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Fachinformation zu OJEMDA® Filmtabletten/Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:Ipsen Pharma Schweiz GmbH
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Dosierung/Anwendung

Die Behandlung mit Tovorafenib muss von einem qualifizierten Arzt bzw. einer qualifizierten Ärztin, der/die Erfahrung mit der Anwendung von Krebsmedikamenten hat, eingeleitet und überwacht werden.
Vor der Einnahme von Tovorafenib muss durch einen validierten Test bestätigt werden, dass bei den Patienten eine BRAF-Fusion, ein BRAF-Rearrangement oder eine BRAF-V600-Mutation vorliegt.
Dosierung
Die empfohlene Dosis von Tovorafenib, bezogen auf die Körperoberfläche (body surface area, BSA), beträgt 380 mg/m2 oral einmal wöchentlich (die empfohlene Höchstdosis beträgt 600 mg oral einmal wöchentlich).
Tovorafenib kann als Tablette mit sofortiger Wirkstofffreisetzung (siehe Tabelle 1) oder als Suspension zum Einnehmen (siehe Tabelle 2) verabreicht werden.
Für Patienten mit einer Körperoberfläche unter 0,3 m2 wurde keine empfohlene Dosis ermittelt.
Tabelle 1: Empfohlene Dosis, bezogen auf die Körperoberfläche (Tabletten)

     Körperoberfläche  Empfohlene Dosis
0,30–0,89 m2      Die Suspension zum Einnehmen einmal wöchentlich verabreichen (siehe Tabelle 2)
0,90–1,12 m2      400 mg einmal wöchentlich
1,13–1,39 m2      500 mg einmal wöchentlich
≥1,40 m2          600 mg einmal wöchentlich

Tabelle 2: Empfohlene Dosis, bezogen auf die Körperoberfläche (Suspension zum Einnehmen)

             Körperoberfläche  Volumen pro Dosis*  Empfohlene Dosis
0,30–0,35 m2      5 ml                125 mg einmal wöchentlich
0,36–0,42 m2      6 ml                150 mg einmal wöchentlich
0,43–0,48 m2      7 ml                175 mg einmal wöchentlich
0,49–0,54 m2      8 ml                200 mg einmal wöchentlich
0,55–0,63 m2      9 ml                225 mg einmal wöchentlich
0,64–0,77 m2      11 ml               275 mg einmal wöchentlich
0,78–0,83 m2      12 ml               300 mg einmal wöchentlich
0,84–0,89 m2      14 ml               350 mg einmal wöchentlich
0,90–1,05 m2      15 ml               375 mg einmal wöchentlich
1,06–1,25 m2      18 ml               450 mg einmal wöchentlich
1,26–1,39 m2      21 ml               525 mg einmal wöchentlich
≥1,40 m2          24 ml               600 mg einmal wöchentlich

*Die Höchstdosis je Flasche beträgt 300 mg (12 ml).
Behandlungsdauer
Die wöchentliche Verabreichung ist bis zur Krankheitsprogression, zum Verlust des klinischen Nutzens oder zum Auftreten unzumutbarer Toxizität fortzusetzen (siehe Rubrik "Klinische Wirksamkeit" ).
Versäumte oder verspätete Einnahmen
Liegt der versäumte Einnahmezeitpunkt höchstens 3 Tage zurück, ist die versäumte Dosis so schnell wie möglich einzunehmen, und die nächste Dosis ist am nächsten planmässigen Tag einzunehmen.
Sind seit der versäumten Einnahme mehr als 3 Tage verstrichen, ist die versäumte Dosis zu überspringen, und die nächste Dosis ist am nächsten planmässigen Tag einzunehmen.
Der Zeitabstand zwischen den Dosen muss mindestens vier Tage betragen.
Erbrechen
Wenn Erbrechen unmittelbar nach Einnahme der Dosis auftritt, soll die Dosis noch einmal eingenommen werden.
Änderungen der Dosis
Für die Handhabung von unerwünschten Wirkungen kann eine Dosisreduktion, eine Unterbrechung der Behandlung oder ein Absetzen der Behandlung erforderlich sein.
Die empfohlenen Dosisreduktionen aufgrund unerwünschter Wirkungen sind für Tovorafenib Tabletten in Tabelle 3 und für die Tovorafenib Suspension zum Einnehmen in Tabelle 4 angegeben.
Tabelle 3: Empfohlene Dosisreduktionen aufgrund unerwünschter Wirkungen (Tabletten)

