Unerwünschte WirkungenIm Rahmen der klinischen Entwicklung wurden 536 Patienten mit NexoBrid in neun klinischen Studien behandelt, wovon drei randomisierte und kontrollierte offene Phase-3-Studien waren,.
Die am häufigsten beschriebenen Nebenwirkungen nach Anwendung von NexoBrid bei Erwachsenen in der Gruppe der mit diesem Arzneimittel behandelten Patienten aus den Studien MW2004, MW2005, MW2008 und MW2010 (insgesamt 203 Patienten) sind Pyrexie (bei 13,3 % der mit Nexo-Brid behandelten Patienten) und Schmerzen (3,9 %).
Die am häufigsten beschriebenen Nebenwirkungen nach Anwendung bei Kindern und Jugendlichen in der Gruppe der mit diesem Arzneimittel behandelten Patienten aus den Studien MW2004, MW2008 und MW2012 (insgesamt 89 Patienten) sind Pyrexie und Schmerzen (Inzidenz 16,9 % bzw. 7,9 %).
Die schwerwiegenden Nebenwirkungen, die bei mehr als einem Patienten (≥ 1,1 %) auftraten, waren nach Vorzugsbenennung: Sepsis und bakterielle Wundinfektion.
Die Nebenwirkungen bis zu 3 Monate nach Wundverschluss werden unten aufgeführt.
Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥1/10)
Häufig (≥1/100, <1/10)
Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100)
Selten (≥1/10.000, <1/1.000)
Sehr selten (<1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Die im Folgenden angegebenen Häufigkeiten von Nebenwirkungen beziehen sich auf die Anwendung von NexoBrid zur Eschar-Entfernung bei tiefen Verbrennungen (Grad IIb und III, "deep partial" und "full thickness" ) im Rahmen von Behandlungsprotokollen, die eine lokale Antiseptika-Behandlung, die empfohlene Analgesie/Anästhesie und die Bedeckung des Wundbereichs mit einem Okklusivverband über 4 Stunden (um NexoBrid nach Applikation auf der Wunde zu halten) vorsahen.
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Häufig: Wundinfektion einschliesslich Zellulitis
Erkrankungen des Immunsystems
Häufig: Nicht schwerwiegende allergische Reaktionen wie Hautausschlag
Nicht bekannt: Schwerwiegende allergische Reaktionen einschliesslich Anaphylaxie
Herzerkrankungen
Häufig: Tachykardie
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Wundkomplikationen (einschliesslich Austrocknung der Wunde, Vertiefung der Wunde, Wiedereröffnung der Wunde, Transplantatverlust/Transplantatversagen), lokaler Hautausschlag, lokaler Pruritus
Gelegentlich: Intradermales Hämatom
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Sehr häufig: Pyrexie/Hyperthermie
Häufig: Lokale Schmerzen
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Immunogenität
Die DETECT-Studie umfasste Immunogenitätstests von Proben, die vor und zu verschiedenen Zeitpunkten nach der Behandlung mit NexoBrid untersucht wurden (Baseline, Tag 28, Tag 56, 6 Monate und 24 Monate).
Zu Studienbeginn (Baseline) waren 39,4 % (26/66) der getesteten Personen Antikörper-positiv gegen NexoBrid, was möglicherweise auf eine frühere Sensibilisierung gegenüber aus Ananas stammenden Proteinen und Glykoproteinen mit kreuzreagierenden Kohlenhydratdeterminanten zurückführen könnte.
Die Inzidenz der während der Behandlung entwickelten Antikörper betrug 92,4 % (61/66), wovon 62,3 % (38/61) der Patienten, die zu Studienbeginn negativ waren, und 37,7 % (23/61), die zu Studienbeginn positiv waren und einen mindestens vierfachen Anstieg der Antikörpertiter nach der Behandlung erfuhren.
Der Zeitpunkt des Auftretens von Antikörpern während der Behandlung (erhöhte Antikörpertiter) stimmte mit einer affinitätsgereiften Immunantwort auf ein xenogenes Protein überein (100 % Serokonversion nach 4 Wochen), und die Antwort war anhaltend (mindestens 24 Monate).
Es gab keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen dem maximalen Antikörpertiter nach der Behandlung und entweder der Gesamtdosis von NexoBrid (in Gramm) oder der mit TBSA behandelte Dosis. Es gab keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen der Wirksamkeit (vollständige Eschar-Entfernung) und dem Antikörpertiter vor oder nach der Behandlung. Es konnte kein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Antikörpern vor der Behandlung und dem Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen hergestellt werden.
Pädiatrische Population
Die Daten aus klinischen Studien an pädiatrischen Patienten (von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren) umfassen die Anwendung dieses Arzneimittels in einer kontrollierten Studie gegen TdR (MW2012), in der 69 Patienten mit diesem Arzneimittel behandelt wurden (Altersspanne: von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren; siehe Abschnitt "Klinische Wirksamkeit" für die Altersverteilung) sowie die Anwendung bei pädiatrischen Patienten in den Studien MW2004 und MW2008, an denen 17 bzw. 3 pädiatrische Patienten teilnahmen (Altersspanne: 4 bis 17 Jahre).
Insgesamt ähnelt das Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten dem bei Erwachsenen. Angesichts der geringen Anzahl der in den verschiedenen Altersgruppen gemeldeten Nebenwirkungen ist es nicht möglich, gültige Schlussfolgerungen hinsichtlich möglicher altersbedingter Unterschiede im Sicherheitsprofil zu ziehen.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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