Unerwünschte WirkungenSofern nicht anders angegeben, basiert die Häufigkeit der aufgeführten unerwünschten Wirkungen auf Daten aus den PSMAfore- (prä-Taxan) und VISION-Studien (post-Taxan), in denen 756 Patienten mindestens eine Dosis von 7400 MBq Pluvicto als randomisierte Studienbehandlung erhielten (die mediane Anzahl der Dosen betrug sechs).
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Müdigkeit (49.5 %), Mundtrockenheit (45.8 %), Übelkeit (34.8 %), Anämie (30.7 %), verminderter Appetit (21.4 %) und Obstipation (20.8 %). Die häufigsten Nebenwirkungen des Schweregrads 3 bis 4 sind: Anämie (10.8 %), Lymphopenie (6.7 %), Thrombozytopenie (6.5 %) und Müdigkeit (5.0 %).
Tabellarische Übersicht der unerwünschten Wirkungen
Die unerwünschten Wirkungen (Tabelle 3) sind nach MedDRA-Systemorganklassen aufgeführt. Innerhalb jeder Systemorganklasse werden die unerwünschten Wirkungen nach Häufigkeit geordnet, wobei die häufigsten zuerst genannt werden. Zusätzlich basiert die jeweilige Häufigkeitskategorie jeder unerwünschten Wirkung auf folgender Konvention (CIOMS III): Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1000 bis <1/100); selten (≥1/10'000 bis <1/1000); sehr selten (<1/10'000).
Tabelle 3: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei Patienten, die Pluvicto erhalten habena
Systemorganklasse Unerwünschte Häufigkeitskategorie Alle Schweregrade n Grad 3 bis 4b n (%)
Wirkungen (%)
Infektionen und parasitäre
Erkrankungen
Orale Pilzinfektionc Häufig 20 (2.6) 0 (0.0)
Erkrankungen des Blutes und des
Lymphsystems
Anämie Sehr häufig 232 (30.7) 82 (10.8)
Thrombozytopenie Sehr häufig 115 (15.2) 49 (6.5)
Leukopenied Sehr häufig 108 (14.3) 27 (3.6)
Lymphopenie Sehr häufig 91 (12.0) 51 (6.7)
Panzytopeniee Häufig 10 (1.3) 7 (0.9)
Knochenmarksversagen Gelegentlich 1 (0.1) 1 (0.1)
Erkrankungen des Nervensystems
Dysgeusief Häufig 57 (7.5) 0 (0.0)
Kopfschmerz Häufig 56 (7.4) 4 (0.5)
Schwindelgefühl Häufig 55 (7.3) 5 (0.7)
Augenerkrankungen
Trockenes Auge Häufig 31 (4.1) 0 (0.0)
Erkrankungen des Ohrs und des
Labyrinths
Vertigo Häufig 15 (2.0) 0 (0.0)
Erkrankungen des Gastrointestinalt
rakts
Mundtrockenheitg Sehr häufig 346 (45.8) 2 (0.3)
Übelkeit Sehr häufig 263 (34.8) 7 (0.9)
Obstipation Sehr häufig 157 (20.8) 7 (0.9)
Diarrhö Sehr häufig 139 (18.4) 4 (0.5)
Erbrechenh Sehr häufig 127 (16.8) 5 (0.7)
Abdominalschmerzi Sehr häufig 84 (11.1) 9 (1.2)
Erkrankung der Speiseröhrej Häufig 27 (3.6) 2 (0.3)
Stomatitis Häufig 12 (1.6) 2 (0.3)
Erkrankungen der Haut und des
Unterhautgewebes
Trockene Hautk Häufig 14 (1.9) 0 (0.0)
Erkrankungen der Nieren und
Harnwege
Harnwegsinfektl Sehr häufig 76 (10.1) 23 (3.0)
Akute Nierenschädigungm Häufig 62 (8.2) 20 (2.6)
Allgemeine Erkrankungen und
Beschwerden am Verabreichungsort
Ermüdungn Sehr häufig 374 (49.5) 38 (5.0)
Appetit vermindert Sehr häufig 162 (21.4) 10 (1.3)
Gewicht erniedrigt Häufig 73 (9.7) 3 (0.4)
Ödem periphero Häufig 72 (9.5) 2 (0.3)
Fieber Häufig 43 (5.7) 3 (0.4)
a National Cancer Institute
Common Terminology Criteria for
Adverse Events (NCI CTCAE)
Version 5.0. b Beinhaltet nur
Nebenwirkungen der Grade 3 bis 4,
mit Ausnahme von Panzytopenie und
Knochenmarksversagen. Grad 5
