ZusammensetzungWirkstoffe
Sildenafilum ut sildenafili citras.
Hilfsstoffe
Filmtablette
Cellulosum microcristallinum, calcii hydrogenophosphas anhydricus, carmellosum natricum conexum (corresp. 0,6 mg natrium), magnesii stearas, hypromellosum, titanii dioxidum, lactosum monohydricum 0,7 mg, glycerolum triacetas.
Natriumgehalt: 0,6 mg pro Filmtablette.
Injektionslösung
Glucosum, aqua ad iniectabilia.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitFilmtablette
1 Filmtablette enthÀlt 20 mg Sildenafil (als Sildenafilcitrat). Weisse, runde, bikonvexe Filmtablette mit den Bezeichnungen "VLE" auf der einen und "RVT 20" auf der anderen Seite.
Injektionslösung
Zur intravenösen Anwendung.
1 Durchstechflasche zu 12,5 ml enthÀlt 10 mg Sildenafil (als Sildenafilcitrat) (Konzentration 0,8 mg/ml). Klare, farblose, sterile Lösung.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenBehandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie (primÀre pulmonale Hypertonie sowie mit Bindegewebserkrankung assoziierte PAH) der WHO-Funktionsklassen II und III, zur Verbesserung der körperlichen LeistungsfÀhigkeit.
Dosierung/AnwendungDie Injektionslösung wird fĂŒr die WeiterfĂŒhrung der Therapie bei Patienten angewendet, welche die Filmtabletten vorĂŒbergehend nicht einnehmen können, ansonsten aber klinisch und hĂ€modynamisch stabil sind.
Die Injektionslösung soll als intravenöse Bolusinjektion verabreicht werden.
Ăbliche Dosierung
Anwendung bei Erwachsenen
Die empfohlene Dosis bei oraler Anwendung betrÀgt 20 mg dreimal tÀglich. Die Filmtabletten sollten in AbstÀnden von ca. 6 bis 8 Stunden mit oder ohne Mahlzeit eingenommen werden.
Die empfohlene Dosis bei intravenöser Anwendung betrÀgt 10 mg (12,5 ml Injektionslösung) dreimal tÀglich als Bolusinjektion.
Es wird davon ausgegangen, dass eine 10 mg intravenös verabreichte Dosis vergleichbar ist mit einer 20 mg oral verabreichten Dosis in Bezug auf die Exposition von Sildenafil und dessen N-Desmethyl-Metaboliten sowie hinsichtlich pharmakologischer Effekte.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Da die Clearance von Sildenafil bei Patienten mit leichter bis mÀssiger Leberfunktionsstörung (d.h. Child-Pugh Klassen A und B) reduziert ist, hat die Anwendung mit Vorsicht zu erfolgen. Es existieren keine Erfahrungen in der Behandlung der PAH mit Sildenafil bei schweren Leberfunktionsstörungen (d.h. Child-Pugh Klasse C).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter bis mÀssiger Nierenfunktionsstörung sind keine Dosisanpassungen erforderlich. Da die Clearance von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung reduziert ist, hat die Anwendung mit Vorsicht zu erfolgen. Es existieren keine Erfahrungen in der Behandlung der PAH mit Sildenafil bei schweren Nierenfunktionsstörungen (d.h. Kreatinin-Clearance <30 ml/min).
Ăltere Patienten
Da die Clearance von Sildenafil bei Àlteren Patienten reduziert ist, hat die Anwendung mit Vorsicht zu erfolgen.
Kinder und Jugendliche
Aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit soll Revatio bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Komedikation mit CYP3A4-Inhibitoren
Die Gabe starker CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Ritonavir) zusammen mit Sildenafil ist kontraindiziert (siehe "Interaktionen" und "Kontraindikationen" ).
Die gemeinsame Gabe von Sildenafil mit den moderaten CYP3A4-Inhibitoren Erythromycin oder Saquinavir erhöhte die systemische Exposition von Sildenafil. Die gemeinsame Anwendung von Sildenafil mit diesen Substanzen hat daher mit Vorsicht zu erfolgen (siehe "Interaktionen" ).
Eine Verringerung der Dosis auf zweimal tÀglich 20 mg (10 mg bei intravenöser Injektion) sollte erwogen werden bei gleichzeitiger Verabreichung an Patienten, die bereits CYP3A4-Inhibitoren wie Erythromycin oder Saquinavir erhalten. Bei Anwendung zusammen mit stÀrkeren CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) wird eine Verringerung der Dosis auf einmal tÀglich 20 mg (10 mg bei intravenöser Injektion) empfohlen.
Komedikation mit CYP3A4-Induktoren
Bei gleichzeitiger Gabe von CYP3A4-Induktoren könnten Anpassungen der Sildenafildosis erforderlich werden (siehe "Interaktionen" ).
Komedikation mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der PAH
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sildenafil bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der PAH (z.B. Ambrisentan, Iloprost, andere PDE5-Inhibitoren) wurde nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht. Deshalb ist bei gleichzeitiger Anwendung dieser Arzneimittel Vorsicht geboten.
Komedikation mit Alphablockern
Um die Möglichkeit einer orthostatischen Hypotonie möglichst gering zu halten, sollten Patienten, die mit Alphablockern behandelt werden, vor Beginn der Sildenafil-Behandlung stabil eingestellt sein (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Interaktionen" ).
KontraindikationenEntsprechend seiner bekannten pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid/cGMP-Stoffwechselweg (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten potenziert. Daher ist die Verabreichung an Patienten, die Stickstoffmonoxid-Donatoren (z.B. Molsidomin, andere Koronarvasodilatatoren mit Nitroverbindungen bzw. Nitrat in jeglicher Form) anwenden, absolut kontraindiziert (siehe "Interaktionen" ). Patienten sind zudem ausdrĂŒcklich zu informieren, dass sie illegal vertriebene Nitrate, sog. "Poppers" (Amylnitrit), oder andere Nitrate auf keinen Fall wĂ€hrend der Therapie mit Revatio anwenden dĂŒrfen.
Die gleichzeitige Anwendung von Sildenafil mit Guanylatcyclase-Stimulatoren wie z.B. Riociguat ist aufgrund einer additiven hypotonen Wirkung kontraindiziert.
Revatio ist kontraindiziert in Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Ritonavir; siehe "Interaktionen" ).
Die Sicherheit von Sildenafil wurde bei folgenden Patientengruppen nicht untersucht, und seine Anwendung bei diesen Gruppen ist daher kontraindiziert: bei Patienten mit schwerer EinschrĂ€nkung der Leberfunktion (d.h. Child-Pugh Klasse C), bei Patienten mit einem kĂŒrzlich zurĂŒckliegenden Schlaganfall oder Herzinfarkt und bei Patienten mit ausgeprĂ€gter Hypotonie (Blutdruck <90/50 mmHg) bei Behandlungsbeginn.
Sildenafil ist kontraindiziert bei Patienten, die aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischÀmischen Optikusneuropathie (NAION) ihre Sehkraft auf einem Auge verloren haben, unabhÀngig davon, ob der Sehverlust mit einer vorherigen Einnahme eines PDE5-Hemmers in Zusammenhang stand oder nicht (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Revatio ist kontraindiziert bei bekannter Ăberempfindlichkeit gegenĂŒber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenZur intravenösen Applikation von Sildenafil bei klinisch oder hĂ€modynamisch instabilen Patienten stehen keine klinischen Daten zur VerfĂŒgung. Eine Anwendung bei solchen Patienten wird daher nicht empfohlen.
