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Fachinformation zu Cimzia®/- AutoClicks® Injektionslösung:UCB-Pharma SA
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Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Tierexperimentelle Studien mit einem Nagetier-Anti-Ratte-TNFα ergaben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität oder eine Schädigung des Fötus. Die Studien zur Beurteilung der Reproduktionstoxizität beim Menschen sind unzureichend (siehe "Präklinische Daten" ). Nicht-klinische Studien lassen einen niedrigen oder vernachlässigbaren Plazentatransfer eines homologen Fab Fragmentes von Certolizumab pegol (keine Fc-Region) vermuten (siehe "Präklinische Daten" ).
Weitreichende Erfahrungen (mehr als 1500 Schwangerschaften, in denen Cimzia während des ersten Trimesters angewendet wurde) aus prospektiv gesammelten Schwangerschaften mit bekanntem Ausgang deuten nicht auf ein deutlich erhöhtes Fehlbildungsrisiko oder eine fetale/neonatale Toxizität hin. Eine fortlaufende Datenerfassung erfolgt durch die Meldung von Pharmakovigilanzfällen und ein Schwangerschaftsregister.
In einem Schwangerschaftsregister (Studie OTIS) betrug der Anteil von schweren Geburtsfehlern bei Lebendgeburten 15/132 (11,4 %) bei Frauen, die mindestens im ersten Trimester mit Cimzia behandelt wurden, und 8/126 (6,3 %) bei Frauen mit den gleichen indikationsgerechten Erkrankungen, die aber nicht mit Cimzia behandelt wurden (relatives Risiko 1,85; 95-%-KI 0,74 bis 4,60). Eine ähnliche Assoziation zeigte sich, wenn mit Cimzia behandelte Frauen mit Frauen verglichen wurden, die keine der Erkrankungen hatten, für deren Behandlung Cimzia zugelassen ist (Anteil 10/126 [7,9 %] und relatives Risiko 1,65; 95-%-KI 0,75 bis 3,64). Es wurde kein Muster für schwere oder leichte Fehlbildungen festgestellt.
In der Gruppe mit Cimzia wurden keine Totgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, während es in der Gruppe mit Erkrankung und ohne Behandlung 2 Totgeburten und 3 Schwangerschaftsabbrüche gab. Es gab keinen deutlichen Unterschied in der Rate von Spontanaborten zwischen beiden Gruppen. Bei Kindern, die bis zu einem Alter von 5 Jahren nachbeobachtet wurden, zeigten sich zwischen der mit Cimzia behandelten Gruppe und den beiden Vergleichsgruppen keine deutlichen Unterschiede bezüglich schwerwiegender oder opportunistischer Infektionen, Hospitalisierungen und unerwünschter Impfreaktionen. Die Interpretation dieser Daten kann beeinträchtigt sein, weil die Studie methodologische Einschränkungen wie kleine Fallzahl und keine Randomisierung aufweist.
In einer klinischen Studie wurden 16 Frauen während der Schwangerschaft mit Certolizumab pegol (200 mg jede zweite Woche oder 400 mg jede vierte Woche) behandelt. Die bei 14 Säuglingen zum Zeitpunkt der Geburt ermittelten Plasmakonzentrationen von Certolizumab pegol lagen bei 13 Proben unterhalb der Bestimmungsgrenze (Below the Limit of Quantification – BLQ); bei einer Probe wurde bei der Geburt ein Wert von 0,042 µg/ml mit einem Verhältnis Säuglings-/Mutterplasma von 0,09% bestimmt. In den Wochen 4 und 8 waren sämtliche Plasmakonzentrationen bei den Säuglingen unterhalb der Bestimmungsgrenze.
In einer klinischen Studie mit 21 Frauen, die während der Schwangerschaft mit Cimzia behandelt wurden, lagen die Plasmakonzentrationen von Certolizumab Pegol innerhalb des Konzentrationsbereichs, der bei nicht schwangeren erwachsenen Patienten beobachtet wurde (siehe "Pharmakokinetik" ).
Veröffentlichte Daten weisen darauf hin, dass das Risiko eines negativen Schwangerschaftsausgangs bei Frauen mit rheumatoider Arthritis, ankylosisierender Spondylitis oder Morbus Crohn mit der Aktivität der mütterlichen Krankheit korreliert, wobei eine aktive Krankheit das Risiko eines negativen Schwangerschaftsausgangs erhöht. Dazu zählen Fehlgeburten, Frühgeburten (vor der 37. Schwangerschaftswoche), geringes Geburtsgewicht (<2500 g) und eine gemessen am Gestationsalter geringe Körpergrösse bei der Geburt.
Bei eindeutiger Indikation für eine Behandlung mit TNF-Blockern kann Cimzia bei der Planung einer Schwangerschaft oder während einer bestehenden Schwangerschaft in Betracht gezogen werden. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Aufgrund der Inhibition von TNF-α könnte Cimzia, während der Schwangerschaft verabreicht, die normale Immunantwort des Neugeborenen beeinträchtigen. Auch wenn die Levels von Certolizumab pegol beim Säugling niedrig sind, ist die klinische Relevanz selbst solcher niedrigen Levels nicht bekannt. Es wird empfohlen, mindestens 5 Monate nach der letzten Anwendung von Cimzia bei der Mutter während der Schwangerschaft zu warten, bevor Lebend- oder attenuierte Lebendimpfstoffe beim Säugling verabreicht werden (z.B. BCG-Impfstoffe), ausser wenn der Nutzen der Impfung für den Säugling das theoretische Risiko einer Impfung mit Lebend- oder attenuierten Lebendimpfstoffen deutlich überwiegt.
Frauen im gebärfähigen Alter
Die Verwendung von geeigneten Verhütungsmethoden ist bei Frauen im gebärfähigen Alter in Erwägung zu ziehen. Bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen, ist die klinische Notwendigkeit einer weiteren Behandlung mit Cimzia zu überprüfen. Wenn entschieden wird, Cimzia vor der Empfängnis aus dem Körper zu eliminieren, ist die Empfängnisverhütung für 5 Monate nach der letzten Cimzia-Dosis fortzusetzen (siehe "Pharmakokinetik" ).
Stillzeit
In einer klinischen Studie mit 17 stillenden Frauen, die mit Cimzia behandelt wurden, wurde ein minimaler Transfer von Certolizumab pegol vom Plasma in die Muttermilch beobachtet. Der prozentuale Anteil der mütterlichen Certolizumab pegol-Dosis, der innerhalb von 24 Stunden auf den Säugling übertragen wird, wurde auf 0,04 % bis 0,30 % geschätzt. Da Certolizumab pegol ein Protein ist, das nach oraler Verabreichung im Magen-Darm-Trakt abgebaut wird, ist die zu erwartende absolute Bioverfügbarkeit sehr niedrig.
Die Vorteile des Stillens für den Säugling bez. Entwicklung und Gesundheit sollten zusammen mit der klinischen Notwendigkeit der Cimizia-Therapie für die Mutter und den möglichen schädlichen Effekten für den gestillten Säugling, wegen Cimzia oder wegen der mütterlichen Grunderkrankung, erwogen werden.

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