Unerwünschte WirkungenZu den häufigsten unerwünschten Wirkungen gehören Schmerzen/Reaktionen an der Injektionsstelle, Veränderungen der Vitalzeichen und eine verlängerte neuromuskuläre Blockade. Die während der Post-Market-Surveillance am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen sind anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen sowie die damit verbundenen Symptome.
Siehe auch die Erläuterungen nach der untenstehenden Tabelle.
MedDRA-Systemorgankl Bevorzugter MedDRA-Begriff1
asse
Gelegentlich/selten2 Sehr selten2 (˂1/10 000) Häufigkeit unbekannt 2
(˂1/100 bis ≥1/10 (kann aufgrund der
000) verfügbaren Daten
nicht abgeschätzt
werden)
Erkrankungen des Überempfindlichkeit
Immunsystems Anaphylaktische
Reaktion Anaphylaktoide
Reaktion Anaphylaktisc
her Schock Anaphylaktoi
der Schock
Erkrankungen des Schlaffe Lähmung
Nervensystems
Augenerkrankungen Mydriase3 Starre
Pupillen3
Herzerkrankungen Tachykardie Kounis-Syndrom
Gefässerkrankungen Hypotonie Kreislaufschock und
-kollaps Hitzewallunge
n
Erkrankungen der Bronchospasmus
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen der Angioödem Urtikaria
Haut und des Unterha Hautausschlag
utgewebes Erythematöser Ausschlag
Muskuloskelettale Muskelschwäche
und systemische
Erkrankungen
Allgemeine Beschwerd Unwirksamkeit des Arzneimittels Gesichtsödem Maligne
en und Reaktionen Verminderte Wirkung des Hyperthermie
an der Injektionsste Arzneimittels/vermindertes
lle therapeutisches Ansprechen
Verstärkte Wirkung des
Arzneimittels/verstärktes
therapeutisches Ansprechen
Schmerzen an der Injektionsstel
le Reaktion an der Injektionsst
elle
Verletzungen, Verlängerte neuromuskuläre Atemwegskomplikationen
Vergiftungen und Blockade Verzögerte Erholung bei der Anästhesie
Komplikationen im von der Narkose
Zusammenhang mit
den Verfahren
1 Die Häufigkeiten wurden auf der Grundlage von Berichten über die Überwachung nach der Markteinführung (Post-Market-Surveillance) und Daten aus der allgemeinen Literatur geschätzt.
2 Die genauen Häufigkeiten können nicht aus den Daten der Überwachung nach der Markteinführung abgeleitet werden. Aus diesem Grund wurde die Meldehäufigkeit in 2 statt in 5 Kategorien unterteilt.
3 Verbunden mit einer möglichen erhöhten Permeabilität oder Beeinträchtigung der Integrität der Blut-Hirn-Schranke (BHE).
Klasseneffekte
Anaphylaktische Reaktionen
Sehr selten wurden schwere anaphylaktische Reaktionen auf neuromuskuläre Blocker, einschliesslich Rocuroniumbromid, berichtet. Diese anaphylaktischen/anaphylaktoiden Reaktionen umfassen Symptome wie Bronchospasmus, kardiovaskuläre Veränderungen (z. B. Hypotonie, Tachykardie, Kreislaufkollaps/-schock) und Hautveränderungen (z. B. Angioödem, Urtikaria). In einigen Fällen verliefen diese Reaktionen tödlich. Aufgrund ihrer möglichen Schwere sind solche Reaktionen stets zu berücksichtigen und erfordern geeignete Vorsichtsmassnahmen (siehe auch „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).
In Berichten nach der Markteinführung wurden Überempfindlichkeitsreaktionen sowohl gegen Rocuronium als auch gegen den Rocuronium-Sugammadex-Komplex beobachtet.
Histaminfreisetzung und histaminoide Reaktionen
Da bekannt ist, dass neuromuskuläre Blocker sowohl lokal an der Injektionsstelle als auch systemisch die Freisetzung von Histamin auslösen können, müssen das Auftreten von Pruritus und Erythem an der Injektionsstelle sowie systemische histaminoide (anaphylaktoide) Reaktionen bei der Verabreichung dieser Arzneimittel stets in Betracht gezogen werden (siehe auch „Anaphylaktische Reaktionen“ oben).
Verlängerte neuromuskuläres Blockade
Die häufigste Nebenwirkung von Arzneimitteln aus der Klasse der neuromuskulären Blocker ist die Verlängerung der pharmakologischen Wirkung über die notwendige Dauer hinaus. Dies kann von einer Schwäche der Skelettmuskulatur bis hin zu einer tiefen und lang anhaltenden Lähmung der Skelettmuskulatur reichen, die zu Ateminsuffizienz oder Apnoe führt.
Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle
Bei der Blitzeinleitung wurden Schmerzen bei der Injektion gemeldet, besonders vor vollständigem Bewusstseinsverlust des Patienten und bei Verwendung von Propofol bei der Einleitung. In klinischen Studien traten Injektionsschmerzen bei 16 % der Patienten unter Blitzeinleitung mit Propofol und bei < 0,5 % der Patienten unter Blitzeinleitung mit Fentanyl und Thiopental auf.
Pädiatrische Population
Eine Metaanalyse von 11 klinischen Studien mit pädiatrischen Patienten (n = 704), die Rocuroniumbromid (bis 1 mg/kg) erhielten, zeigte eine Tachykardie als Nebenwirkung mit einer Häufigkeit von 1,4 %.
Meldung von vermuteten unerwünschten Wirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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