Da die Sicherheit von Sildenafil in den folgenden Patientengruppen nicht untersucht wurde, wird die Anwendung von Sildenafil bei diesen Patienten nicht empfohlen: Patienten mit schwerer kardiovaskulĂ€rer Erkrankung wie zum Beispiel schwerer Herzinsuffizienz, instabiler Angina pectoris oder lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen (fĂŒr kardiovaskulĂ€re Effekte von Sildenafil siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Lungenvenenverschluss
Vasodilatatoren können den kardiovaskulĂ€ren Status von Patienten mit pulmonaler Venenverschlusskrankheit signifikant verschlechtern. Die Gabe von Revatio an Patienten mit pulmonaler Venenverschlusskrankheit wird daher nicht empfohlen, da diesbezĂŒglich keine klinischen Daten vorliegen.
Es wurden FĂ€lle von lebensbedrohlichem Lungenödem bei der Anwendung von Vasodilatatoren bei Patienten mit Lungenvenenverschluss berichtet. Daher sollte die Möglichkeit einer Venenverschlusskrankheit sorgfĂ€ltig geprĂŒft werden, wenn nach der Verabreichung von Revatio an Patienten mit pulmonaler Hypertonie Anzeichen eines Lungenödems auftreten. Bei BestĂ€tigung ist die Behandlung einzustellen.
Nitrate
Revatio potenziert die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten (siehe "Kontraindikationen" und "Interaktionen" ).
Patienten, die akute kardiovaskulĂ€re Ereignisse erleiden, dĂŒrfen nicht mit Nitraten behandelt werden, wenn sie Sildenafil eingenommen haben oder eingenommen haben könnten, da schwere lebensbedrohliche Hypotonien auftreten können. Der Patient ist vom verschreibenden Arzt entsprechend zu informieren (siehe "Interaktionen" ).
Vasodilatatorische Wirkung
Sildenafil besitzt vasodilatatorische Eigenschaften, die zu einer vorĂŒbergehenden, leichten Blutdrucksenkung fĂŒhren (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ). Vor der Verschreibung von Sildenafil sollten Ărzte daher sorgfĂ€ltig abwĂ€gen, ob Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen durch diese vasodilatatorische Wirkung beeintrĂ€chtigt werden könnten, z.B. Patienten mit Hypotonie im Ruhezustand (Blutdruck <90/50 mmHg), Dehydratation, schwerer linksventrikulĂ€rer Abflussbehinderung (z.B. Aortenstenose, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie) oder autonomer Dysfunktion.
Interaktion mit Stimulatoren der Guanylatcyclase
Stimulatoren der Guanylatcyclase (wie Riociguat) bewirken ebenso wie PDE5-Inhibitoren VerĂ€nderungen des intrazellulĂ€ren cGMP. Trotz unterschiedlichem Wirkmechanismus wirken beide Substanzklassen vasodilatatorisch. Wenn bei Kombination der beiden Wirkprinzipien der cGMP-Spiegel ansteigt, ist ein additiver Effekt auf den systemischen Blutdruck mit erhöhtem Risiko fĂŒr eine symptomatische Hypotonie zu erwarten (siehe auch "Interaktionen" ). Revatio darf daher nicht zusammen mit Stimulatoren der Guanylatcyclase angewendet werden.
Alphablocker
Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil und Alphablockern kann bei einigen empfindlichen Patienten zu symptomatischer Hypotonie fĂŒhren (siehe "Interaktionen" ). Um das Potenzial fĂŒr eine orthostatische Hypotonie zu minimieren, sollten Patienten, die eine Alphablocker-Therapie erhalten, vor Beginn einer Behandlung mit Sildenafil hĂ€modynamisch stabil sein. Der Arzt sollte den Patienten erlĂ€utern, wie sie sich bei Auftreten von Symptomen einer orthostatischen Hypotonie zu verhalten haben.
KardiovaskulÀre Risiken
Im Rahmen der MarktĂŒberwachung von Sildenafil zur Behandlung der erektilen Dysfunktion wurde in zeitlicher Verbindung mit der Anwendung von Sildenafil von schwerwiegenden kardiovaskulĂ€ren Ereignissen berichtet, wie Herzinfarkt, instabiler Angina pectoris, plötzlichem Herztod, ventrikulĂ€rer Arrhythmie, zerebrovaskulĂ€rer Blutung, transitorischer ischĂ€mischer Attacke, Hypertonie und Hypotonie. Die meisten â aber nicht alle â der betroffenen Patienten wiesen vorbestehende kardiovaskulĂ€re Risikofaktoren auf. Viele Ereignisse traten den Berichten zufolge wĂ€hrend des Geschlechtsverkehrs oder kurz danach auf, einige wenige kurz nach der Einnahme von Sildenafil, aber ohne dass der Patient sexuell aktiv wurde. Andere Ereignisse traten erst Stunden oder Tage nach der Einnahme von Sildenafil und sexueller AktivitĂ€t auf. Es ist nicht möglich, zu beurteilen, ob diese Ereignisse in direktem Zusammenhang mit Sildenafil, sexueller AktivitĂ€t, der zugrunde liegenden kardiovaskulĂ€ren Erkrankung des Patienten, einer Kombination dieser Faktoren oder mit anderen Faktoren stehen.
OkulÀre Risiken
In einer grossen epidemiologischen Studie fanden sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine Netzhautablösung bei regelmĂ€ssiger Anwendung von PDE5-Inhibitoren.
In zwei grossen epidemiologischen Studien (mit case-crossover-Design) wurde das Risiko fĂŒr eine NAION jeweils innerhalb von 5 Halbwertszeiten nach der Einnahme bei Patienten mit bedarfsweiser Anwendung von PDE5-Inhibitoren (Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil) untersucht. Beide Studien fanden in diesem Zeitraum (bei Sildenafil entspricht dies etwa 1 Tag) eine Verdopplung des Risikos. Auch aus der MarktĂŒberwachung von Sildenafil wurden FĂ€lle einer NAION gemeldet.
Eine NAION stellt ein seltenes Ereignis dar. In der Allgemeinbevölkerung wird ihre HĂ€ufigkeit bei MĂ€nnern â„50 Jahre auf 2,5-11,8 FĂ€lle pro 100'000 MĂ€nner pro Jahr geschĂ€tzt. Die o.g. Studie schĂ€tzte, dass bei MĂ€nnern, welche einen PDE5-Inhibitor wöchentlich zur Therapie einer erektilen Dysfunktion anwenden, mit 3 zusĂ€tzlichen FĂ€llen pro 100'000 MĂ€nner pro Jahr gerechnet werden muss.
Eine NAION geht mit einer Verminderung der Sehkraft, unter UmstĂ€nden bis zum permanenten Verlust des Sehvermögens, einher. Die Möglichkeit einer NAION ist daher bei der Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung zu berĂŒcksichtigen, insbesondere bei Patienten, welche weitere Risikofaktoren fĂŒr eine NAION aufweisen. Hierzu gehören Alter ĂŒber 50 Jahre, arterielle Hypertonie, Diabetes, HyperlipidĂ€mie, Rauchen und Koronarangiopathien sowie eine geringe Cup/Disc-Ratio ( "crowded disc" ). Bei Auftreten entsprechender Sehstörungen sollte eine NAION in die Differentialdiagnose einbezogen werden.
Der Patient ist darauf hinzuweisen, bei Auftreten eines plötzlichen Sehverlusts auf einem oder beiden Augen alle PDE5-Hemmer, einschliesslich Revatio, sofort abzusetzen und sich in Ă€rztliche Behandlung zu begeben. Ărzte sollten ihre Patienten auch darĂŒber aufklĂ€ren, dass Personen, bei denen eine NAION bereits an einem Auge aufgetreten ist, ein erhöhtes NAION-Risiko aufweisen. Die Sicherheit von Sildenafil wurde bei Patienten mit bekannten erblich bedingten degenerativen Retinaerkrankungen wie z.B. Retinitis pigmentosa (eine Minderheit dieser Patienten weist eine genetisch bedingte Störung der retinalen Phosphodiesterasen auf) nicht untersucht, und seine Anwendung bei solchen Patienten kann daher nicht empfohlen werden.
