| 8 Ănderungen an Fachinfo Ryeqo |
-Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mannitol (E 421), CarboxymethylstÀrke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E 463), Magnesiumstearat (E 572).
-TablettenĂŒberzug: Hypromellose (EÂ 464), Titandioxid (EÂ 171), Lactose-Monohydrat, Triacetin (EÂ 1518), gelbes Eisenoxid (EÂ 172).
- +Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mannitol (E 421), CarboxymethylstÀrke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E 463), Magnesiumstearat (E 572).
- +TablettenĂŒberzug: Hypromellose (E 464), Titandioxid (E 171), Lactose-Monohydrat, Triacetin (E 1518), gelbes Eisenoxid (E 172).
-Jede Filmtablette enthÀlt 40 mg Relugolix, 1 mg Estradiol (als Estradiol-Hemihydrat) und 0,5 mg Norethisteronacetat.
-Hellgelbe bis gelbe, runde Filmtablette mit einem Durchmesser von 8Â mm, beschriftet mit â415â auf einer Seite und unbeschriftet auf der anderen Seite.
- +Jede Filmtablette enthÀlt 40 mg Relugolix, 1 mg Estradiol (als Estradiol-Hemihydrat) und 0,5 mg Norethisteronacetat.
- +Hellgelbe bis gelbe, runde Filmtablette mit einem Durchmesser von 8 mm, beschriftet mit â415â auf einer Seite und unbeschriftet auf der anderen Seite.
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-Die erste Tablette sollte innerhalb von 5 Tagen nach Einsetzen der Menstruationsblutung eingenommen werden. Wird die Behandlung an einem anderen Tag des Menstruationszyklus begonnen, können zunÀchst unregelmÀssige und/oder starke Blutungen auftreten.
- +Die erste Tablette sollte innerhalb von 5 Tagen nach Einsetzen der Menstruationsblutung eingenommen werden. Wird die Behandlung an einem anderen Tag des Menstruationszyklus begonnen, können zunÀchst unregelmÀssige und/oder starke Blutungen auftreten.
-Bei leichter oder mittelschwerer EinschrĂ€nkung der Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe âPharmakokinetikâ). Bei Patientinnen mit schwerer Lebererkrankung ist Ryeqo kontraindiziert (siehe âKontraindikationenâ).
- +Bei leichter oder mittelschwerer EinschrĂ€nkung der Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe âPharmakokinetikâ). Bei Patientinnen mit schwerer Lebererkrankung ist Ryeqo kontraindiziert (siehe âKontraindikationenâ).
- +âbekannte Osteoporose.
- +âbekannte oder vermutete sexualhormonabhĂ€ngige Malignome (z.B. der Brust oder der Geschlechtsorgane).
- +âgenitale Blutungen unbekannter Ursache.
- +âbestehende oder frĂŒhere venöse thromboembolische Erkrankungen (z.B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie).
- +âbestehende oder frĂŒhere arterielle thromboembolische Erkrankungen (z.B. ischĂ€mische Herzkrankheit, Myokardinfarkt, zerebrovaskulĂ€rer Insult).
- +âbekannte thrombophile Erkrankungen (z.B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombinmangel oder aktivierte Protein-C(APC)-Resistenz, einschliesslich Faktor-V-Leiden) (siehe âWarnhinweise und Vorsichtsmassnahmenâ).
- +âKopfschmerzen mit fokalen neurologischen Symptomen oder MigrĂ€ne mit Aura (siehe âWarnhinweise und Vorsichtsmassnahmenâ).
- +âbestehende oder vorausgegangene (benigne oder maligne) Lebertumoren (siehe âWarnhinweise und Vorsichtsmassnahmenâ).
- +âakute oder vorausgegangene Lebererkrankung, sofern sich die Leberfunktionstests nicht normalisiert haben.
- +âSchwangerschaft, vermutete Schwangerschaft und Stillzeit (siehe âSchwangerschaft, Stillzeit).
- +âgleichzeitige Anwendung hormonaler Kontrazeptiva.
- +âĂberempfindlichkeit gegenĂŒber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe.
- +Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
- +Ryeqo darf nur nach sorgfĂ€ltiger diagnostischer AbklĂ€rung verordnet werden. Vor Beginn der Behandlung bzw. vor Wiederaufnahme einer Behandlung mit Ryeqo muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Vor Beginn der Behandlung mit Ryeqo mĂŒssen sĂ€mtliche hormonalen Kontrazeptiva abgesetzt werden (siehe âKontraindikationenâ). WĂ€hrend der Therapie sowie fĂŒr mindestens 1 Monat nach dem Absetzen von Ryeqo sollten nichthormonelle Kontrazeptionsmethoden angewendet werden (siehe auch "Schwangerschaft / Stillzeit"). Die Patientin sollte bezĂŒglich einer geeigneten Kontrazeptionsmethode beraten werden.
- +Ărztliche Untersuchung/Beratung
- +Vor der Einleitung oder Wiederaufnahme der Behandlung mit Ryeqo muss eine vollstĂ€ndige Anamnese (einschliesslich Familienanamnese) erhoben werden. Der Blutdruck muss gemessen und eine körperliche Untersuchung durchgefĂŒhrt werden, die sich an den Gegenanzeigen (siehe âKontraindikationenâ) und Warnhinweisen (siehe âWarnhinweise und Vorsichtsmassnahmenâ) orientiert. WĂ€hrend der Behandlung mĂŒssen regelmĂ€ssige Kontrolluntersuchungen gemĂ€ss der klinischen Standardpraxis erfolgen.
- +Einfluss auf die Knochenmineraldichte (BMD)
- +Eine Monotherapie mit dem Gonadotropin-Releasing-Hormon-(GnRH-)Antagonist Relugolix fĂŒhrt infolge der Ăstrogensuppression zu einer Reduktion der Knochendichte. Durch das in Ryeqo ebenfalls enthaltene Estradiol wird das Risiko eines BMD-Verlustes reduziert. Nach einer anfĂ€nglichen, in den meisten FĂ€llen klinisch nicht relevanten Abnahme der BMD wurde nach âca. 24wöchiger Behandlung ein Plateau erreicht. Danach blieb die BMD unter einer fĂŒr bis zu 2 Jahre fortgesetzten Behandlung weitgehend stabil, gemessen bis zu 2 Jahre. Die durchschnittliche Abnahme der BMD wĂ€hrend des ersten Behandlungsjahres mit Ryeqo betrug 0,69 %.
