsuffizienz, vermutet wird, werden geeignete Laboruntersuchungen empfohlen, und eine Anpassung der Behandlung mit Diaphin kann in Erwägung gezogen werden.

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