HĂ€mostase
In-vitro-Studien an menschlichen Thrombozyten haben Hinweise dafĂŒr erbracht, dass Sildenafil die antiaggregatorische Wirkung von Nitroprussid-Natrium, einem Stickstoffmonoxid-Donator, verstĂ€rkt. Hinsichtlich der Verabreichung von Sildenafil an Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder aktiven peptischen Ulzera liegen keine Sicherheitsdaten vor. Die Gabe von Sildenafil an diese Patienten sollte daher nur nach sorgfĂ€ltiger Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung erfolgen.
Bei Patienten, deren pulmonale arterielle Hypertonie als Folge einer Bindegewebserkrankung auftrat, war die Inzidenz einer Epistaxis höher (Sildenafil 12,9%, Placebo 0%) als bei Patienten mit primÀrer pulmonaler Hypertonie (Sildenafil 3,0%, Placebo 2,4%). Ebenfalls eine höhere Epistaxisinzidenz zeigte sich zudem bei Patienten unter Sildenafil, die begleitend mit einem oralen Vitamin-K-Antagonisten behandelt wurden (8,8% vs. 1,7% bei nicht mit einem Vitamin-K-Antagonisten behandelten Patienten).
Priapismus und anatomische Penismissbildungen
Prolongierte Erektionen und Priapismus wurden aus der MarktĂŒberwachung von Sildenafil gemeldet. Patienten sollen angewiesen werden, bei Erektionen, die lĂ€nger als 4 Stunden andauern, unverzĂŒglich einen Arzt aufzusuchen. Ein Priapismus stellt einen urologischen Notfall dar. Wird ein Priapismus nicht sofort behandelt, kann es zu GewebeschĂ€den am Penis sowie zum dauerhaften Verlust der Potenz kommen.
Bei Patienten mit anatomischen Penismissbildungen (z.B. Angulation, Fibrose im Bereich der Corpora cavernosa, Induratio penis plastica) sowie bei Patienten mit fĂŒr Priapismus prĂ€disponierenden Erkrankungen wie SichelzellanĂ€mie, multiplem Myelom oder LeukĂ€mie sollte Sildenafil mit entsprechender Vorsicht angewendet werden.
Gleichzeitige Anwendung mit Bosentan
In einer Studie an 103 PAH-Patienten (primĂ€re PAH und sekundĂ€re PAH assoziiert mit einer Bindegewebserkrankung) mit Bosentan-Grundbehandlung konnte im 6-Minuten-Gehtest kein zusĂ€tzlicher Benefit fĂŒr Sildenafil als Komedikation von Bosentan im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Bosentan gezeigt werden (siehe "Eigenschaften/Wirkungen â Klinische Wirksamkeit" ).
Gleichzeitige Anwendung mit anderen PDE5-Inhibitoren
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Sildenafil bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen PDE5-Inhibitoren (einschliesslich Viagra) wurde nicht untersucht. Eine gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen.
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
Aufgrund unzureichender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit soll Revatio bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. In einer klinischen Langzeitstudie bei pÀdiatrischen Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wurde unter höheren Dosen eine erhöhte MortalitÀt beobachtet.
Hinweise zu den Hilfsstoffen
Revatio Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditÀren Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Revatio Filmtabletten enthalten weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosiereinheit, d.h. sie sind nahezu "natriumfrei" .
InteraktionenPharmakokinetische Interaktionen
Interaktionsstudien wurden, falls nicht anders bezeichnet, an gesunden mĂ€nnlichen Erwachsenen und mit oraler Sildenafilgabe durchgefĂŒhrt. Diese Ergebnisse sind ĂŒbertragbar auf andere Patientengruppen und Verabreichungswege.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Sildenafil
In-vitro-Studien
Der Sildenafil-Metabolismus wird durch die Cytochrom-P450 (CYP)-Isoenzyme 3A4 (Hauptweg) und 2C9 (Nebenweg) vermittelt. Die Sildenafil-Clearance kann folglich durch Inhibitoren dieser Isoenzyme herab- und durch Induktoren dieser Isoenzyme heraufgesetzt werden.
In-vivo-Daten
Enzyminduktoren
Die Komedikation von Sildenafil im Steady State (80 mg oral dreimal tĂ€glich) mit dem Endothelin-Rezeptorantagonisten Bosentan, einem moderaten CYP3A4-, CYP2C9- und möglicherweise auch CYP2C19-Induktor, im Steady State (125 mg zweimal tĂ€glich) fĂŒhrte zu einer Verminderung der AUC sowie der Cmax von Sildenafil um 62,6% bzw. 55,4%. Die Kombination beider Arzneimittel bewirkte keine klinisch relevanten BlutdruckverĂ€nderungen (stehend und liegend) und wurde von gesunden Probanden gut vertragen.
Eine populationskinetische Analyse an den Daten von 3 Studien bei Patienten mit PAH (einschliesslich einer 12-wöchigen Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von oral appliziertem Sildenafil als Zusatz zu einer Bosentan-Therapie) zeigte bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen mit Bosentan eine vergleichbare Reduktion der Sildenafil-Exposition, wie sie in der Studie an gesunden Probanden beobachtet worden war (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Eigenschaften/Wirkungen â Klinische Wirksamkeit" ).
Bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen mit schwachen CYP3A4-Induktoren zeigte die populationskinetische Analyse eine rund dreifach erhöhte Sildenafil-Clearance, was konsistent ist zu den Befunden der Interaktionsstudie mit Bosentan. Es wird erwartet, dass die gleichzeitige Verabreichung starker CYP3A4-Induktoren zusammen mit Sildenafil zu einer substanziellen Reduktion der Sildenafil-Plasmakonzentrationen fĂŒhrt.
Starke CYP3A4-Inhibitoren
Die Komedikation des HIV-Protease-Inhibitors Ritonavir, einem hoch wirksamen Cytochrom-P450-Inhibitor, im Steady State (500 mg zweimal tÀglich) mit Sildenafil (100 mg oral als Einmaldosis) bewirkte einen Anstieg der Cmax von Sildenafil um das 4-Fache (300%) sowie der Plasma-AUC von Sildenafil um das 11-Fache (1000%). Nach 24 Stunden lagen die Plasmakonzentrationen von Sildenafil immer noch bei ungefÀhr 200 ng/ml, verglichen mit rund 5 ng/ml bei alleiniger Verabreichung von Sildenafil. Diese Beobachtung steht in Einklang mit der ausgeprÀgten Wirkung von Ritonavir auf eine breite Palette von Cytochrom-P450-Substraten. Angesichts dieser pharmakokinetischen Ergebnisse ist die gleichzeitige Einnahme von Sildenafil und Ritonavir kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Bei anderen starken CYP3A4-Inhibitoren wie beispielsweise Itraconazol oder Voriconazol dĂŒrften Ă€hnliche Effekte wie bei Ritonavir zu erwarten sein (siehe "Kontraindikationen" ).
Moderate CYP3A4-Inhibitoren
Die Komedikation des HIV-Protease-Inhibitors Saquinavir, einem CYP3A4-Inhibitor, im Steady State (1200 mg dreimal tÀglich) mit Sildenafil (100 mg oral als Einmaldosis) bewirkte einen 2,4-fachen Anstieg der Cmax und einen 3,1-fachen Anstieg der AUC von Sildenafil.