- +Allerdings wurde bei 21 % der Patientinnen eine Abnahme der BMD um > 3 % beobachtet. Daher wird nach den ersten 52 Behandlungswochen ein DXA-Scan empfohlen, um das Vorliegen eines klinisch relevanten BMD-Verlustes auszuschliessen. Bei einer lÀngerdauernden Anwendung von Ryeqo sollte diese Untersuchung in zweijÀhrlichen Intervallen wiederholt werden. In AbhÀngigkeit vom Ausmass der BMD-VerÀnderungen muss ggf. eine erneute individuelle Nutzen-Risiko-AbwÀgung erfolgen.
- +Daten zum Einfluss von Ryeqo auf die BMD liegen nur fĂŒr eine Anwendungsdauer von bis zu 2 Jahren vor. Es ist nicht bekannt, ob es im Falle einer langfristigen Therapie (z.B. ĂŒber 10 oder mehr Jahre) zu einem stĂ€rkeren BMD-Verlust kommen könnte.
- +Auch Daten ĂŒber den Verlauf der BMD nach Absetzen von Ryeqo liegen nur ĂŒber eine Beobachtungsdauer von maximal 12 Monaten vor (siehe âEigenschaften / Wirkungenâ). Es ist nicht bekannt, ob es nach Absetzen der Therapie, nach einer Anwendungsdauer von mehr als zwei Jahren, zu einer Erholung der BMD kommt. Insbesondere ist nicht bekannt, ob eine Reduktion der BMD in der geringen Grössenordnung, wie sie unter Ryeqo beobachtet wurde, Auswirkungen auf das spĂ€tere Frakturrisiko (insbesondere in der Postmenopause) haben könnte.
- +Patientinnen mit Risikofaktoren fĂŒr eine Osteoporose oder andere metabolische Knochenerkrankungen waren aus den klinischen Studien ausgeschlossen, und Komedikationen, welche die BMD beeinflussen können (wie Corticosteroide oder Antikonvulsiva), waren wĂ€hrend der Studien nicht zulĂ€ssig. Bei Patientinnen mit solchen Risikofaktoren (wie Rauchen, ĂŒbermĂ€ssiger Alkoholkonsum, positive Familienanamnese fĂŒr eine Osteoporose, frĂŒhere Low-Trauma-Frakturen, metabolische Knochenerkrankungen oder Einnahme von Arzneimitteln, fĂŒr welche ein Risiko fĂŒr eine Abnahme der BMD bekannt ist) sollte daher eine besonders sorgfĂ€ltige Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung erfolgen. Vor Beginn der Behandlung mit Ryeqo muss in solchen FĂ€llen ein DXA-Scan durchgefĂŒhrt werden. Eine Therapie mit Ryeqo sollte nicht begonnen werden, wenn das mit dem BMD-Verlust verbundene Risiko den möglichen Nutzen der Behandlung ĂŒbersteigt.
- +Aufgrund der geringen Zahl untergewichtiger Patientinnen in den klinischen Studien ist darĂŒber hinaus keine Aussage darĂŒber möglich, ob Untergewicht (insbesondere in ausgeprĂ€gten FĂ€llen) zu einem verstĂ€rkten BMD-Verlust unter Anwendung von Ryeqo fĂŒhren könnte. Das Vorliegen einer Anorexia nervosa stellte in den pivotalen Studien aufgrund des erhöhten Osteoporose-Risikos dieser Patientinnen ein Ausschlusskriterium dar.
- +Ein BMD-Verlust ist bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen von besonderer Bedeutung, da dies die entscheidende Phase fĂŒr das Knochenwachstum darstellt. Ăber die Anwendung von Ryeqo vor Erreichen der endgĂŒltigen Skelettreife und das damit verbundene potentielle Risiko fĂŒr zukĂŒnftige osteoporotische Frakturen liegen nur begrenzte Daten vor.
- +Die Anwendung von Ryeqo bei jungen Erwachsenen vor Erreichen der endgĂŒltigen Skelettreife (d.h. bis zum vollendeten 25. Lebensjahr) erfordert daher eine strenge Nutzen-Risiko-AbwĂ€gung. Dabei sollten alle Risikofaktoren (siehe oben) vor der Anwendung von Ryeqo beachtet werden.
- +Da Ryeqo ausschliesslich bei Patientinnen ab 18 Jahren untersucht wurde, liegen keine Daten vor, welche eine AbschĂ€tzung des Risikos fĂŒr einen klinisch relevanten BMD-Verlust bei Jugendlichen ermöglichen wĂŒrden. Ryeqo darf daher aufgrund der unbekannten Langzeitrisiken fĂŒr den Knochen bei Jugendlichen <18 Jahren nicht angewendet werden.
- +Ein möglicher Einfluss von Vitamin D auf den Verlauf der BMD wurde nicht untersucht. Trotzdem wird empfohlen, wÀhrend der Behandlung mit Ryeqo auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin D-Zufuhr zu sorgen.
- +Im Falle einer Komedikation mit Induktoren der CYP-Enzyme ist zu beachten, dass es zu einer Reduktion der Wirksamkeit von Estradiol kommen kann, wodurch der Schutz vor einem klinisch relevanten BMD-Verlust beeintrÀchtigt werden kann.
- +Depressive Störungen und SuizidalitÀt
- +Depressionen bzw. depressive Verstimmungen sind als mögliche unerwĂŒnschte Wirkungen bei der Anwendung von Sexualhormonen bekannt. Auch unter Ryeqo wurden FĂ€lle von Stimmungschwankungen und depressiven Störungen beobachtet. Solche Störungen können bereits kurz nach Beginn der Behandlung auftreten. Eine Depression kann schwerwiegend verlaufen und stellt einen Risikofaktor fĂŒr Suizide bzw. suizidales Verhalten dar. Die Patientinnen mĂŒssen daher ĂŒber mögliche Symptome depressiver Störungen informiert werden. Ihnen soll dringend geraten werden, sich umgehend an einen Arzt / eine Ărztin zu wenden, falls sie unter der Anwendung von Ryeqo Stimmungsschwankungen oder andere Symptome einer Depression bemerken.
- +Patientinnen mit anamnestisch bekannter Depression mĂŒssen sorgfĂ€ltig ĂŒberwacht werden. Falls es erneut zu einer schweren Depression kommt, sollte Ryeqo abgesetzt werden.
- +Prolaps oder Ausstossung von Myomen
- +Im Falle submuköser Myome kann es zu einem Prolaps durch die Zervix oder zu einer Ausstossung kommen, was vorĂŒbergehend stĂ€rkere uterine Blutungen zur Folge haben kann. Auch unter Anwendung von Ryeqo wurden solche FĂ€lle berichtet. Patientinnen, bei denen das Vorliegen eines submukösen Myoms bekannt ist oder vermutet wird, sollten auf diese mögliche Komplikation hingewiesen und aufgefordert werden, sich an ihren Arzt / ihre Ărztin zu wenden, falls nach initialer Abnahme der Blutungen unter Ryeqo erneut starke Blutungen auftreten.
