Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von LIPERCOSYL Vorsicht geboten?Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie Lipercosyl einnehmen, wenn einer der folgenden Fälle auf Sie zutrifft:
·wenn Sie Leberprobleme haben
·wenn Sie regelmässig grosse Mengen Alkohol trinken
·wenn Sie ein Medikament namens Fusidinsäure (zur Behandlung bakterieller Infekte) einnehmen oder als Injektion erhalten oder es in den letzten 7 Tagen eingenommen bzw. injiziert erhalten haben. Die Kombination von Fusidinsäure mit Lipercosyl kann zu schweren Muskelproblemen (Rhabdomyolyse) führen.
·wenn Sie wiederholte oder unerklärliche Muskelbeschwerden oder -schmerzen hatten oder bei Ihnen oder in Ihrer Familie Muskelprobleme aufgetreten sind
·wenn Sie oder ein naher Verwandter eine Muskelerkrankung haben, die in der Familie vererbt wird
·wenn Sie während einer Behandlung mit anderen Arzneimitteln zur Senkung der Blutfette (z.B. ein anderes Statin oder Fibrat) Muskelprobleme hatten
·wenn Sie an einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) leiden
·wenn Sie in Ihrem Blut einen erhöhten Atorvastatin-Spiegel haben, der durch Ihre Situation oder Ihren Zustand bedingt ist
·wenn Sie während der Behandlung Symptome eines schweren Atemversagens bekommen
·wenn Sie Diabetes haben (hoher Blutzucker)
·wenn Sie an Herzinsuffizienz leiden oder sonstige Herzprobleme haben
·wenn Sie kürzlich Durchfall oder Erbrechen hatten oder dehydriert sind (einen Flüssigkeitsmangel aufweisen)
·wenn Sie eine Verengung bei der Aortenklappe (Aortenstenose) oder eine hypertrophe Kardiomyopathie (Krankheit des Herzmuskels) oder eine Stenose der Nierenarterie (Verengung der Arterie, welche die Niere mit Blut versorgt)
·wenn Sie Nierenprobleme haben, vor kurzem eine Nierentransplantation bekamen oder wenn Sie eine Dialyse erhalten. Falls Sie unter Dialyse-Behandlung sind, informieren Sie den Arzt bzw. die Ärztin und seine/ihre Mitarbeiter über Ihre Behandlung mit einem ACE-Hemmer, da manche Membranfilter in diesem Fall nicht verwendet werden dürfen.
·wenn Sie ungewöhnlich hohe Blutspiegel des Hormons Aldosteron haben (primärer Hyperaldosteronismus)
·wenn Sie schon im höheren Alter sind
·wenn Sie sich einer Apherese der Lipoproteine geringer Dichte (LDL) unterziehen müssen (maschinelle Entfernung von Cholesterin aus dem Blut)
·wenn Sie eine Desensibilisierungsbehandlung erhalten werden, um die allergischen Reaktionen nach Bienen- oder Wespenstichen abzuschwächen
·wenn Sie eine Narkose bekommen müssen und/oder eine grössere Operation vor sich haben
·wenn Sie an einer kollagenen Gefässkrankheit (Erkrankung des Bindegewebes) leiden, z.B. dem systemischen Lupus erythematodes oder der Sklerodermie
·wenn Sie eine salzarme Diät einhalten oder Salzersatzprodukte nehmen, die Kalium enthalten, oder wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die den Kaliumgehalt im Blut erhöhen (siehe Abschnitt «Andere Arzneimittel und Lipercosyl»)
·wenn Sie eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckerarten haben
·wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck nehmen:
·einen «Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten» (ARA-II) (diese werden auch als Sartane bezeichnet, z.B. Valsartan, Telmisartan, Irbesartan), insbesondere wenn Sie Nierenprobleme aufgrund eines Diabetes haben
·Aliskiren
Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihre Nierenfunktion, Ihren Blutdruck und die Elektrolytwerte (z.B. Kalium) in Ihrem Blut regelmässig überprüfen. Siehe auch die Information im Abschnitt «Wann darf Lipercosyl nicht angewendet werden?».