    Körperoberfläche      Erste Dosisreduktion                    Zweite Dosisreduktion
0,30–1,12 m2          Die Suspension zum Einnehmen einmal
                      wöchentlich verabreichen (siehe
                      Tabelle 4)
1,13–1,39 m2          400 mg einmal wöchentlich               Die Suspension zum Einnehmen einmal
                                                              wöchentlich verabreichen (siehe
                                                              Tabelle 4)
≥1,40 m2              500 mg einmal wöchentlich               400 mg einmal wöchentlich

Tabelle 4: Empfohlene Dosisreduktionen aufgrund unerwünschter Wirkungen (Suspension zum Einnehmen)

              Körperoberfläche  Erste Dosisreduktion  Zweite Dosisreduktion
                  Volumen               Dosis                  Volumen  Dosis
0,30–0,35 m2      4 ml                  100 mg                 3 ml     75 mg
0,36–0,42 m2      5 ml                  125 mg                 4 ml     100 mg
0,43–0,48 m2      6 ml                  150 mg                 5 ml     125 mg
0,49–0,54 m2      7 ml                  175 mg                 6 ml     150 mg
0,55–0,63 m2      8 ml                  200 mg                 6 ml     150 mg
0,64–0,77 m2      9 ml                  225 mg                 8 ml     200 mg
0,78–0,83 m2      10 ml                 250 mg                 8 ml     200 mg
0,84–0,89 m2      12 ml                 300 mg                 10 ml    250 mg
0,90–1,05 m2      13 ml                 325 mg                 11 ml    275 mg
1,06–1,25 m2      15 ml                 375 mg                 13 ml    325 mg
1,26–1,39 m2      18 ml                 450 mg                 15 ml    375 mg
≥1,40 m2          20 ml                 500 mg                 16 ml    400 mg

Die empfohlenen Dosisänderungen aufgrund unerwünschter Wirkungen für Tovorafenib sind in Tabelle 5 angegeben.
Tabelle 5: Empfohlene Dosisänderungen aufgrund unerwünschter Wirkungen

              Schweregrad der       Dosisänderungb
unerwünschten         
Arzneimittelwirkunga  
Blutung und intratum
orale Blutung
-Unverträglich Grad   Behandlung aussetzen. -Falls eine Besserung bis zu Grad 0-1 eintritt, mit
2 -Grad 3             reduzierter Dosis fortsetzen. -Falls keine Besserung eintritt, dauerhaftes
                      Absetzen der Behandlung erwägen.
-Erstes Auftreten     Behandlung aussetzen. -Falls eine Besserung bis zu Grad 0-1 eintritt, mit
eines Grades 4        reduzierter Dosis fortsetzen. -Falls keine Besserung eintritt, dauerhaftes
                      Absetzen der Behandlung erwägen.
-Rezidivierend Grad   Behandlung dauerhaft absetzen.
4                     
Hauttoxizität,
einschliesslich
Photosensitivität
-Unverträglich Grad   Behandlung aussetzen. -Falls eine Besserung bis Grad 0-1 eintritt, mit
2 -Grad 3 oder 4      reduzierter Dosis fortsetzen. -Falls keine Besserung eintritt, dauerhaftes
                      Absetzen der Behandlung erwägen.
Leberbezogene
Ereignisse
-Grad 3 AST oder      Behandlung aussetzen. Falls eine Besserung bis zu Grad ≤2 oder bis zum
ALT -Grad 3 Bilirubi  Zustand wie bei Studienbeginn, wie folgt fortsetzen: -Falls die
n                     Laborwertanomalien innerhalb von 8 Tagen abklingen, die Behandlung mit der
                      gleichen Dosis fortsetzen. -Falls die Laborwertanomalien nicht innerhalb von
                      8 Tagen abklingen, die Behandlung mit reduzierter Dosis fortsetzen.
-Erstes Auftreten     Behandlung aussetzen. -Falls eine Besserung bis Grad 0-1 eintritt, mit
jeglicher Grad 4      reduzierter Dosis fortsetzen. -Falls keine Verbesserung eintritt, dauerhaftes
Ereignisse            Absetzen der Behandlung erwägen.
-Rezidivierend Grad   Behandlung dauerhaft absetzen.
4                     
Andere unerwünschte
Wirkungen
-Unverträglich Grad   Behandlung aussetzen. -Falls eine Besserung bis Grad 0-1 eintritt, mit
2 -Grad 3             reduzierter Dosis fortsetzen. -Falls keine Besserung eintritt, dauerhaftes
                      Absetzen der Behandlung erwägen.
-Grad 4               Behandlung aussetzen. -Falls eine Besserung bis Grad 0-1 eintritt, mit
                      reduzierter Dosis fortsetzen. -Falls keine Besserung eintritt, dauerhaftes
                      Absetzen der Behandlung erwägen.