- +VerÀnderungen des Blutungsmusters
- +Die Patientinnen mĂŒssen darĂŒber informiert werden, dass die Behandlung mit Ryeqo normalerweise zu schwĂ€cheren Menstruationsblutungen bis hin zu einer Amenorrhoe fĂŒhrt. In den klinischen Studien mit Ryeqo zur Behandlung von Myomen lag die Amenorrhoe-Rate nach 24wöchiger Behandlung bei rund 50%, nach 12 monatiger Therapie bei rund 70%, nach 24 monatiger Therapie bei rund 58%. In den klinischen Studien bei Endometriose wiesen nach 6monatiger Therapie mit Ryeqo 65,2 % der Patientinnen eine Amenorrhoe auf, nach 12 Monaten 76,6 % und nach 2 Jahren 82,3 %.
- +UnregelmÀssige Blutungen wurden, v.a. zu Behandlungsbeginn, beobachtet. Insbesondere sind unregelmÀssige oder stÀrkere Blutungen möglich, wenn die Therapie spÀter als in den ersten 7 Tagen des Menstruationszyklus begonnen wird.
- +Die Patientin sollte aufgefordert werden, im Falle persistierender ĂŒbermĂ€ssig starker Blutungen einen Arzt / eine Ărztin zu konsultieren.
- +Erschwertes Erkennen einer Schwangerschaft
- +Unter Behandlung mit Ryeqo sind IntensitĂ€t und/oder Dauer der Menstruationsblutung ĂŒblicherweise reduziert, und bei einem hohen Anteil der Patientinnen liegt eine Amenorrhoe vor. Dies kann die frĂŒhzeitige Erkennung einer Schwangerschaft erschweren. Bei Verdacht auf eine Schwangerschaft muss ein Schwangerschaftstest durchgefĂŒhrt werden. Im Falle einer bestĂ€tigten Schwangerschaft muss die Behandlung abgebrochen werden.
- +Venöse und arterielle thromboembolische Ereignisse
- +Bei Patientinnen mit bestehenden oder vorausgegangenen venösen oder arteriellen thromboembolischen Ereignissen sowie bei erhöhtem Risiko fĂŒr solche Ereignisse (insbesondere bei Vorliegen einer Thrombophilie) ist Ryeqo kontraindiziert.
- +Die Anwendung von Arzneimitteln, die ein Ăstrogen und ein Gestagen enthalten, erhöht das Risiko venöser und arterieller Thromboembolien (wie tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Schlaganfall, Myokardinfarkt) gegenĂŒber Frauen, welche keine solchen Arzneimittel anwenden. Dies gilt insbesondere fĂŒr Patientinnen mit gleichzeitigem Vorliegen weiterer Risikofaktoren fĂŒr solche Erkrankungen. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei Raucherinnen >35 Jahre sowie bei Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, unkontrollierter arterieller Hypertonie oder vorbestehenden GefĂ€sserkrankungen.
- +Das spezifische Risiko fĂŒr Ryeqo ist dabei nicht bekannt.
- +Das Risiko venöser Thromboembolien kann vorĂŒbergehend erhöht sein bei lĂ€ngerer Immobilisierung, grösseren operativen Eingriffen oder nach einem schweren Trauma. In diesen FĂ€llen ist es ratsam, die Anwendung von Ryeqo zu unterbrechen (bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher) und erst zwei Wochen nach vollstĂ€ndiger Mobilisierung wieder aufzunehmen.
- +Bei Auftreten von Symptomen, welche auf ein thromboembolisches Ereignis hindeuten (wie z.B. unilaterale Schwellung / Schmerzen eines Beines, plötzliche Kurzatmigkeit, plötzliches TaubheitsgefĂŒhl oder SchwĂ€che im Gesicht oder in einer ExtremitĂ€t, Thoraxschmerz, etc.), muss Ryeqo umgehend abgesetzt und eine entsprechende Diagnostik eingeleitet werden. Die Patientin muss ĂŒber die möglichen Anzeichen thromboembolischer Ereignisse aufgeklĂ€rt und aufgefordert werden, bei Auftreten solcher Symptome unverzĂŒglich einen Arzt / eine Ărztin zu konsultieren.
- +Hypertonie
- +Patientinnen mit unkontrollierter Hypertonie sollten nicht mit Ryeqo behandelt werden.
- +Sowohl unter Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva als auch unter einer Hormonersatztherapie wurde ĂŒber einen leichten Blutdruckanstieg berichtet; klinisch relevant erhöhte Werte sind jedoch selten. Ăhnliche Befunde wurden auch unter Ryeqo beobachtet. Falls es wĂ€hrend der Therapie mit Ryeqo zu einer anhaltenden klinisch relevanten Hypertonie kommt, sollte diese behandelt und das Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnis fĂŒr eine FortfĂŒhrung der Therapie geprĂŒft werden. Falls Ryeqo abgesetzt wird, kann die Behandlung wiederaufgenommen werden, wenn unter einer antihypertensiven Therapie normotensive Werte erzielt werden können.
- +Andere Lebererkrankungen / Einfluss von Ryeqo auf die Leberfunktion
- +Bei Vorliegen von Lebererkrankungen ist die Anwendung von Ryeqo kontraindiziert, solange sich die Leberfunktionswerte nicht normalisiert haben. Bei Auftreten eines Ikterus ist die Behandlung abzubrechen.
- +Gelegentlich wurde unter Ryeqo eine asymptomatische, transiente Transaminasenerhöhung (insbesondere der ALT) im Serum auf mindestens das 3-Fache der Obergrenze des Normbereichs beobachtet. Falls es wÀhrend der Behandlung mit Ryeqo zu VerÀnderungen der Leberfunktionswerte kommt, sollte die Behandlung unterbrochen werden, bis sich die Leberwerte wieder normalisiert haben.
- +Erkrankungen der Gallenblase
- +Ăstrogene können die LithogenitĂ€t der Galle erhöhen. In epidemiologischen Studien wurde sowohl unter Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva als auch unter einer HRT ĂŒber ein erhöhtes Risiko fĂŒr Erkrankungen der Gallenblase (z.B. Cholelithiasis, Cholezystitis) berichtet. Solche Ereignisse wurden in den klinischen Studien auch unter Ryeqo beobachtet. Dies sollte insbesondere bei Patientinnen beachtet werden, welche zusĂ€tzlich weitere Risikofaktoren fĂŒr eine Cholelithiasis aufweisen (wie z.B. Adipositas, HyperlipidĂ€mie).