·wenn Sie eine starke allergische Reaktion haben mit Symptomen wie Schwellung des Gesichts, der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des Rachens sowie Schwierigkeiten beim Atmen (Angioödem). Dies kann zu jeder Zeit während der Behandlung eintreten. Wenn Sie solche Symptome bemerken, brechen Sie sofort die Einnahme dieses Arzneimittels ab und kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Das Angioödem kann bei Patienten afrikanischer ethnischer Herkunft häufiger auftreten. Wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen, ist das Risiko für Angioödem erhöht:
·Racecadotril (zur Behandlung von Durchfall),
·Arzneimittel, welche die Wirkstoffe Sacubitril/Valsartan (zur Behandlung der Herzinsuffizienz) in Kombination enthalten,
·Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus und andere Medikamente, die zur Klasse der mTOR-Inhibitoren gehören (zur Verhinderung der Abstossung transplantierter Organe),
·Linagliptin, Saxagliptin, Sitagliptin, Vildagliptin und alle anderen Medikamente aus der Gliptin-Klasse (zur Behandlung von Diabetes).
Ihr Arzt muss möglicherweise vor und eventuell während der Behandlung Blutuntersuchungen durchführen, um den Zustand Ihrer Muskeln zu kontrollieren.
Dieses Arzneimittel kann einen Einfluss auf die Skelettmuskulatur haben. Konsultieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn Muskelschmerzen, eine Empfindlichkeit der Muskeln oder Muskelschwäche auftreten, insbesondere wenn diese von Fieber und Unwohlsein begleitet sind. Zur Diagnose und Behandlung dieser Muskelschwäche sind möglicherweise weitere Untersuchungen und Arzneimittel notwendig.
Solange Sie dieses Arzneimittel einnehmen, wird Ihr Arzt sorgfältig überwachen, ob Sie Diabetes haben oder gefährdet sind, an Diabetes zu erkranken. Es besteht für Sie wahrscheinlich ein Risiko an Diabetes zu erkranken, wenn Sie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte haben, übergewichtig sind oder einen erhöhten Blutdruck haben.
Lipercosyl enthält Saccharose. Wenn Ihnen Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin mitgeteilt hat, dass Sie eine Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckerarten haben, sprechen Sie mit ihm bzw. ihr, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
Kinder und Jugendliche
Lipercosyl darf bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.
Andere Arzneimittel und Lipercosyl
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere (auch selbst gekaufte) Arzneimittel einnehmen oder kürzlich eingenommen haben.
Gewisse Arzneimittel können die Wirkung von Lipercosyl beeinflussen oder ihre Wirkung kann durch Lipercosyl beeinflusst werden. Diese Form der Wechselwirkung kann die Wirkung eines der beiden oder beider Arzneimittel vermindern. Es kann dadurch auch das Risiko für Nebenwirkungen oder deren Schweregrad erhöht werden, einschliesslich Rhabdomyolyse, einem Muskelschwund der beschrieben ist im Abschnitt «Welche Nebenwirkungen kann Lipercosyl haben?». Informieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:
·Immunsuppressiva (Arzneimittel wie Ciclosporin oder Tacrolimus, welche die Abwehrmechanismen des Körpers vermindern) zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten oder nach einer Organtransplantation,
·Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol, Posaconazol (Arzneimittel gegen Krankheiten, die durch mikroskopische Pilze verursacht werden)
·Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin, Fusidinsäure*, Trimethoprim (Antibiotika)
·Medikamente zur Verhinderung der Abstossung transplantierter Organe (Sirolimus, Everolimus, Temsirolimus und andere Medikamente, die zu der Klasse der mTOR-Inhibitoren gehören)
·andere Arzneimittel zur Regulierung der Blutfettspiegel, z.B. Gemfibrozil, andere Fibrate, Colestipol, Ezetimib, Simvastatin
·einige Kalziumkanalblocker (Kalziumantagonisten) zur Behandlung der Angina pectoris oder des hohen Blutdrucks, z.B. Diltiazem oder Verapamil, Amlodipin
·Letermovir, ein Medikament, das Sie vor Cytomegalovirus-Infektionen schützt
·Arzneimittel zur Regulierung des Herzrhythmus, z.B. Digoxin, Amiodaron, Procainamid
·Arzneimittel zur Behandlung der HIV-Infektion oder bei einer Erkrankung der Leber wie Hepatitis C, z.B. Delavirdin, Efavirenz, Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir, Darunavir, Tipranavir/Ritonavir, Elbasvir/Grazoprevir
·Warfarin (Arzneimittel zur Blutverdünnung)
·orale Kontrazeptiva (Verhütungspillen)
·Stiripentol (gegen epileptische Krampfanfälle)
·Cimetidin (zur Behandlung von Sodbrennen und Magengeschwüren)
·Phenazon (Schmerzmittel)
·Antazida (Arzneimittel gegen Verdauungsbeschwerden, die Aluminium oder Magnesium enthalten)
·rezeptfreie Arzneimittel: Hypericum perforatum (Johanniskraut, pflanzliches Arzneimittel bei Depressionen)
·andere Arzneimittel zur Blutdrucksenkung einschliesslich Aliskiren, Diuretika (Medikamente, welche die von den Nieren ausgeschiedene Harnmenge vermehren), andere ACE-Hemmer.
