Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenAufgrund der toxischen Wirkungen von Mitomycin auf das Knochenmark muss jede Strahlentherapie mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden, um das Risiko einer zusätzlichen Myelosuppression zu begrenzen.
Die Injektion darf nur intravaskulär verabreicht werden. Bei paravaskulärer Injektion treten ausgedehnte lokoregionale Nekrosen auf. Zur Vermeidung von Nekrosen sind folgende Hinweise zu beachten:
Immer die großen Armvenen für die Injektionen verwenden.
Die Verabreichung durch direkte intravenöse Injektion ist zu vermeiden, es sollten nur Injektionen in die Leitung eines zuverlässigen Infusionssystems vorgenommen werden.
Vor dem Entfernen der Nadel nach zentralvenöser Verabreichung einige Minuten lang mit der Infusionslösung spülen, um verbleibendes Mitomycin zu entfernen.
Bei Extravasation wird empfohlen, sofort eine lokale Infiltration mit einer 8,4 %igen Natriumbicarbonatlösung durchzuführen, gefolgt von einer Injektion von 4 mg Dexamethason. Eine systemische Injektion von 200 mg Vitamin B kann sich als vorteilhaft für das Zellwachstum in geschädigten Geweben erweisen.
Die therapeutische Kombination mit anderen Arzneimitteln kann eine zusätzliche Toxizität für das Knochenmark verursachen. Der nächste Zyklus darf erst nach Normalisierung der hämatologischen Parameter verabreicht werden. Gegebenenfalls kann eine Anpassung der Dosierung von Mitomycin erforderlich sein.
Nadir nach vorheriger Dosis (Zellen/mm3) Prozentsatz der zuvor verabreichten Dosis
Leukozyten Thrombozyten
> 3000 > 75 000 100 %
2000 – 2999 25 000 – 75 000 70 %
> 2000 < 25 000 50 %
Eine längerfristige Therapie kann zu einer kumulativen Knochenmarktoxizität führen. Die Myelosuppression kann sich verzögert manifestieren, nach 4 bis 6 Wochen ihre maximale Intensität erreichen und nach einer längeren Behandlung kumulieren. Deshalb kann häufig eine individuelle Dosisanpassung erforderlich sein.
Ältere Patienten leiden häufiger an reduzierten physiologischen Funktionen und einer anhaltenden Myelosuppression. Daher erfordert die Verabreichung von Mitomycin besondere Vorsicht und eine enge Überwachung dieser Patientengruppe.
Mitomycin ist eine mutagene und potenziell krebserregende Substanz für den Menschen. Jeglicher Kontakt mit Haut und Schleimhäuten ist zu vermeiden.
Bei Symptomen einer Lungenschädigung, die nicht der Grunderkrankung zugeschrieben werden können, ist ein sofortiger Abbruch der Behandlung geboten. In den meisten Fällen können die Auswirkungen einer pulmonalen Toxizität mit Steroiden behandelt werden.
Das Auftreten von Symptomen einer Hämolyse oder Anzeichen einer Nierenfunktionsstörung (Nephrotoxizität) erfordert ebenfalls das sofortige Absetzen der Behandlung.
Die intravesikale Verabreichung des Arzneimittels muss mit Vorsicht erfolgen, da das Risiko einer Blasenperforation besteht, die unmittelbar oder mehrere Wochen nach der Injektion des Arzneimittels auftreten kann.
Ab einer kumulativen Schwellendosis > 30 mg Mitomycin/m2 Körperoberfläche wurden Manifestationen einer mikroangiopathischen hämolytischen Anämie beobachtet, und ab einer kumulativen Schwellendosis > 60 mg Mitomycin/m2 Körperoberfläche ein hämolytisch-urämisches Syndrom, begleitet von hämolytischer Anämie, Thrombozytopenie, Fieber, Niereninsuffizienz und gelegentlich neurologischen Symptomen. Es wird empfohlen, das Blutbild und die Nierenfunktion regelmäßig zu kontrollieren.
Fälle von akuter Leukämie (mit oder ohne vorangehende präleukämische Phase) und myelodysplastischem Syndrom wurden bei Patienten berichtet, die gleichzeitig mit anderen antineoplastischen Therapien behandelt wurden.
Eine Behandlung mit Mitomycin kann eine Myelosuppression und damit eine Thrombozytopenie hervorrufen. Patienten unter Antikoagulationstherapie müssen einer sorgfältigen Überwachung der Thrombozytenzahl unterzogen werden, um schwere Thrombozytopenien zu vermeiden. Mitomycin darf nicht mehr verabreicht werden, wenn die Thrombozytenzahl < 100 000/mm³ beträgt.
Empfohlene Kontrolluntersuchungen und Sicherheitsmaßnahmen bei intravenöser Behandlung:
Vor Beginn der Behandlung:
Großes Blutbild.
Spirometrische Kontrolle bei Verdacht auf vorbestehende Störungen der Lungenfunktion.
Bewertung der Nierenfunktion zum Ausschluss einer Niereninsuffizienz.
Bewertung der Leberfunktion zum Ausschluss einer Leberinsuffizienz.
Während der Behandlung
Regelmäßige Kontrolle der hämatologischen Parameter.
Engmaschige Überwachung der Nierenfunktion.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, das heißt, es ist nahezu „natriumfrei“.
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