- +Weitere Vorsichtsmassnahmen
- +Bei Patientinnen mit moderat oder schwer eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion ist die Relugolix-Exposition erhöht (siehe âPharmakokinetikâ). Eine Dosisanpassung ist jedoch nicht erforderlich (siehe âDosierung/Anwendungâ). Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang Relugolix bei einer HĂ€modialyse eliminiert wird.
- +In den Placebo-kontrollierten Phase III-Studien wurde unter Ryeqo hĂ€ufiger ĂŒber Haarausfall bzw. eine Alopezie berichtet als unter Placebo. Es handelte sich dabei nicht um ein spezifisches Muster einer Alopezie, und die Mehrzahl der Patientinnen setzte ihre Studienteilnahme trotz dieser unerwĂŒnschten Wirkung fort. Es ist nicht bekannt, ob der Haarverlust nach dem Absetzen von Ryeqo reversibel ist. Trotzdem wird empfohlen, ein Absetzen des PrĂ€parates in ErwĂ€gung zu ziehen, falls es zu einem klinisch relevanten Haarverlust kommt.
- +Unter Ăstrogen-Gestagen-Kombinationen wurde ĂŒber eine reduzierte Glucosetoleranz berichtet. Die Anpassung einer antidiabetischen Therapie war dabei jedoch im allgemeinen nicht erforderlich. Trotzdem sollte bei Diabetikerinnen der Blutzucker unter Therapie mit Ryeqo sorgfĂ€ltig ĂŒberwacht werden, insbesondere wĂ€hrend der ersten Behandlungsmonate.
- +Bei Patientinnen mit vorbestehender (insbesondere familiĂ€r bedingter) HypertriglyceridĂ€mie wurde unter Anwendung von Ăstrogen-Gestagen-Kombinationen in seltenen FĂ€llen ĂŒber einen starken Anstieg der Plasma-Triglyceride berichtet, welcher mit einem erhöhten Pankreatitis-Risiko einhergeht.
- +Hilfsstoffe von besonderem Interesse
- +Ryeqo Filmtabletten enthalten Lactose. Patientinnen mit der seltenen hereditÀren Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
- +Dieses Arzneimittel enthĂ€lt weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d.h. es ist nahezu ânatriumfreiâ.
- +Interaktionen
- +Angaben zu Wechselwirkungen mit Ryeqo beruhen auf Bewertungen von Interaktionen der einzelnen Wirkstoffe.
- +Pharmakokinetische Interaktionen
- +Einfluss anderer Substanzen auf die Pharmakokinetik von Relugolix
- +Die in klinischen Studien beobachteten Auswirkungen gleichzeitig angewendeter Arzneimittel auf die Relugolix-Exposition sowie die daraus resultierenden Empfehlungen sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
- +Tabelle 1: Auswirkungen gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf die Relugolix-Exposition (AUC0-â, Cmax, ) aus klinischen Studien und resultierende Empfehlungen
- + Dosierungsschema Dosierungsschema VerÀnderung der VerÀnderung der Empfehlung
- +des interagierenden von Relugolix AUC0-â von Relugolix Cmax von Relugolix
- +Arzneimittels (VerhÀltnis der (VerhÀltnis der
- + geometrischen geometrischen
- + Mittelwerte (%) und Mittelwerte (%) und
- + 90% Konfidenzinterva 90% Konfidenzinterva
- + ll ll
- +Erythromycin 500 mg 40 mg Einzeldosis 406.31 (324.47, 382.09 (293.71, Die gleichzeitige
- +QID, Mehrfachdosen 508.79) 497.06) Anwendung von Ryeqo
- + mit Erythromycin
- + oder anderen oralen
- + P-gp-Inhibitoren
- + wird nicht empfohlen
- + . Falls die
- + gleichzeitige
- + Anwendung mit ein-
- + oder zweimal tÀglich
- + verabreichten
- + oralen P-gp-Inhibito
- + ren (z. B. Azithromy
- + cin) unvermeidbar
- + ist, wird Ryeqo
- + zuerst eingenommen
- + und der P-gp-Inhibit
- + or frĂŒhestens 6
- + Stunden spÀter; die
- + Patientinnen sind
- + engmaschiger auf
- + unerwĂŒnschte Wirkung
- + en zu ĂŒberwachen
- +Azithromycin 500 mg 120 mg Einzeldosis** 147.05 (103.65, 162.16 (94.87,
- +Einzeldosis 208.63) 277.18)
- +Azithromycin 500 mg 143.14 (97.00, 131.05 (71.68,
- +Einzeldosis 6 211.23) 239.59)
- +Stunden nach der
- +Einnahme von Relugol
- +ix
- +Voriconazol 200 mg 40 mg Einzeldosis 151.15 (124.58, 81.85 (42.61, Bei gleichzeitiger
- +BID, multiple Dosen 183.39) 157.24) Anwendung von
- + Relugolix und
- + CYP3A4-Inhibitoren
- + ohne P-gp-Inhibition
- + sind keine Dosisan
- + passungen erforderli
- + ch.
- +Fluconazol 200 mg 40 mg Einzeldosis 118.85 (106.18, 143.95 (113.01,
- +QD, multiple Dosen 133.03) 183.35)
- +Atorvastatin 80 mg 40 mg Einzeldosis 94.76 (76.57, 382.09 (293.71,
- +QD, multiple Dosen 117.27) 497.06)
- +Rifampicin 600 mg 40 mg Einzeldosis 45.4 (33.45, 61.59) 77.2 (55.98, 106.46) Die gleichzeitige
- +QD, multiple Dosen Anwendung von Ryeqo
- + mit Rifampicin oder
- + anderen kombinierten
- + P-gp- und starken
- + CYP3A4-Induktoren
- + wird nicht empfohlen
- + , da die Wirksamkeit
- + der Relugolix-Kompo
- + nente in Ryeqo
- + reduziert sein kann.
- +
- +** Die Auswirkung auf die 40 mg-Dosis wurde nicht untersucht, ist aber vermutlich höher.
- +AUC = area under curve (FlÀche unter der Kurve); Cmax = maximale Konzentration; QD = einmal tÀglich; BID = zweimal tÀglich; QID = viermal tÀglich
- +Einfluss anderer Substanzen auf die Pharmakokinetik von Estradiol (E2) und Norethisteronacetat (NETA)
- +CYP3A4-Inhibitoren:
- +Arzneimittel, die die AktivitĂ€t hepatischer Arzneimittelmetabolisierender Enzyme hemmen, können die zirkulierenden Konzentrationen der Ăstrogen- und Norethisteron-Komponenten in Ryeqo erhöhen.