(tödliche) Panzytopenie wurde bei
2 Patienten gemeldet, die
Pluvicto erhalten haben. Grad 5
(tödliches) Knochenmarksversagen
wurde bei 1 Patienten gemeldet,
der Pluvicto erhalten hat. c
Orale Pilzinfektion umfasst orale
Candidiasis, Candida-Infektion,
orale Pilzinfektion, oropharyngeal
e Pilzinfektion, oropharyngeale
Candidiasis und Pilzinfektion der
Zunge. d Leukopenie umfasst
Leukopenie und Neutropenie. e
Panzytopenie umfasst Panzytopenie
und Bizytopenie. f Dysgeusie
umfasst Dysgeusie und
Geschmacksstörung. g Mundtrockenhe
it umfasst Mundtrockenheit,
Schleimhauttrockenheit,
Speichelhyposekretion, trockene
Lippen und trockenen Hals. h
Erbrechen umfasst Erbrechen und
Würgen. i Abdominalschmerz
umfassen Bauchschmerzen,
Schmerzen im Oberbauch,
Bauchbeschwerden, Schmerzen im
Unterbauch, Bauchdruckschmerz,
epigastrische Beschwerden und
gastrointestinale Schmerzen. j
Erkrankung der Speiseröhre
umfasst gastroösophageale
Refluxkrankheit, Dysphagie,
Ösophagitis und Ösophagusverätzung
. k Trockene Haut umfasst
trockene Haut und Xerodermie. l
Harnwegsinfektion umfasst
Harnwegsinfektion, Zystitis und
bakterielle Zystitis. m Akutes
Nierenversagen umfasst erhöhtes
Blutkreatinin, akutes
Nierenversagen, Niereninsuffizienz
und erhöhten Harnstoff im Blut.
n Ermüdung umfasst Ermüdung und
Asthenie. o Peripheres Ödem
umfasst peripheres Ödem und
Flüssigkeitsretention.
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Myelosuppression
In der PSMAfore-Studie trat eine Myelosuppression häufiger bei Patienten auf, die Pluvicto erhielten (N = 227) als bei Patienten, die auf eine andere ARPI-Behandlung umgestellt wurden (N = 232) (alle Grade/Grad ≥3): Anämie (27.3%/6.2%) versus (19.4%/6.9%); Thrombozytopenie (7.9%/2.2%) versus (3.0%/0.9%); Neutropenie (5.7%/1.3%) versus (0.9%/0.4%); Leukopenie (2.2%/0.9%) versus (0%/0%); Lymphopenie (1.8%/0.4%) versus (0%/0%); und Panzytopenie (0.4%/0%) versus (0.4%/0%). Ein tödlicher Fall von Knochenmarksversagen trat während des Langzeit-Follow-up-Zeitraums bei einem mit Pluvicto behandelten Patienten auf.
Myelosuppressive unerwünschte Wirkungen, die bei ≥0.5 % der mit Pluvicto behandelten Patienten zum dauerhaften Absetzen führten, waren: Thrombozytopenie (1.3 %). Myelosuppressive Nebenwirkungen, die bei ≥0.5 % der mit Pluvicto behandelten Patienten zu Dosisunterbrechungen/-reduktionen führten, waren: Anämie (1.8%/0.4%) und Neutropenie (0.9%/0.4%).
In der VISION-Studie trat eine Myelosuppression häufiger bei Patienten auf, die Pluvicto plus BSoC erhielten, als bei Patienten, die nur BSoC erhielten (alle Grade/Grad ≥3): Anämie (31.9%/12.9%) versus (13.2%/4.9%); Thrombozytopenie (17.2%/7.9%) versus (4.4%/1.0%); Leukopenie (12.5%/2.5%) versus (2.0%/0.5%); Lymphopenie (14.2%/7.8%) versus (3.9%/0.5%); Neutropenie (8.5%/3.4%) versus (1.5%/0.5%); Panzytopenie (1.5%/1.1%) versus (0%/0%), einschliesslich zweier tödlicher Fälle von Panzytopenie bei Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten; Bizytopenie (0.2%/0.2%) versus (0%/0%) und Knochenmarksversagen (0.2%/0.2%) versus (0%/0%), einschliesslich eines tödlichen Ereignisses von Knochenmarksversagen bei den Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten.