Bei Patienten, die ĂŒber fĂŒnf Tage mit zweimal tĂ€glich 500 mg Erythromycin, einem moderaten CYP3A4-Inhibitor, behandelt worden waren (Steady State), kam es nach einmaliger oraler Einnahme von 100 mg Sildenafil zu einem Anstieg der systemischen Exposition von Sildenafil (AUC) um 182%.
Eine populationskinetische Analyse an den Daten von 2 klinischen Studien zeigte bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen mit schwachen oder moderaten CYP3A4-Inhibitoren eine Reduktion der Sildenafil-Clearance um rund 30%.
Bei anderen CYP3A4-Inhibitoren wie z.B. Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon wird erwartet, dass der Effekt zwischen jenem von Ritonavir und jenem von Saquinavir oder Erythromycin liegt, d.h. man vermutet eine ungefÀhr 6-fach erhöhte Exposition. Daher wird bei der Anwendung dieser CYP3A4-Inhibitoren eine Dosisanpassung empfohlen (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Grapefruitsaft kann, als schwacher Inhibitor des CYP3A4-Stoffwechsels in der Darmwand, ebenfalls einen leichten Anstieg der Konzentration von oral verabreichtem Sildenafil im Plasma hervorrufen.
Andere Interaktionen
Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil (50 mg oral) und Cimetidin (800 mg), einem Cytochrom-P450- und unspezifischen CYP3A4-Inhibitor, bewirkte eine Erhöhung der Sildenafilkonzentration im Plasma um 56%.
Es fand sich kein signifikanter Einfluss von Azithromycin (500 mg tĂ€glich ĂŒber 3 Tage) auf AUC, Cmax, tmax, Eliminationsrate oder Halbwertszeit von Sildenafil oder seinem Hauptmetaboliten.
Eine populationskinetische Analyse an den Daten von 2 klinischen Studien zeigte bei gleichzeitiger Verabreichung zusammen mit Betablockern eine Reduktion der Sildenafil-Clearance um ca. 34%.
Die BioverfĂŒgbarkeit von oral verabreichtem Sildenafil wurde durch einzelne Dosen eines Antazidums (Magnesiumhydroxid/Aluminiumhydroxid) nicht beeinflusst.
Die Pharmakokinetik von oral verabreichtem Sildenafil wurde durch die gleichzeitige Einnahme eines oralen Kontrazeptivums (30 ”g Ethinylestradiol und 150 ”g Levonorgestrel) nicht beeinflusst.
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von intravenös appliziertem Sildenafil
Die populationskinetischen Modelle deuten darauf hin, dass die Interaktionen mit Sildenafil bei intravenöser Applikation geringer sind als bei oraler Gabe. Dies wird darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass zumindest ein Teil der bei oraler Verabreichung beobachteten Interaktionen auf Effekte auf den First pass-Metabolismus zurĂŒckzufĂŒhren sind.
Einfluss von Sildenafil auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel
In-vitro-Studien
Sildenafil ist ein schwacher Inhibitor der Cytochrom-P450-Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 (IC50 >150 ”M). Es wird erwartet, dass Sildenafil die Pharmakokinetik von Substraten dieser CYP-Enzyme bei klinisch relevanten Konzentrationen nicht beeinflusst.
In-vivo-Daten
Sildenafil bewirkte im Steady State (80 mg oral dreimal tÀglich) einen Anstieg der AUC und der Cmax von Bosentan (125 mg zweimal tÀglich) um 49,8% bzw. 42%.
Bei Komedikation von Sildenafil (50 mg oral) mit den CYP2C9-Substraten Tolbutamid (250 mg) und Warfarin (40 mg) zeigten sich keine signifikanten Interaktionen.
Zwischen Sildenafil (100 mg oral als Einmaldosis) und Acenocoumarol wurden keine pharmakokinetischen Interaktionen beobachtet. Eine Beeinflussung der Antikoagulation kann fĂŒr die in der Schweiz vertriebenen Vitamin K-Antagonisten (Phenprocoumon, Acenocoumarol) jedoch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Antikoagulation sollte daher bei Komedikation mit Revatio engmaschig ĂŒberwacht werden.
Sildenafil hatte keine klinisch relevanten Auswirkungen auf die Plasmaspiegel eines oralen Kontrazeptivums (30 ”g Ethinylestradiol und 150 ”g Levonorgestrel).
Zu Interaktionen zwischen Sildenafil und unspezifischen Phosphodiesterase-Inhibitoren wie Theophyllin oder Dipyridamol liegen keine Daten vor.
Pharmakodynamische Interaktionen
Nitrate
Entsprechend seiner bekannten pharmakologischen Wirkung auf den Stickstoffmonoxid-/cGMP-Stoffwechselweg (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ) konnte gezeigt werden, dass Sildenafil den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten potenziert. Daher ist die gleichzeitige Gabe von Sildenafil mit jeglichen Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren kontraindiziert (siehe "Kontraindikationen" ).
Nicorandil ist eine Mischung aus Kaliumkanalöffner und Nitrat. Aufgrund der Nitratkomponente besteht bei diesem Arzneimittel die Gefahr schwerwiegender Interaktionen mit Sildenafil.
Stimulatoren der Guanylatcyclase
In Tiermodellen wurde eine additive Wirkung auf den Blutdruck beobachtet, wenn der Guanylatcyclase-Stimulator Riociguat mit PDE5-Inhibitoren (Sildenafil oder Vardenafil) kombiniert wurde. Unter höheren Dosen traten in manchen FĂ€llen ĂŒberadditive Effekte auf den systemischen Blutdruck auf. Auch in klinischen Studien wurden additive hĂ€modynamische Effekte beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung von Revatio mit Stimulatoren der Guanylatcyclase ist daher kontraindiziert.
Antihypertensiva
In einer spezifischen Interaktionsstudie, in der Hypertoniker Sildenafil (100 mg oral) zusammen mit Amlodipin erhielten, zeigte sich eine zusÀtzliche Senkung des Blutdrucks im Liegen um systolisch 8 mmHg und diastolisch 7 mmHg. Das Ausmass dieser zusÀtzlichen Blutdrucksenkung entsprach ungefÀhr der Blutdrucksenkung, die nach alleiniger Gabe von Sildenafil bei gesunden Probanden beobachtet wurde (siehe "Eigenschaften/Wirkungen" ).
Die gleichzeitige Verabreichung von Sildenafil und Alphablockern kann bei einzelnen empfindlichen Patienten zu symptomatischer Hypotonie fĂŒhren (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
In drei Interaktionsstudien wurde der Alphablocker Doxazosin (4 mg und 8 mg) zusammen mit Sildenafil (25 mg, 50 mg oder 100 mg) an stabil mit Doxazosin-eingestellte Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH) verabreicht. Bei dieser Studienpopulation wurde ein zusĂ€tzlicher mittlerer Blutdruckabfall von jeweils 7/7 mmHg, 9/5 mmHg und 8/4 mmHg im Liegen und 6/6 mmHg, 11/4 mmHg und 4/5 mmHg im Stehen beobachtet. Gelegentlich wurde ĂŒber eine symptomatische orthostatische Hypotonie berichtet. Gemeldet wurden dabei SchwindelgefĂŒhle und Benommenheit, jedoch keine Synkopen.
Die blutdrucksenkende Wirkung von Alkohol bei gesunden Probanden mit maximalen Blutalkoholspiegeln von durchschnittlich 0,08% (80 mg/dl) wurde durch Sildenafil (50 mg oral) nicht verstÀrkt.
Sildenafil (50 mg oral) verstÀrkte die durch Aspirin (150 mg) bewirkte VerlÀngerung der Blutungszeit nicht.