- +CYP-Enzyminduktoren:
- +Der Metabolismus von Ăstrogenen und Gestagenen kann durch die gleichzeitige Anwendung von Induktoren Arzneimittelmetabolisierender Enzyme, insbesondere von Cytochrom-P450-Enzymen, beschleunigt werden. Dies gilt z.B. fĂŒr Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Efavirenz, Felbamat, Modafinil, Nevirapin, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin und Topiramat sowie fĂŒr Arzneimittel, welche Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten. Proteaseinhibitoren wie Ritonavir, Nelfinavir oder Telaprevir sind zwar als starke Inhibitoren bekannt, sind aber auch Induktoren und können die Exposition von Ăstrogenen und Gestagenen ebenfalls reduzieren.
- +Klinisch kann eine Beschleunigung des Ăstrogen-Stoffwechsels zu einer Reduktion des Schutzes vor einem BMD-Verlust fĂŒhren.
- +Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf von Estradiol und NETA
- +Eine Verminderung der systemischen Konzentrationen von E2 oder NETA infolge einer Beeinflussung des enterohepatischen Kreislaufs (z.B. durch Penicilline oder Tetrazykline) kann nicht ausgeschlossen werden. Ăber mögliche Interaktionen insbesondere bei lĂ€ngerfristiger Komedikation mit Antibiotika (z.B. bei Borreliose oder Osteomyelitis) liegen keine ausreichenden Daten vor. Im Falle erniedrigter systemischer E2-Konzentrationen kann der Schutz vor einem BMD-Verlust reduziert sein.
- +Einfluss von Relugolix auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen
- +Tabelle 2. Auswirkungen von Relugolix auf die Exposition (Cmax, AUC0-inf) gleichzeitig verabreichter Arzneimittel aus klinischen Studien und resultierende Empfehlungen
- + Dosierungsschema Relugolix-Dosierungs VerÀnderung der VerÀnderung der Empfehlung
- +interagierender schema AUC0-inf (VerhÀltni Cmax (VerhÀltnis
- +Arzneimittel s der geometrischen der geometrischen
- + Mittelwerte (%) und Mittelwerte (%) und
- + 90% Konfidenzinterva 90% Konfidenzinterva
- + ll) ll)
- +Midazolam 5 mg 40 mg QD bis zum 82.34 (69.88, 97.02) 74.32 (60.62, 91.12) Keine Dosisanpassung
- +Einzeldosis Steady State fĂŒr CYP3A4-Substrat
- + e erforderlich.
- +Rosuvastatin 10 mg 40 mg QD bis zum 87.21 (74.23, 76.53 (65.24, 89.77) Keine Dosisanpassung
- +Einzeldosis Steady State 102.47) fĂŒr Rosuvastatin
- + erforderlich. Der
- + Einfluss von Relugol
- + ix auf andere
- + BCRP-Substrate
- + wurde nicht untersuc
- + ht, und die Bedeutun
- + g fĂŒr andere BCRP-Su
- + bstrate ist unbekann
- + t.
- +Dabigatranetexilat 120 mg Einzeldosis 117.27 (91.49, 118.52 (89.98, Der Effekt von 40
- +150 mg Einzeldosis 150.32) 156.11) mg Relugolix auf
- + die Exposition von
- + Dabigatran ist
- + unbekannt. Bei
- + P-gp Substraten mit
- + engem therapeutische
- + m Index ist Vorsicht
- + geboten und die
- + entsprechende
- + Fachinformation zu
- + konsultieren.
- +
- +In-vitro-Studien
- +Cytochrom P450 (CYP)-Enzyme
- +Relugolix ist in klinisch relevanten Plasmakonzentrationen weder ein Inhibitor von CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19, CYP2D6 oder CYP3A4, noch ein Induktor von CYP1A2 oder CYP2B6.
- +Transportersysteme
- +Relugolix ist in klinisch relevanten Plasmakonzentrationen kein Inhibitor von OATP1B1, OATP1B3, OATP2B1, OAT1, OAT3, OCT2, MATE1, MATE2-K oder BSEP.
- +Einfluss von Estradiol und Norethisteronacetat auf die Pharmakokinetik anderer Substanzen
- +Ăstrogene und Gestagene können den Metabolismus bestimmter anderer Wirkstoffe beeinflussen. Dementsprechend können deren Plasmakonzentrationen bei Anwendung von Ryeqo entweder ansteigen (z.B. Ciclosporin) oder abfallen (z.B. Lamotrigin, siehe unten). Eine Dosisanpassung dieser Arzneimittel kann erforderlich sein. AllfĂ€llige Dosierungsempfehlungen in den entsprechenden Fachinformationen sind zu berĂŒcksichtigen.
- +Bei gleichzeitiger Verabreichung von Lamotrigin zusammen mit kombinierten hormonalen Kontrazeptiva, aber auch bei gleichzeitiger Anwendung einer Hormonersatztherapie, wurde infolge einer Induktion der Glukuronidierung eine klinisch relevante Steigerung der Lamotrigin-Clearance mit einer entsprechenden signifikanten Abnahme der Lamotrigin-Plasmaspiegel beobachtet. Eine derartige Senkung der Plasmakonzentrationen kann mit einer reduzierten Anfallskontrolle einhergehen. Es wird erwartet, dass Ăstrogen-Gestagen-Kombinationen, wie sie in Ryeqo enthalten sind, ein vergleichbares Interaktionsrisiko aufweisen. Bei Einleitung einer Therapie mit Ryeqo ist eine Ăberwachung mit möglicher Anpassung der Lamotrigindosis erforderlich. Nach Absetzen von Ryeqo steigen die Lamotriginspiegel wieder an, sodass die Patientin auch in dieser Phase ĂŒberwacht und ggf. die Lamotrigindosis reduziert werden muss.
- +Interaktionen mit unbekanntem Mechanismus
- +In klinischen Studien kam es bei gleichzeitiger Gabe Ethinylestradiol-haltiger kombinierter Kontrazeptiva zusammen mit bestimmten in der Therapie von HCV-Infektionen eingesetzten Wirkstoffkombinationen (Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir mit oder ohne Ribavirin; Glecaprevir/ Pibrentasvir; Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir) gegenĂŒber Patientinnen, welche ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden, signifikant hĂ€ufiger zu einer klinisch relevanten Erhöhung der ALT (einschliesslich FĂ€llen eines Anstiegs auf ĂŒber das FĂŒnffache der oberen Grenze des Normbereiches). Bei Anwendung anderer Ăstrogene (insbesondere Estradiol, wie es in Ryeqo enthalten ist) war hingegen die Inzidenz einer Transaminasenerhöhung nicht höher als bei Patientinnen ohne Ăstrogentherapie. Aufgrund der begrenzten Anzahl Patientinnen, welche derartige andere östrogenhaltige Arzneimittel einnahmen, ist jedoch bei gleichzeitiger Verabreichung Ăstrogen-haltiger Arzneimittel zusammen mit einer der genannten Wirkstoffkombinationen grundsĂ€tzlich Vorsicht geboten.
