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Fachinformation zu REBLOZYL:Bristol-Myers Squibb SA
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Thromboembolische Ereignisse
Thromboembolische Ereignisse (TEE) wurden bei 6,0 % (47/784) der mit Luspatercept behandelten Patienten berichtet.
Bei β-Thalassämie-Patienten, die mit Luspatercept behandelt wurden, wurden TEE bei 6,0 % (27/449) gemeldet. Berichtete TEE umfassten tiefe Venenthrombose (TVT), Pfortaderthrombose, Lungenembolie, thrombotischer Schlaganfall und oberflächliche Venenthrombose (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Alle Patienten mit TEE waren splenektomiert und wiesen mindestens einen weiteren Risikofaktor für die Entwicklung von TEE auf (z.B. Vorgeschichte von Thrombozytose oder gleichzeitige Anwendung einer Hormonersatztherapie). Das Auftreten von TEE korrelierte nicht mit erhöhten Hb-Spiegeln. Der mögliche Nutzen der Behandlung mit Luspatercept sollte gegen das potenzielle Risiko von TEE bei β-Thalassämie-Patienten mit Splenektomie und mit anderen Risikofaktoren für die Entwicklung von TEE abgewogen werden. Eine Thromboseprophylaxe gemäss den aktuellen klinischen Leitlinien sollte bei Patienten mit β-Thalassämie mit höherem Risiko in Betracht gezogen werden.
Bei MDS-Patienten wurden TEE bei 6,0 % (20/335) der mit Luspatercept behandelten Patienten berichtet. Zu den gemeldeten TEE zählten zerebrale Ischämie bei 0,6% (2/335) der Patienten und Schlaganfall bei 0,9 % (3/335) der Patienten.
Herde extramedullärer Hämatopoese
Bei 7,8 % der (35/449) der Patienten mit β-Thalassämie wurden Herde extramedullärer Hämatopoese (EMH-Herde) festgestellt, wobei bei 1,6 % (7/449) Symptome einer Rückenmarkskompression gemeldet wurden.
Die bestätigte Diagnose einer Rückenmarkskompression aufgrund von EMH-Herden wurde bei 0,9 % (4/449) der mit Luspatercept behandelten Patienten gestellt.
EMH wurde bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängiger β-Thalassämie häufiger beobachtet (14,2 % (19/134)) als bei Patienten mit transfusionsabhängiger β-Thalassämie (5,1 % (16/315)).
Bei Patienten mit EMH-Herden kann es während der Behandlung zu einer Verschlimmerung dieser Herde und zu Komplikationen kommen. Die Anzeichen und Symptome können je nach anatomischer Lokalisation variieren. Die Patienten sollten zu Beginn und während der Behandlung auf Symptome und Anzeichen von EMH-Herden oder auf durch EMH-Herde bedingte Komplikationen überwacht und entsprechend den klinischen Leitlinien behandelt werden. Bei schwerwiegenden Komplikationen durch EMH-Herde muss die Behandlung mit Luspatercept abgebrochen werden.
Erhöhter Blutdruck
In den pivotalen klinischen Studien zu MDS und β-Thalassämie verzeichneten Patienten, die mit Luspatercept behandelt wurden, einen durchschnittlichen Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks von bis zu 5 mmHg gegenüber dem Ausgangswert (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Bluthochdruck jeglichen Schweregrades wurde bei 18,2 % (143/784) der mit Luspatercept behandelten Patienten berichtet. Eine Hypertonie von Grad 3/4 wurde bei 4,7 % (37/784) der mit Luspatercept behandelten Patienten berichtet.
Bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängiger β-Thalassämie, die mit Luspatercept behandelt wurden, wurde in den ersten 12 Monaten der Behandlung eine erhöhte Inzidenz von Hypertonie beobachtet (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ).
Die Behandlung darf nur begonnen werden, wenn der Blutdruck adäquat eingestellt ist. Der Blutdruck sollte vor jeder Luspatercept-Anwendung überwacht werden. Eine Anpassung oder Verzögerung der Luspatercept-Dosis kann erforderlich sein und die Patienten sollten gemäss den aktuellen klinischen Leitlinien für Hypertonie behandelt werden (siehe Tabelle 6 in Abschnitt "Dosierung und Art der Anwendung" ). Der potenzielle Nutzen einer Behandlung mit Reblozyl muss bei anhaltender Hypertonie oder bei Verschlimmerung einer bereits bestehenden Hypertonie neu bewertet werden.
Traumatische Frakturen
Bei 1,3 % (6/449) der mit Luspatercept behandelten β-Thalassämie-Patienten wurden traumatische Frakturen beobachtet.
Bei Patienten mit transfusionsabhängiger β-Thalassämie wurden bei 0,3 % (1/315) der mit Luspatercept behandelten Patienten traumatische Frakturen beobachtet.
Bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängige β-Thalassämie wurden bei 3,7 % (5/134) der mit Luspatercept behandelten Patienten traumatische Frakturen beobachtet.
Die Patienten müssen über das Risiko traumatischer Frakturen aufgeklärt werden.
Malignome
Malignome wurden bei 4,2 % (33/784) der mit Luspatercept behandelten Patienten berichtet, wobei bei 9,3 % (31/335) der MDS- und 0,4 % (2/449) der β-Thalassämie-Patienten eine maligne Erkrankung gemeldet wurde. Zu den Malignomen, die bei mehr als einem MDS-Patienten auftraten, gehörten ein Fortschreiten zu AML bei 1,8 % (6/335), Basalzellkarzinom bei 1,8 % (6/335), Plattenepithelkarzinom bei 0,9 % (3/335) und Prostatakrebs bei 0,6 % (2/335). Malignome wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten diagnostiziert, von kurz nach Beginn der Luspatercept-Behandlung bis hin zu einem Zeitpunkt nach Beendigung der Behandlung.
Kardiale Risiken
Bei 22,2 % (174/784) der mit Luspatercept behandelten Patienten wurden Herzerkrankungen gemeldet, wobei 26,9 % (90/335) der MDS- und 18,7 % (84/449) der β-Thalassämie-Patienten eine kardiale Nebenwirkung berichteten. Zu den in den pivotalen Studien zu MDS und β-Thalassämie, berichteten Herzerkrankungen gehörten Vorhofflimmern bei 2,7 % (21/784), Herzinsuffizienz bei 1,0 % (8/784) und Tachykardie bei 4,6 % (36/784). Bei mit Luspatercept behandelten Patienten mit MDS wurde Vorhofflimmern bei 4,8 % (16/335) der Patienten, Herzinsuffizienz bei 2,4 % (8/335) der Patienten und Tachykardie bei 4,5 % (15/335) der Patienten beobachtet. Bei mit Luspatercept behandelten Patienten mit β-Thalassämie wurde Vorhofflimmern bei 1,1 % (5/449) der Patienten und Tachykardie bei 4,7 % (21/449) der Patienten beobachtet.
Patienten mit anamnestisch bekannten Herzerkrankungen sollten auf eine Verschlechterung der kardialen Symptome überwacht und Dosisänderungen in Betracht gezogen werden (siehe Rubrik "Dosierung/Anwendung" ).
Sonstige Bestandteile
Natriumgehalt
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d.h. es ist nahezu "natriumfrei" .
Polysorbat-80-Gehalt
Dieses Arzneimittel enthält 0,1 mg Polysorbat 80 pro 25-mg-Durchstechflasche oder 0,3 mg Polysorbat 80 pro 75-mg-Durchstechflasche entsprechend 0,2 mg/ml. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

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