Schwangerschaft, StillzeitSchwangerschaft
Es liegen keine Daten zur Anwendung von Sildenafil bei Schwangeren vor. In Tierstudien haben sich in Bezug auf TrÀchtigkeit und embryonale/fötale Entwicklung keine Hinweise auf direkte oder indirekte schÀdliche Auswirkungen ergeben. Untersuchungen an Tieren zeigten jedoch eine ToxizitÀt hinsichtlich der postnatalen Entwicklung (siehe "PrÀklinische Daten" ).
Aufgrund fehlender Daten sollte Revatio bei schwangeren Frauen nicht angewendet werden, es sei denn eine Anwendung ist dringend erforderlich.
Stillzeit
Es liegen keine adĂ€quaten kontrollierten Studien bei stillenden MĂŒttern vor. BeschrĂ€nkte Daten weisen auf einen Ăbergang von Sildenafil und dessen aktivem Metaboliten in die Muttermilch in sehr geringem Umfang hin. Es ist nicht zu erwarten, dass diese Mengen zu unerwĂŒnschten Wirkungen beim SĂ€ugling fĂŒhren könnten. Verschreibende Ărzte sollten die klinische Notwendigkeit der Anwendung bei stillenden MĂŒttern gegenĂŒber möglichen unerwĂŒnschten Wirkungen auf den SĂ€ugling sorgfĂ€ltig abwĂ€gen.
Wirkung auf die FahrtĂŒchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenDa in klinischen Studien unter Sildenafil gelegentlich Schwindel und teilweise lĂ€ngerdauernde Sehstörungen aufgetreten sind, sollten die Patienten wissen, wie sie auf Revatio reagieren, bevor sie ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen. Dies ist auch bei TĂ€tigkeiten zu berĂŒcksichtigen, die eine prĂ€zise Farbenunterscheidung erfordern.
UnerwĂŒnschte WirkungenOrale Anwendung
Die am hĂ€ufigsten in der gemeinsamen Auswertung zweier placebokontrollierter Studien berichteten unerwĂŒnschten Wirkungen (HĂ€ufigkeit â„10%) unter oral verabreichtem Revatio im Vergleich zu Placebo waren Kopfschmerzen, Diarrhoe, Flushing, Schmerzen in den ExtremitĂ€ten und Dyspepsie.
In der folgenden Auflistung sind die unerwĂŒnschten Wirkungen aufgefĂŒhrt, die unter oraler Anwendung von Revatio (20 mg, 40 mg oder 80 mg dreimal tĂ€glich) in den beiden placebokontrollierten Studien bei pulmonaler arterieller Hypertonie bei â„1% der Patienten und hĂ€ufiger als unter Placebo auftraten (>1% Differenz). Angaben zur Sicherheit der intravenösen Anwendung siehe weiter unten.
Die unerwĂŒnschten Wirkungen sind nach MedDRA-Organklassen und HĂ€ufigkeitsgraden gegliedert unter BerĂŒcksichtigung folgender Definition: sehr hĂ€ufig (â„1/10), hĂ€ufig (â„1/100, <1/10) und unbekannt (basierend ĂŒberwiegend auf Spontanmeldungen aus der MarktĂŒberwachung, genaue HĂ€ufigkeit kann nicht abgeschĂ€tzt werden). Innerhalb jeder HĂ€ufigkeitsgruppe sind die unerwĂŒnschten Wirkungen nach absteigender HĂ€ufigkeit geordnet.
Infektionen und parasitÀre Erkrankungen
HĂ€ufig: Cellulitis, Influenza, Sinusitis.
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
HÀufig: AnÀmie.
Stoffwechsel- und ErnÀhrungsstörungen
HĂ€ufig: FlĂŒssigkeitsretention, Gewichtszunahme.
Psychiatrische Erkrankungen
HĂ€ufig: Schlaflosigkeit, Angst.
Erkrankungen des Nervensystems
Sehr hÀufig: Kopfschmerzen (50,4%).
HĂ€ufig: MigrĂ€ne, Tremor, ParĂ€sthesie, GefĂŒhl des Brennens, HypĂ€sthesie.
Augenerkrankungen
HĂ€ufig: reduzierte SehschĂ€rfe, Retinablutungen, Sehstörungen, Photophobie, Diplopie, Chromatopsie, Zyanopsie, abnormales GefĂŒhl im Auge, Augenreizungen, Verschwommensehen.
Nicht bekannt: Gesichtsfeld-Defekte, nicht arteriitische anteriore ischÀmische Optikusneuropathie (NAION; siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ), Verschluss von NetzhautgefÀssen.
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
HĂ€ufig: Vertigo.
Es liegen Einzelmeldungen ĂŒber ein- oder beidseitige Hörminderungen bis hin zur (irreversiblen) Taubheit vor, teilweise zusammen mit Tinnitus und/oder Schwindel. Ob diese in einem kausalen Zusammenhang mit der Einnahme von PDE5-Inhibitoren einschliesslich Sildenafil stehen, ist nicht geklĂ€rt.
GefÀsserkrankungen
Sehr hÀufig: Flushing (14,7%).
Unbekannt: Hypotonie, verschiedene HĂ€morrhagien (z.B. Augen-, Hirn-, Lungenblutung).
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
HĂ€ufig: Bronchitis, Epistaxis, Rhinitis, Husten, Nasenschleimhautschwellung.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr hÀufig: Diarrhoe (17,0%), Dyspepsie (13,2%).
HĂ€ufig: Gastritis, Gastroenteritis, gastroösophagealer Reflux, HĂ€morrhoiden, abdominelles SpannungsgefĂŒhl, Mundtrockenheit.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
HĂ€ufig: Alopezie, Erythem.
Unbekannt: Hautausschlag.
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr hÀufig: Schmerzen in den ExtremitÀten (13,5%).
HĂ€ufig: Myalgie, RĂŒckenschmerzen.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrĂŒse
HÀufig: GynÀkomastie.
Unbekannt: prolongierte Erektion, Priapismus.
Allgemeine Erkrankungen
HĂ€ufig: Pyrexie, Nachtschweiss.
Intravenöse Anwendung
In einer placebokontrollierten Studie wurden 66 Patienten mit PAH intravenös mit Revatio behandelt. HĂ€ufig gemeldete unerwĂŒnschte Wirkungen mit wahrscheinlichem Kausalzusammenhang waren in der PAH-Gruppe Vasodilatation und Ăbelkeit (jeweils Inzidenz zwischen 1% und <10%).
Insgesamt deuten die vorhandenen Sicherheitsdaten sowie die pharmakokinetischen Modellierungen darauf hin, dass das Sicherheitsprofil bei intravenöser Applikation von 10 mg Sildenafil jenem bei oraler Gabe von 20 mg entspricht.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Ăberwachung des Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung ĂŒber das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ĂberdosierungAnzeichen und Symptome
In Studien erhielten gesunde Probanden orale Einmaldosen bis zu 800 mg Sildenafil. Die Art der hierbei beobachteten unerwĂŒnschten Wirkungen war Ă€hnlich jener unter niedrigeren Dosierungen, wĂ€hrend Inzidenz und Schweregrad erhöht waren. Dosierungen von 200 mg fĂŒhrten nicht zu einer stĂ€rkeren Wirksamkeit, jedoch zu einem Anstieg der Inzidenz unerwĂŒnschter Wirkungen (Kopfschmerzen, Flushing, Schwindel, Dyspepsie, verstopfte Nase, Sehstörungen).
Behandlung
Im Falle einer Ăberdosierung sollten je nach Bedarf standardmĂ€ssige supportive Massnahmen eingeleitet werden. Da Sildenafil in hohem Mass proteingebunden vorliegt und kaum renal eliminiert wird, ist von einer Dialyse keine Beschleunigung der Clearance zu erwarten.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
G04BE03
Wirkungsmechanismus
Siehe "Pharmakodynamik" .