- +Schwangerschaft, Stillzeit
- +Frauen im gebÀrfÀhigen Alter
- +Vor Beginn der Behandlung mit Ryeqo mĂŒssen sĂ€mtliche hormonalen Kontrazeptiva abgesetzt werden (siehe âKontraindikationenâ). WĂ€hrend der Therapie sowie fĂŒr mindestens 1 Monat nach dem Absetzen von Ryeqo sollten nicht-hormonale Kontrazeptionsmethoden angewendet werden. Die Patientin sollte bezĂŒglich einer geeigneten Kontrazeptionsmethode beraten werden.
- +Schwangerschaft
- +Ryeqo ist wĂ€hrend der Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Falls eine Schwangerschaft eintritt oder vermutet wird, muss die Behandlung abgebrochen werden. Ăber die Anwendung von Relugolix bei Schwangeren liegen bisher nur begrenzte Humandaten vor. In tierexperimentellen Studien erhöhte eine Exposition gegenĂŒber Relugolix zu Beginn der Schwangerschaft das Risiko einer frĂŒhen Fehlgeburt (siehe âPrĂ€klinische Datenâ). Aufgrund der pharmakologischen Eigenschaften des Wirkstoffes können unerwĂŒnschte Wirkungen auf die Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden.
- +In tierexperimentellen Studien fanden sich fĂŒr Ăstrogene und Gestagen Hinweise auf fetale Risiken (siehe "PrĂ€klinische Datenâ). Die meisten bis heute durchgefĂŒhrten epidemiologischen Studien ergaben jedoch keine eindeutigen Hinweise auf eine teratogene oder embryotoxische Wirkung, wenn Ăstrogene und/oder Gestagene versehentlich wĂ€hrend der Schwangerschaft angewendet wurden. Unter Norethisteron wurde allerdings in Dosen, welche höher waren als jene in Ryeqo, auch beim Menschen ĂŒber eine Virilisierung weiblicher Feten berichtet.
- +Falls unter einer Behandlung mit Ryeqo eine Schwangerschaft eintritt, soll die Zulassungsinhaberin informiert werden (Anschrift siehe "Zulassungsinhaberin" unten).
- +Stillzeit
- +Zu den Konzentrationen von Relugolix oder seiner Metaboliten in der menschlichen Muttermilch sowie zu möglichen Auswirkungen auf den gestillten SĂ€ugling liegen keine Daten vor. Relugolix wurde in Tierstudien in die Milch ausgeschieden (siehe âPrĂ€klinische Datenâ).
- +Bei Zufuhr exogener Ăstrogene und Gestagene können geringe Wirkstoffkonzentrationen in der Muttermilch nachgewiesen werden, und die Milchproduktion kann reduziert sein. Auswirkungen auf den gestillten SĂ€ugling können nicht ausgeschlossen werden.
- +WĂ€hrend der Anwendung von Ryeqo sowie bis 2 Wochen nach dem Absetzen von Ryeqo darf nicht gestillt werden (siehe "Kontraindikationen"). Dabei ist der Nutzen des Stillens fĂŒr das Kind gegenĂŒber dem Nutzen der Therapie fĂŒr die Mutter abzuwĂ€gen, bevor eine Entscheidung getroffen wird, ob auf das Stillen verzichtet oder der Beginn der Behandlung mit Ryeqo aufgeschoben werden soll.
- +FertilitÀt
- +Zu möglichen Auswirkungen von Ryeqo auf die menschliche FertilitĂ€t liegen keine Daten vor. Ryeqo hemmt die Ovulation und fĂŒhrt hĂ€ufig zu einer Amenorrhoe. Ovulation und Menstruationsblutung treten nach Absetzen der Behandlung rasch wieder auf (siehe âPharmakodynamikâ). Tierexperimentelle Studien (siehe âPrĂ€klinische Datenâ) und der Wirkungsmechanismus der Bestandteile von Ryeqo deuten darauf hin, dass die FertilitĂ€t beeintrĂ€chtig werden kann.
- +Wirkung auf die FahrtĂŒchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
- +Entsprechende Studien wurden nicht durchgefĂŒhrt. Ryeqo hat jedoch vermutlich höchstens einen vernachlĂ€ssigbaren Einfluss auf die FahrtĂŒchtigkeit bzw. die FĂ€higkeit, Maschinen zu bedienen.
- +UnerwĂŒnschte Wirkungen
- +Nachfolgend sind die unerwĂŒnschten Wirkungen nach Organsystem (MedDRA) und HĂ€ufigkeit genannt, welche in den klinischen Studien unter Anwendung von Ryeqo beobachtet wurden. Die Angaben stĂŒtzen sich dabei auf die Daten von n=672 Patientinnen, welche in jeweils zwei pivotalen Studien zur Therapie starker Blutungen infolge von Uterusmyomen bzw. zur Behandlung Endometriose-assoziierter Schmerzen mit Ryeqo behandelt wurden.
- +Die hĂ€ufigsten unerwĂŒnschten Wirkungen bei Patientinnen, die wegen Myomen oder Endometriose behandelt wurden, waren dabei Kopfschmerzen (13 %), Hitzewallungen (10 %) und uterine Blutungen (5 %).
- +Die HÀufigkeiten sind gemÀss folgender Konvention definiert:
- +âsehr hĂ€ufigâ (â„1/10)
- +âhĂ€ufigâ (â„1/100, <1/10)
- +âgelegentlichâ (â„1/1â000, <1/100)
- +âseltenâ (â„1/10â000, <1/1â000)
- +âsehr seltenâ (<1/10â000)
- +Stoffwechsel- und ErnÀhrungsstörungen
- +HĂ€ufig: Gewichtszunahme
- +Psychiatrische Erkrankungen
- +HĂ€ufig: reduzierte Libido, Depression, Reizbarkeit, Ăngstlichkeit
- +Gelegentlich: Stimmungsschwankungen
- +Erkrankungen des Nervensystems
- +Sehr hÀufig: Kopfschmerzen
- +HĂ€ufig: Schwindel
- +Gelegentlich: MigrÀne
- +GefÀsserkrankungen
- +Sehr hÀufig: Hitzewallungen (10%)
- +HÀufig: BlutdruckverÀnderungen
- +Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes
- +HĂ€ufig: Bauchschmerzen, Ăbelkeit
- +Gelegentlich: Dyspepsie
- +Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
- +HĂ€ufig: Alopezie, Hyperhidrosis
- +Gelegentlich: Urtikaria, Angioödem
- +Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- +HĂ€ufig: Arthralgien
- +Gelegentlich: Abnahme der BMD um <2% (klinisch nicht relevant)
- +Selten: klinisch relevanter BMD-Verlust (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
- +Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrĂŒse
- +HÀufig: Blutungsstörungen (z.B. Menorrhagien, Metrorrhagien, unregelmÀssige Menstruation), Unterleibsschmerzen, vulvovaginale Trockenheit
- +Gelegentlich: SpannungsgefĂŒhl in den BrĂŒsten, zystische VerĂ€nderungen der Brust, Ausstossung submuköser Myome
- +Allgemeine Erkrankungen
- +HĂ€ufig: Nachtschweiss, periphere Ădeme
- +Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Ăberwachung des Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung ĂŒber das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
- +Ăberdosierung
- +FĂ€lle einer Ăberdosierung von Relugolix wurden nicht berichtet, wobei gesunden Probanden in Studien Einzeldosen von bis zu 360 mg (d.h. dem 9 Fachen der empfohlenen klinischen Dosis) Relugolix verabreicht wurden.