·Kalium-sparende Arzneimittel (z.B. Triamteren, Amilorid), Kalium-Ergänzungsmittel oder kaliumhaltiger Salzersatz, andere Arzneimittel die den Kaliumgehalt im Körper erhöhen können (zum Beispiel Heparin zur Blutverflüssigung und zur Verhinderung von Blutgerinnseln oder Co-Trimoxazol, auch als Kombination Trimethoprim/Sulfamethoxazol bekannt; es wird gegen bestimmte Infektionen verwendet; und Ciclosporin, ein Immunsuppressivum zur Verhinderung der Abstossung eines transplantierten Organs))
·Kalium-sparende Diuretika zur Behandlung der Herzinsuffizienz: Eplerenon und Spironolacton in Dosierungen zwischen 12,5 mg und 50 mg täglich:
·Estramustin (angewendet zur Krebsbehandlung)
·Lithium (zur Behandlung der manisch-depressiven Erkrankung)
·Arzneimittel zur Behandlung des Diabetes (wie Insulin, Metformin oder Gliptine)
·Baclofen (zur Behandlung von Muskelverspannungen bei Erkrankungen wie multipler Sklerose)
·nicht steroidale Entzündungshemmer (z.B. Ibuprofen) einschliesslich COX-2-Hemmer (Arzneimittel, welche die Entzündung vermindern und den Schmerz lindern) oder hoch dosiertes Aspirin (≥3 g pro Tag)
·Vasodilatatoren (Blutgefäss-erweiternde Arzneimittel) einschliesslich Nitro-Derivate (Nitrate)
·Arzneimittel zur Behandlung psychiatrischer Störungen wie Depression, Angst, Schizophrenie (z.B. trizyklische Antidepressiva, antipsychotische Medikamente)
·Arzneimittel zur Behandlung von niedrigem Blutdruck oder Schockzustand (z.B. Ephedrin, Noradrenalin oder Adrenalin)
·Goldsalze, insbesondere bei intravenöser Verabreichung (symptomatische Behandlung der rheumatoiden Arthritis)
·Colchicin, Allopurinol (zur Behandlung der Gicht; bei dieser Krankheit sind Gelenke geschwollen und schmerzhaft wegen des Vorhandenseins von Harnsäurekristallen)
·Medikamente zur Behandlung von Durchfall (Racecadotril)
·Sacubitril/Valsartan (zur Behandlung der Herzinsuffizienz)
*Wenn Sie das Medikament Fusidinsäure zur Behandlung einer bakteriellen Infektion einnehmen, müssen Sie die Einnahme von Lipercosyl vorübergehend unterbrechen. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, ab wann Sie Lipercosyl ohne Risiko wieder einnehmen können. Die Kombination von Lipercosyl und Fusidinsäure kann in seltenen Fällen eine muskuläre Schwäche oder Empfindlichkeit oder Muskelschmerzen (Rhabdomyolyse) hervorrufen (siehe Abschnitt «Wann ist bei der Anwendung von Lipercosyl Vorsicht geboten?»).
Wenn Sie mit Lipercosyl behandelt werden, dürfen Sie nicht mehr als ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft pro Tag trinken. Grapefruit und Grapefruitsaft können nämlich zu einem Anstieg der Konzentration des Wirkstoffs Atorvastatin im Blut führen.
Vermeiden Sie übermässigen Alkoholkonsum, während Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Maschinen zu bedienen
Lipercosyl kann Ihre Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Falls die Behandlung zu Unwohlsein, Schwindelgefühl, Müdigkeit oder Kopfschmerzen führt, dürfen Sie keine Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen und sollten unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin kontaktieren. Wenn dies auftritt, müssen Sie das Führen eines Fahrzeugs oder andere Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit erfordern, vermeiden.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
·an anderen Krankheiten leiden,
·Allergien haben oder
·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen !
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