Pharmakodynamik
Sildenafil ist ein wirksamer und selektiver Hemmstoff der cGMP-spezifischen Phosphodiesterase Typ 5 (PDE5) in der glatten Muskulatur des LungengefĂ€sssystems, wo die PDE5 fĂŒr den Abbau von cGMP verantwortlich ist. Sildenafil bewirkt eine Erhöhung des cGMP in den Zellen der glatten Muskulatur, was zu einer Relaxation fĂŒhrt. Bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie kann dies eine selektive Vasodilatation des pulmonalen GefĂ€ssbetts und, in geringerem Ausmass, eine Vasodilatation im Körperkreislauf bewirken.
Der in Revatio enthaltene Wirkstoff Sildenafil ist derselbe wie der bei Viagra zur Behandlung der erektilen Dysfunktion bei MĂ€nnern eingesetzte. Bei MĂ€nnern ist unter Behandlung mit Revatio nach sexueller Stimulation das Auftreten von Erektionen daher theoretisch denkbar.
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Sildenafil ein selektiver PDE5-Inhibitor ist. Es wirkt stĂ€rker auf PDE5 als auf andere bekannte Phosphodiesterasen. Im Vergleich zu PDE6, die am Phototransduktionsprozess in der Retina beteiligt ist, betrĂ€gt die SelektivitĂ€t das 10-Fache, im Vergleich zu PDE1 das 80-Fache und im Vergleich zu PDE2, 3, 4, 7, 8, 9, 10 und 11 das 700-Fache. Die SelektivitĂ€t fĂŒr PDE5 ist mehr als 4000-fach höher als fĂŒr PDE3, dem an der Steuerung der kardialen KontraktilitĂ€t beteiligten cAMP-spezifischen Phosphodiesterase-Isoenzym.
Herz-Kreislauf-System
Sildenafil bewirkt eine leichte und vorĂŒbergehende Reduktion des systemischen Blutdrucks, die in den meisten FĂ€llen keine klinisch relevanten Folgen hat. Nach Gabe einer oralen Sildenafildosis von 100 mg betrug die maximale Senkung des Blutdrucks im Liegen systolisch 8,3 mmHg und diastolisch 5,3 mmHg. Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal tĂ€glich an gesunde mĂ€nnliche Probanden entsprach die grösste Abweichung des Blutdrucks im Liegen gegenĂŒber dem Ausgangswert im Schnitt einer Senkung von systolisch 9,0 mmHg und diastolisch 8,4 mmHg.
Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal tĂ€glich an Patienten mit systemischer Hypertonie wurde eine durchschnittliche Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdrucks gegenĂŒber dem Ausgangswert von 9,4 mmHg bzw. 9,1 mmHg gemessen.
Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal tĂ€glich an Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wurde eine geringere Blutdrucksenkung beobachtet (Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdrucks um jeweils 2 mmHg). Dies könnte auf Verbesserungen des Herzminutenvolumens als Folge der positiven Effekte von Sildenafil auf den pulmonalen GefĂ€sswiderstand zurĂŒckzufĂŒhren sein.
Orale Einmaldosen von bis zu 100 mg Sildenafil fĂŒhrten bei gesunden Probanden zu keinen klinisch relevanten EKG-VerĂ€nderungen. Nach dauerhafter oraler Gabe von 80 mg Sildenafil dreimal tĂ€glich an Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wurden keine klinisch relevanten EKG-VerĂ€nderungen beobachtet.
In einer Studie zu den hÀmodynamischen Effekten einer oralen Einmaldosis von 100 mg Sildenafil bei 14 Patienten mit schwerer koronarer Herzkrankheit (>70%ige Stenose mindestens einer Koronararterie) nahm der mittlere systolische und diastolische Blutdruck in Ruhe im Vergleich zum Ausgangswert um 7% bzw. 6% ab. Der mittlere pulmonale systolische Blutdruck verminderte sich um 9%. Sildenafil beeinflusste weder das Herzminutenvolumen, noch beeintrÀchtigte es die Durchblutung in den stenosierten Koronararterien.
Visuelle Störungen
Eine Stunde nach Einnahme von 100 mg Sildenafil wurden bei einigen Studienteilnehmern mit Hilfe des Farnsworth-Munsell-100-Farben-Test leichte, vorĂŒbergehende VerĂ€nderungen des Farbensehens (Blau/GrĂŒn) festgestellt. Zwei Stunden nach Einnahme waren diese VerĂ€nderungen nicht mehr nachweisbar. Diese VerĂ€nderungen des Farbensehens hĂ€ngen vermutlich mit der Hemmung der PDE6 zusammen, die beim Phototransduktionsprozess der Retina eine Rolle spielt. Sildenafil ĂŒbt keinen Einfluss auf die SehschĂ€rfe oder das Kontrastsehen aus. In einer kleinen, placebokontrollierten Untersuchung an 9 Patienten mit dokumentierter, altersbedingter Makuladegeneration im FrĂŒhstadium zeigten 100 mg Sildenafil als Einmaldosis in den durchgefĂŒhrten Sehtests (SehschĂ€rfe, Amsler-Gitter, Lichtertest, Humphrey-Perimeter und Photostress-Test) keine signifikanten VerĂ€nderungen.
Klinische Wirksamkeit
Oral verabreichtes Sildenafil
An einer randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudie nahmen 278 Patienten teil, die unter primÀrer PAH, unter einer mit einer Bindegewebserkrankung assoziierten PAH oder unter einer PAH nach chirurgischer Korrektur angeborener Herzfehler litten. Die Studienpopulation bestand aus 68 MÀnnern (25%) und 209 Frauen (75%) im Alter von 18 bis 81 Jahren (Durchschnittsalter 49 Jahre), die zu Beginn in sechs Minuten eine Gehstrecke von 100 bis 450 Metern bewÀltigten. An der Studie nahmen Patienten der WHO-Funktionsklassen I-IV teil.
PrimĂ€rer Wirksamkeitsendpunkt war die VerĂ€nderung gegenĂŒber dem Ausgangswert fĂŒr die 6-Minuten-Gehstrecke nach 12 Wochen. Dabei wurde in allen 3 Sildenafilgruppen ein statistisch signifikanter Anstieg der in 6 Minuten zurĂŒckgelegten Gehdistanz beobachtet. Im Einzelnen legten die Patienten unter 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Sildenafil 45 (p<0,0001), 46 (p<0,0001) bzw. 50 Meter (p<0,0001) mehr zurĂŒck (placebokorrigiert). Die Wirkung der einzelnen Sildenafildosen war nicht signifikant unterschiedlich.
Analysiert nach WHO-Funktionsklassen zeigte sich ein statistisch signifikanter Anstieg der in 6 Minuten zurĂŒckgelegten Gehdistanz in der 20 mg Dosierungsgruppe. FĂŒr Probanden in den Funktionsklassen II bzw. III wurde eine placebokorrigierte Verbesserung von 49 m (p=0,0007) bzw. 45 m (p=0,0031) beobachtet. FĂŒr die Funktionsklassen I und IV waren die Fallzahlen (n=1 bzw. n=9) zu gering, um eine statistische Analyse zu erlauben.
Die Verbesserung der Gehdistanz zeigte sich erstmals nach Behandlungswoche 4 und hielt auch in Woche 8 und 12 an.