- +Eine Ăberdosierung von Estradiol und Norethisteronacetat kann zu Ăbelkeit und Erbrechen fĂŒhren. Bei versehentlicher Einnahme durch MĂ€dchen vor der Menarche kann es zu vaginalen Blutungen kommen.
- +FĂŒr Relugolix existiert kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Ăberdosierung wird eine supportive Behandlung empfohlen. Es ist nicht bekannt, ob und in welchem Umfang Relugolix, Estradiol oder Norethisteron durch eine HĂ€modialyse eliminiert werden können.
- +Eigenschaften/Wirkungen
- +ATC-Code
- +H01CC54
- +Wirkungsmechanismus
- +Relugolix ist ein nichtpeptidischer GnRH-Rezeptorantagonist, der an GnRH-Rezeptoren im Hypophysenvorderlappen bindet und diese hemmt. Beim Menschen fĂŒhrt die Hemmung der GnRH-Rezeptoren zu einer dosisabhĂ€ngigen Abnahme der Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) und des follikelstimulierenden Hormons (FSH) aus der Hypophyse. Die Reduktion der FSH-Konzentration verhindert Follikelwachstum und Follikelreifung, wodurch die Ăstrogensekretion reduziert wird. Durch die Verhinderung eines LH-Anstiegs werden die Ovulation und die Entwicklung des Corpus luteum gehemmt, wodurch auch die Bildung von Progesteron herabgesetzt wird.
- +Das in Ryeqo enthaltene Estradiol ist chemisch und biologisch identisch mit dem endogenen humanen Estradiol. Es lindert Symptome im Zusammenhang mit dem durch Relugolix induzierten Ăstrogenmangel (wie vasomotorische Symptome) und reduziert das Risiko fĂŒr eine Abnahme der Knochenmineraldichte.
- +Norethisteronacetat ist ein synthetisches Gestagen. Es hemmt den proliferativen Effekt von Estradiol auf das Endometrium und reduziert dadurch das Risiko fĂŒr eine Endometriumhyperplasie oder ein Endometriumskarzinom.
- +Pharmakodynamik
- +Nach Verabreichung von Relugolix kommt es zu einer schnellen, dosisabhĂ€ngigen Abnahme der Plasmakonzentrationen von LH, FSH und Estradiol, wobei eine Dosis von 40mg zu einer nahezu maximalen Abnahme der Estradiolkonzentrationen bis in den postmenopausalen Bereich fĂŒhrte. Durch die gleichzeitige Gabe von Estradiol werden die durchschnittlichen Estradiolkonzentrationen gegenĂŒber einer Relugolix-Monotherapie erhöht. So lagen die medianen E2 Trough-Konzentrationen in den Phase-3-Studien mit Ryeqo nach 24 Wochen bei Patientinnen mit Myomen bei ca. 33 pg/ml und bei Patientinnen mit Endometriose bei ca. 38 pg/ml und entsprachen damit jenen in der frĂŒhen Follikelphase eines physiologischen Menstruationszyklus. Die Progesteronspiegel wurden unter Ryeqo auf einem Niveau von < 3,0 ng/ml gehalten.
- +Um bei ausreichender Wirksamkeit gegenĂŒber der Hypermenorrhoe eine akzeptable Knochensicherheit der Kombination zu gewĂ€hrleisten, sollte die Estradiolkonzentration in einem Bereich von 20-60pg/ml liegen. Am Ende der offenen VerlĂ€ngerungen der vier pivotalen Studien (d.h. nach 52 Wochen; siehe unten) lag bei rund der HĂ€lfte der Patientinnen die Estradiolkonzentration in diesem Zielbereich. Nur <10% der Patientinnen wiesen Werte <20pg/ml auf.
- +DarĂŒber hinaus wurde an n=67 gesunden prĂ€menopausalen Frauen der Einfluss von Ryeqo auf die ovarielle AktivitĂ€t ĂŒber eine Anwendungsdauer von 84 Tagen untersucht. Dabei wurde das Follikelwachstum wĂ€hrend des gesamten 84-tĂ€gigen Behandlungszeitraums erheblich unterdrĂŒckt (mittlere Grösse des dominanten Follikels ca. 6 mm), und die Ovulation wurde gemĂ€ss Hoogland-Skouby-Score bei allen 67 Probandinnen supprimiert. Nach Absetzen der Behandlung dauerte es durchschnittlich 23,5 Tage, bis die Ovaluation wieder einsetzte. 43 Tage nach Absetzen von Ryeqo war bei allen Probandinnen die Ovulation wieder eingetreten oder ihre Menstruation hatte begonnen.
- +Daten zum Pearl-Index unter Anwendung von Ryeqo liegen bisher nicht vor.
- +Sicherheits-Pharmakodynamik
- +Einfluss auf die Knochenmineraldichte (BMD) ĂŒber eine Anwendungsdauer von bis zu 104 Wochen
- +Der Einfluss von Ryeqo auf die BMD wurde in vier pivotalen Studien (LIBERTY 1 und 2 bei Myom-assoziierter Hypermenorrhoe, SPIRIT 1 und 2 bei Endometriose) mittels DXA ĂŒber eine Anwendungsdauer von bis zu 2 Jahren untersucht. Insgesamt 1â279 Frauen mit Myomen oder Endometriose, die die 24-wöchigen pivotalen Studien abgeschlossen hatten, wurden ausserdem in VerlĂ€ngerungsstudien weiterbehandelt, wobei sie insgesamt bis zu 12 Monate (Endometriose) bzw. bis zu 24 Monate (Myome) gegenĂŒber Ryeqo exponiert waren.