a National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events (NCI CTCAE) Version 5.0.
b Die empfohlenen Dosisreduktionen sind in Tabelle 3 und Tabelle 4 zu finden.
Besondere Patientengruppen
Leberfunktionsstörung
Für Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Bilirubin ≤ obere Normgrenze [upper limit of normal, ULN] und Aspartataminotransferase [AST] > ULN oder Bilirubin > 1x bis 1,5x ULN und beliebiger AST-Wert) wird keine Dosisanpassung empfohlen. Tovorafenib wurde bei Patienten mit mittelschwerer (Bilirubin > 1,5x bis 3x ULN und beliebiger AST-Wert) oder schwerer (Bilirubin > 3x ULN und beliebiger AST-Wert) Leberfunktionsstörung nicht untersucht (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ). Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Leberfunktionsstörung sollten während der Behandlung mit Tovorafenib sorgfältig überwacht werden.
Nierenfunktionsstörung
Für Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR ≥30 ml/min/1,73 m2, berechnet mit der Schwartz-Formel oder der MDRD-Formel) wird keine Dosisanpassung empfohlen. Tovorafenib wurde bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (eGFR < 30 ml/min/1,73 m2) nicht untersucht (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ).
Pädiatrische Population
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Tovorafenib bei Kindern unter 6 Monaten oder mit einer Körperoberfläche < 0.3 m2 wurde nicht in klinischen Studien untersucht. Für Kinder in einem Alter zwischen 6 Monaten und 2 Jahren liegen nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit vor (siehe Rubrik "Unerwünschte Wirkungen" und "Klinische Wirksamkeit" ).
Anwendung
OJEMDA ist zur oralen Anwendung bestimmt. Die Filmtabletten und das Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sind austauschbar.
Patienten, die nicht schlucken können oder deren BSA weniger als 0,9 m2 beträgt, sollte die Suspension zum Einnehmen zur Verfügung gestellt werden. Wenn der Patient nicht schlucken kann und eine nasogastrische Sonde in situ hat, kann die OJEMDA Suspension zum Einnehmen über die Sonde verabreicht werden.
OJEMDA kann unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Rubrik "Pharmakokinetik" ) und ist regelmässig einmal wöchentlich zur selben Zeit einzunehmen.
OJEMDA ist pädiatrischen Patienten unter der Aufsicht eines Erwachsenen zu verabreichen.
Tabletten:
Die Tabletten müssen im Ganzen mit Wasser geschluckt und dürfen nicht zerkaut, geteilt oder zerkleinert werden.
Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen:
OJEMDA muss vor der Verabreichung zu der Suspension zum Einnehmen rekonstituiert werden. Vor der erstmaligen Anwendung der Suspension zum Einnehmen sind die Betreuungspersonen (und gegebenenfalls die Patienten) über die ordnungsgemässe Zubereitung, Dosierung und Anwendung von OJEMDA zu instruieren.
Zum Rekonstituieren der Suspension zum Einnehmen wird jeder gelieferten Flasche mit Pulver exakt 14 ml Wasser mit Raumtemperatur zugegeben. Nach der Rekonstitution enthält jede Flasche der Suspension zum Einnehmen 300 mg Tovorafenib in 12 ml (25 mg/ml).
Für Dosen von mehr als 300 mg sind zwei Flaschen zu rekonstituieren, um die empfohlene Dosis zu erhalten. Die Dosis ist so gleichmässig wie möglich zwischen den beiden Flaschen aufzuteilen (z.B. 6 ml und 7 ml für eine Dosis von 325 mg). Die erste Flasche ist zuzubereiten und die Dosis ist zu verabreichen, bevor die zweite Flasche zubereitet wird.
Die Suspension zum Einnehmen ist unmittelbar nach der Zubereitung gemäss Gebrauchsanweisung mit der mitgelieferten Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen (in der Packung enthalten) in den Mund oder über eine Magensonde (nicht enthalten, mindestens 12 Charrière, Polyurethan; Kompatibilität gezeigt) zu verabreichen.
Wenn die orale Suspension nicht innerhalb von 15 Minuten nach der Zubereitung verabreicht wird, weisen Sie den Patienten an, sie wegzuwerfen. Bei Verzögerung der Verabreichung von mehr als 15 Minuten, könnte es zu Gel-Bildung kommen.
Die Anweisungen für die Rekonstitution des OJEMDA Pulvers zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sind am Ende dieser Fachinformation und in der Patienteninformation zu finden.

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