Im Vergleich zu Placebo wurde unter allen Sildenafildosen eine statistisch signifikante Absenkung des mittleren pulmonal-arteriellen Drucks (mPAP) erreicht. Der placebokorrigierte Behandlungseffekt fĂŒr dreimal tĂ€glich 20 mg Sildenafil betrug -2,7 mmHg (p=0,04). Die Wirksamkeit der höheren untersuchten Sildenafil-Dosierungen unterschied sich nicht von jener der 20 mg Dosis. Die mittlere VerĂ€nderung des pulmonalen GefĂ€sswiderstandes (PVR) gegenĂŒber Baseline betrug unter dreimal tĂ€glich 20 mg Sildenafil -122 dyn.sec/cm5. Nach 12 Wochen unter 20 mg Sildenafil war die prozentuale Senkung des PVR proportional grösser (11,2%) als die Reduktion des systemischen GefĂ€sswiderstandes (7,2%).
Intravenös verabreichtes Sildenafil
Der Einfluss von intravenös appliziertem Sildenafil mit oder ohne inhaliertes Stickoxid (iNO) auf den pulmonalen GefĂ€sswiderstand (PVR) wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie an n=85 Patienten mit pulmonaler Hypertonie untersucht. 45 dieser Patienten wiesen eine PAH auf (davon 35 im Sildenafil- und 10 im Placebo-Arm), 34 eine pulmonale venöse Hypertonie (davon 25 im Sildenafil- und 9 im Placebo-Arm). Bei den ĂŒbrigen 6 Patienten bestand eine pulmonale Hypertonie als Folge einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD; alle mit Sildenafil behandelt). Ăber sĂ€mtliche Patientengruppen hinweg reduzierte Sildenafil sowohl den PVR als auch den mittleren pulmonal-arteriellen Druck (mPAP). Besonders innerhalb der PAH-Gruppe zeigte sich eine dosisabhĂ€ngige Antwort bei Plasmakonzentrationen von 10 bis 100 ng/ml, jedoch schien die Reduktionsrate bei Konzentrationen von 100 bis 500 ng/ml zu stagnieren. In den Sildenafil-Gruppen erhöhten sich die durchschnittlichen Absolutwerte des Herzminutenvolumens nach jeder Dosisgabe. Unter Sildenafil zeigte sich eine Reduktion des systolischen und diastolischen Blutdrucks, welche in den Gruppen ohne iNO klinisch nicht relevant war. Es fanden sich weder klinisch relevante VerĂ€nderungen der Herzfrequenz noch klinisch relevante VerĂ€nderungen der Blutgas-Konzentrationen (PaO2, PaCO2, SvO2 und SpO2).
Kombinierte Anwendung mit Bosentan
In einer randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Studie wurden 103 Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie (primĂ€re PAH und mit Bindegewebserkrankung assoziierte PAH) untersucht, welche seit mindestens 3 Monaten mit Bosentan behandelt worden waren. Patienten wurden randomisiert zu Placebo oder Sildenafil (20 mg dreimal tĂ€glich), jeweils in Kombination mit Bosentan (62,5-125 mg zweimal tĂ€glich). PrimĂ€rer Wirksamkeitsendpunkt war die VerĂ€nderung der in 6 Minuten zurĂŒckgelegten Gehdistanz nach 12 Wochen gegenĂŒber dem Ausgangswert. Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschied der mittleren VerĂ€nderung zwischen Sildenafil 20 mg und Placebo (13,62 m bzw. 14,08 m).
Langzeitdaten
207 mit Revatio behandelte Patienten aus der pivotalen Studie wurden ĂŒber mindestens 3 Jahre in einer offenen Langzeit-Erweiterungsstudie mit Revatio weiterbehandelt. Die Kaplan-Meier-SchĂ€tzungen fĂŒr eine Ăberlebensdauer von 1, 2 und 3 Jahren betrugen 96%, 91% und 82%. FĂŒr Patienten, welche zu Studienbeginn auf die WHO Funktionsklasse II entfielen, waren die Ăberlebenschancen nach 1, 2 und 3 Jahren mit 99%, 91% und 84% besser als fĂŒr Patienten der WHO Funktionsklasse III mit 94%, 90% und 81%.
Auswirkungen auf die MortalitÀt bei Erwachsenen mit PAH
Nachdem bei Kindern und Jugendlichen nach der Einnahme einer hohen Dosis Sildenafil dreimal tĂ€glich, bezogen auf das Körpergewicht, ein höheres MortalitĂ€tsrisiko beobachtet worden war als bei Kindern und Jugendlichen, die in der Langzeit-Anschlussstudie der pĂ€diatrischen klinischen Studie eine niedrigere Dosis erhielten, wurde eine Studie zur Untersuchung der Auswirkungen verschiedener Dosierungen von Sildenafil auf die MortalitĂ€t bei Erwachsenen mit PAH durchgefĂŒhrt.
Es handelte sich um eine randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie an 385 Erwachsenen mit PAH. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip im VerhĂ€ltnis von 1:1:1 einer von drei Dosisgruppen zugewiesen (5 mg dreimal tĂ€glich [4-mal niedriger als die empfohlene Dosis], 20 mg dreimal tĂ€glich [empfohlene Dosis] und 80 mg dreimal tĂ€glich [4-Fache der empfohlenen Dosis]). Insgesamt war die PAH bei den meisten Teilnehmern zuvor noch nicht behandelt worden (83,4%). Bei den meisten Teilnehmern lag eine idiopathische PAH vor (71,7%). Die hĂ€ufigste WHO-Funktionsklasse war die Klasse III (57,7% der Teilnehmer). Alle drei Behandlungsgruppen waren in Bezug auf die demografischen Merkmale der Teilnehmer wie Vorgeschichte mit PAH-Therapie, Ătiologie der PAH sowie WHO-Funktionsklassen gut ausgewogen. Die MortalitĂ€tsrate betrug 26,4% (n=34) fĂŒr die Dosis mit 5 mg dreimal tĂ€glich, 19,5% (n=25) fĂŒr die Dosis mit 20 mg dreimal tĂ€glich und 14,8% (n=19) fĂŒr die Dosis mit 80 mg dreimal tĂ€glich.
PharmakokinetikAbsorption
Maximale Plasmaspiegel werden nach oraler Gabe im nĂŒchternen Zustand innerhalb von 30 bis 120 Minuten (Median 60 Minuten) erreicht. Die mittlere absolute orale BioverfĂŒgbarkeit von Sildenafil betrĂ€gt 41% (Streubreite 25-63%). Nach oraler Einnahme von Sildenafil dreimal tĂ€glich nehmen AUC und Cmax im Dosisbereich von 20 bis 40 mg dosisproportional zu. Nach oralen Dosen von 80 mg dreimal tĂ€glich ging der Anstieg der Plasmakonzentrationen von Sildenafil geringfĂŒgig ĂŒber die DosisproportionalitĂ€t hinaus.
In einer populationskinetischen Analyse war die Sildenafil-Exposition unter einer Dosis von dreimal tĂ€glich 80 mg fĂŒnfmal höher als unter einer Dosis von dreimal tĂ€glich 20 mg.
Wird Sildenafil zusammen mit Nahrung eingenommen, ist die Absorptionsrate reduziert. Die tmax verzögerte sich im Durchschnitt um 60 Minuten, wÀhrend die Cmax im Mittel um 29% verringert war. Allerdings war das Ausmass der Absorption nicht signifikant beeintrÀchtigt (AUC verringerte sich um 11%).
Eine intravenöse Dosierung von 10 mg ist erforderlich, um vergleichbare Plasmakonzentration wie nach oraler Gabe von 20 mg zu erreichen.
Distribution
Das mittlere Verteilungsvolumen im Steady State (VSS) betrÀgt 105 l, was auf eine Verteilung in die Gewebe hinweist. Sildenafil und sein wichtigster im Blutkreislauf zirkulierender N-Desmethyl-Metabolit (UK-103,320) liegen beide zu rund 96% in proteingebundener Form vor. Die Proteinbindung ist unabhÀngig von der Gesamtkonzentration des Arzneimittels.