Zu den unerwünschten Wirkungen der Myelosuppression, die bei ≥0.5 % der Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten, zu einem dauerhaften Abbruch der Behandlung führten, gehören: Anämie (2.8 %), Thrombozytopenie (2.8%), Leukopenie (1.3%), Neutropenie (0.8 %) und Panzytopenie (0.6 %). Unerwünschte Arzneimittelwirkungen zur Myelosuppression, die bei ≥0.5 % der Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten, zu Dosisunterbrechungen /Dosisreduktionen führten: Anämie (5.1%/1.3%), Thrombozytopenie (3.6%/1.9%), Leukopenie (1.5%/0.6%) und Neutropenie (0.8%/0.6%).
Nierentoxizität
In der PSMAfore-Studie war die Nierentoxizität zwischen den Patienten, die Pluvicto erhielten und den Patienten, die eine Umstellung auf ARPI erhielten, vergleichbar (alle Grade/Grad 3 bis 4): Anstieg des Kreatinins im Blut (4.4%/0%) versus (3.0%/0%); akutes Nierenversagen (1.8%/0.9%) versus (4.3%/2.6%); Niereninsuffizienz (0.9%/0.4%) versus (1.3%/0.9%); und Anstieg des Harnstoffs im Blut (0.4%/0%) versus (0%/0%).
Bei Patienten, die Pluvicto erhielten, führte keine renale Nebenwirkung zum dauerhaften Therapieabbruch. Nierenerkrankungen, die bei ≥0.4% der mit Pluvicto behandelten Patienten zu Therapieunterbrechungen oder Dosisreduktionen führten, waren: Anstieg des Kreatinins im Blut (0.4%/0%), Nierenkolik (0.4%/0%) und Niereninsuffizienz (0.4%/0%).
In der VISION-Studie traten Nierentoxizitäten bei Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten, häufiger auf als bei Patienten, die nur BSoC erhielten (alle Grade/Grade 3 bis 4): Erhöhung des Blutkreatinins (5.7%/0.2%) versus (2.4%/0.5%); akute Nierenschädigung (3.8%/3.2%) versus (3.9%/2.4%); Nierenversagen (0.2%/0%) versus (0%/0%); und Erhöhung des Blutharnstoffs (0.2%/0%) versus (0%/0%).
Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die bei ≥0.2% der Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten, zum dauerhaften Absetzen führten, gehörten: Blutkreatinin erhöht (0.2%). Zu den unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die bei ≥0.2% der Patienten, die Pluvicto plus BSoC erhielten, zu Dosisunterbrechungen/Dosisreduzierungen führten, gehören: Erhöhung des Blutkreatinins (0.2%/0.4%) und akute Nierenschädigung (0.2%/0%).
Kardiale Elektrophysiologie
Die Fähigkeit von Pluvicto, das QTc-Intervall bei der empfohlenen Dosis zu verlängern, wurde bei 30 Patienten in der Phase-III-Teilstudie VISION untersucht. Pluvicto verursachte im Mittel keine grossen (>20 msec) Verlängerungen des QT/QTc-Intervalls. Potentielle Effekte bei supratherapeutischen Dosen wurden nicht untersucht.
Sekundäre Primärmalignitäten
Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung wird mit der Entstehung von Krebs und einer möglichen Schädigung des Erbguts in Verbindung gebracht. Die aus der therapeutischen Exposition resultierende Strahlendosis kann zu einer erhöhten Inzidenz von Krebs und Mutationen führen. In allen Fällen muss sichergestellt werden, dass die Risiken der Strahlenbelastung geringer sind als die der Krankheit selbst. Da Pluvicto/Pluvicto CA zur Langzeit-Strahlenexposition eines Patienten beiträgt, die mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert ist (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ), kann ein mögliches Risiko von sekundären Primärmalignitäten für Radiopharmazeutika wie Pluvicto/Pluvicto CA nicht ausgeschlossen werden. Zum Zeitpunkt der primären Analyse in VISION (cut-off date 27. Januar 2021) wurden Fälle von Plattenepithelkarzinomen (4 Patienten; 0.8%), Basalzellkarzinomen, malignen Melanomen und Plattenepithelkarzinomen der Haut (je 1 Patient; 0.2% jeweils) von Patienten berichtet, die Pluvicto und BSoC bekamen. In der PSMAfore-Studie wurden bei Patienten, die Pluvicto erhielten, Fälle von Basalzellkarzinom, Adenokarzinom des Dickdarms, klarzelligem Nierenzellkarzinom und Nierenzellkarzinom (jeweils 1 Patient; jeweils 0.4%) berichtet.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
|