Metabolismus
Sildenafil wird ĂŒberwiegend hepatisch durch die mikrosomalen Isoenzyme CYP3A4 (Hauptweg) und CYP2C9 (Nebenweg) metabolisiert. Der wichtigste zirkulierende Metabolit resultiert aus der N-Demethylierung von Sildenafil. Dieser Metabolit zeigt bezĂŒglich der PDE-SelektivitĂ€t ein Ă€hnliches Profil wie Sildenafil. Er weist in vitro eine Hemmwirkung fĂŒr PDE5 auf, die rund 50% jener der Stammsubstanz entspricht. Bei gesunden Probanden betrugen die Plasmaspiegel dieses Metaboliten rund 40% der fĂŒr Sildenafil beobachteten Werte. Bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie ist das VerhĂ€ltnis des Metaboliten (UK-103,320) zu Sildenafil jedoch höher. Der N-Desmethyl-Metabolit wird weiter metabolisiert. Nach oraler Gabe von 20 mg Sildenafil dreimal tĂ€glich betrugen die Plasmaspiegel dieses Metaboliten rund 72% der fĂŒr Sildenafil beobachteten Werte (d.h. der Anteil dieses Metaboliten an den pharmakologischen Effekten von Sildenafil betrĂ€gt etwa 36%). Die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die Wirksamkeit sind unbekannt.
Bei gesunden Probanden waren die Plasmaspiegel des N-Desmethyl-Metaboliten nach intravenöser Anwendung signifikant tiefer als nach oraler Gabe.
Elimination
Die totale Clearance von Sildenafil betrĂ€gt 41 l/h mit einer terminalen Halbwertszeit von 3 bis 5 Stunden. Nach oraler oder intravenöser Applikation wird Sildenafil weitgehend metabolisiert und in Form der Metaboliten zu rund 80% ĂŒber die FĂ€zes und zu rund 13% renal ausgeschieden. UnverĂ€ndertes Sildenafil und sein aktiver N-Desmethyl-Metabolit werden nur in geringen Mengen (<4% der Dosis) renal eliminiert.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leberfunktionsstörungen
Bei Probanden mit leichter bis mĂ€ssiger Leberinsuffizienz (Child-Pugh A und B) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt, was zu Erhöhungen von AUC (85%) und Cmax (47%) im Vergleich zu Probanden gleichen Alters mit normaler Leberfunktion fĂŒhrte. Die Pharmakokinetik von Sildenafil bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh C) wurde nicht untersucht.
Nierenfunktionsstörungen
Bei Probanden mit leichter (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min) bis mÀssiger (Kreatinin-Clearance 30-49 ml/min) Nierenfunktionsstörung unterschied sich die Pharmakokinetik von Sildenafil nicht signifikant von jener bei nierengesunden Probanden gleichen Alters. Nach einer oralen Einzeldosis von 50 mg waren Cmax und AUC des N-Desmethyl-Metaboliten um durchschnittlich 73% bzw. 126% erhöht. Bei Probanden mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) war die Clearance von Sildenafil herabgesetzt und resultierte in Erhöhungen von AUC (um 100%) und Cmax (um 88%) im Vergleich zu nierengesunden Probanden gleichen Alters. Die AUC des N-Desmethyl-Metaboliten war bei schwerer Niereninsuffizienz auf das Dreifache, die Cmax um 79% erhöht.
Ăltere Patienten
Gesunde Ă€ltere Probanden (65 Jahre oder Ă€lter) zeigten eine herabgesetzte Sildenafil-Clearance, wobei die Plasmaspiegel von Sildenafil und des aktiven N-Desmethyl-Metaboliten ungefĂ€hr 90% höher lagen als bei jĂŒngeren Probanden (18 bis 45 Jahre). Aufgrund der altersabhĂ€ngigen Unterschiede bei der Plasmaproteinbindung lag der entsprechende Anstieg der Plasmaspiegel des freien Sildenafils bei rund 40%.
Populationspharmakokinetik
Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie wiesen gegenĂŒber gesunden Probanden ĂŒber das untersuchte Dosisspektrum hinweg (20-80 mg oral dreimal tĂ€glich) 20-50% höhere durchschnittliche Steady-State-Konzentrationen auf. Cmin war im Vergleich zu gesunden Probanden doppelt so hoch. Beide Beobachtungen lassen darauf schliessen, dass bei Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie eine im Vergleich zu gesunden Probanden niedrigere Clearance und/oder höhere orale BioverfĂŒgbarkeit von Sildenafil vorliegt.
PrÀklinische DatenSicherheitspharmakologie
Die prĂ€klinische Datenlage ergibt keinen Hinweis auf eine besondere GefĂ€hrdung des Menschen. Basis hierfĂŒr sind die ĂŒblichen Untersuchungen zur Bestimmung der Sicherheitspharmakologie, ToxizitĂ€t nach wiederholter Dosierung, GenotoxizitĂ€t, KarzinogenitĂ€t und ReproduktionstoxizitĂ€t.
ReproduktionstoxizitÀt
Bei Jungtieren von Ratten, die prĂ€- und postnatal mit 60 mg/kg Sildenafil behandelt worden waren, zeigte sich bei einer Exposition, die etwa dem 50-Fachen der erwarteten Exposition beim Menschen bei einer Dosierung von 20 mg dreimal tĂ€glich entsprach, eine verminderte Wurfgrösse, ein geringeres Gewicht der Jungtiere an Tag 1 und ein vermindertes Ăberleben bis zum Tag 4. Diese Effekte wurden bei einer Exposition beobachtet, die so weit ĂŒber der maximalen Dosis beim Menschen lag, dass sie als fĂŒr den klinischen Einsatz nicht relevant erachtet wurden.
Sonstige HinweiseInkompatibilitÀten
Die Injektionslösung darf nicht mit anderen Arzneimitteln oder intravenös angewendeten VerdĂŒnnungsmitteln ausser mit jenen unter "Hinweise fĂŒr die Handhabung" erwĂ€hnten gemischt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Filmtabletten: Nicht ĂŒber 30 °C, vor Feuchtigkeit geschĂŒtzt und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Injektionslösung: Nicht ĂŒber 25 °C und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise fĂŒr die Handhabung
Injektionslösung
Es ist keine VerdĂŒnnung oder Aufbereitung der Lösung vor Anwendung erforderlich. Die Injektionslösung soll als intravenöse Bolusinjektion verabreicht werden.
Die Lösung ist unmittelbar nach Anbruch der Durchstechflasche zu verwenden.
Chemische und physikalische KompatibilitĂ€t wurde fĂŒr folgende Lösungen gezeigt: Glucose 5%, NaCl 0,9%, Ringerlactat, Glucose 5%/NaCl 0,45%, Ringerlactat mit Glucose 5%, Glucose 5%/20 mEq KCl.
Entsorgungshinweis
Entsorgen Sie keine Arzneimittel in das Abwasser oder den HausmĂŒll. Geben Sie abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel aus Haushalten an einer Abgabestelle (z.B. Apotheke, Drogerie, Arztpraxis) oder an einer Sammelstelle zurĂŒck. Diese Massnahmen tragen zum Schutz der Umwelt bei.
ZulassungsnummerFilmtabletten: 57505 (Swissmedic).
Injektionslösung: 60411 (Swissmedic).
PackungenFilmtabletten 20 mg: Packung mit 90 Filmtabletten. [B]
Injektionslösung 0,8 mg/ml: 1 Durchstechflasche zu 10 mg/12,5 ml. [B]
ZulassungsinhaberinViatris Pharma GmbH, 6312 Steinhausen.
Stand der InformationFebruar 2026.
[Version 105 D]
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