- +Patientinnen mit vorbestehender Osteoporose oder anderen metabolischen Knochenerkrankungen (auch in der Anamnese) sowie sĂ€mtliche Patientinnen mit Risikofaktoren fĂŒr einen BMD-Verlust (wie z.B. Hyperparathyreoidismus, Hyperthyreose oder Anorexia nervosa, oder bei vorausgegangenen Frakturen ohne adĂ€quates Trauma) waren von der Studienteilnahme ausgeschlossen. Ausserdem durften wĂ€hrend der Studien keine Komedikationen mit potentiellem Risiko fĂŒr die BMD angewendet werden (wie systemische Glucocorticoide oder bestimmte Antiepileptika). Patientinnen, welche am Ende einer Studie einen Z-Score <-2 an LWS, HĂŒfte oder Schenkelhals oder eine Abnahme der BMD gegenĂŒber Baseline um â„7% aufwiesen, konnten ausserdem nicht in die jeweilige VerlĂ€ngerung aufgenommen werden.
- +Bis Woche 52 betrug die durchschnittliche Abnahme der BMD an der LWS gegenĂŒber dem Ausgangswert bei jenen Patientinnen, welche von Beginn der Studien an mit Ryeqo behandelt worden waren, 0,69 %, im Vergleich zu 0,30 % bei jenen Frauen, die ursprĂŒnglich Placebo erhalten hatten. Bis Woche 104 lag die durchschnittliche Abnahme der BMD in diesen beiden Patientengruppen bei 0.40% bzw. 0.18%. Die Abnahme der BMD war dabei bei Patientinnen unter Ryeqo geringer als bei jenen der sogenannten "delayed"-Gruppe (zu deren Definition siehe unten unter "Klinische Wirksamkeit").
- +ZusĂ€tzlich wurden in einer Beobachtungsstudie an n=714 unbehandelten Patientinnen vergleichbaren Alters mit Uterusmyomen oder Endometriose BMD-Messungen durchgefĂŒhrt und mit jenen der in den pivotalen Studien und ihrer VerlĂ€ngerung mit Ryeqo behandelten Patientinnen verglichen. WĂ€hrend des 52-wöchigen Beobachtungszeitraums gab es nur minimale VerĂ€nderungen der BMD unter Ryeqo im Vergleich zu einer altersgleichen Kohorte prĂ€menopausaler Frauen mit Myomen oder Endometriose.
- +Der Verlauf der BMD wurde ausserdem, in beiden Indikationen, ĂŒber einen Zeitraum von jeweils 12 Monaten nach Absetzen von Ryeqo untersucht. Bei Patientinnen, die bei Eintritt in das Followup einen BMD-Verlust an der LWS gegenĂŒber Baseline aufwiesen, kam es bis Monat 12 zu einer vollstĂ€ndigen oder teilweisen Erholung der BMD.
- +Auswirkungen auf das Endometrium
- +In den pivotalen Studien und deren offenen VerlĂ€ngerungen wurden jeweils an einer Subgruppe der Patientinnen nach 24 und 52 Wochen (sowie in einigen FĂ€llen zusĂ€tzlich nach 104 Wochen) Endometriumsbiopsien durchgefĂŒhrt. Dabei liegen fĂŒr n=267 Patientinnen Biopsien nach 52wöchiger Behandlung vor. Dabei wurde nur ein Fall einer Endometriumshyperplasie und keine FĂ€lle eines Endometriumskarzinoms beobachtet.
- +Klinische Wirksamkeit
- +Myom-assoziierte Hypermenorrhoe
- +Die Wirksamkeit von Ryeqo zur Therapie einer Myom-assoziierten Hypermenorrhoe wurde in zwei pivotalen, multinationalen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit identischem Design (LIBERTY 1 und 2) ĂŒber eine Dauer von jeweils 24 Wochen an insgesamt n=770 Patientinnen im Alter von 18-50 Jahrenuntersucht. Die Patientinnen mussten mindestens ein sonographisch bestĂ€tigtes Myom sowie einen menstruellen Blutverlust (MBL) von â„ 80 ml aufweisen. Die Bestimmung des Blutverlustes erfolgte dabei mit der Alkalin-HĂ€matin-Methode.
- +Die Patientinnen wurden jeweils 1:1:1 zu drei Behandlungsgruppen randomisiert und erhielten entweder Relugolix 40 mg + Estradiol 1 mg + Norethisteronacetat 0,5 mg (E2/NETA) (Ryeqo) oder Placebo jeweils morgens nĂŒchtern eine Stunde vor dem FrĂŒhstĂŒck ĂŒber 24 Wochen oder Relugolix 40 mg ĂŒber 12 Wochen gefolgt von Relugolix 40 mg in Kombination mit E2/NETA ĂŒber weitere 12 Wochen (sogenannte "delayed"-Gruppe). Das Durchschnittsalter der eingeschlossenen Patientinnen lag bei 42 Jahren, der durchschnittliche Body-Mass-Index bei 31,7 kg/m2. UngefĂ€hr 49,4 % der Patientinnen waren Schwarze, 44,7 % Weisse, 5,9 % gehörten einer anderen ethnischen Gruppe an.
- +PrimĂ€rendpunkt der beiden Studien war der Anteil der Patientinnen, welche bis Woche 24 einen MBL <80ml erreichten bei gleichzeitiger Reduktion des Blutverlustes gegenĂŒber Baseline um mindestens 50% (definiert als "Responder"). Daneben wurden insgesamt 7 SekundĂ€rendpunkte ebenfalls konfirmatorisch getestet, wobei dies einerseits Parameter im Zusammenhang mit der BlutungsstĂ€rke, andererseits auch Myom-assoziierte Schmerzen sowie Gesundheitsfragebögen umfasste.
- +In beiden Studien fand sich unter Ryeqo im Vergleich zu Placebo ein statistisch signifikant höherer Anteil an Respondern (73.4% vs. 18.9% bzw. 71.2% vs. 14.7%, jeweils p<0.0001). Eine Reduktion des MBL-Volumens wurde bereits am Ende des ersten Menstruationszyklus beobachtet.
- +Die Befunde der relevantesten SekundÀrendpunkte waren hierzu konsistent. In beiden Studien entwickelte bis Woche 24 unter Ryeqo etwa die HÀlfte der Patientinnen eine Amenorrhoe, im Vergleich zu 4.3% der Patientinnen unter Placebo (p<0,0001).
- +DarĂŒber hinaus fand sich bei jenen insgesamt 121 Patientinnen, welche Baseline eine AnĂ€mie (Hb â€10.5g/dl) aufwiesen, unter Ryeqo signifikant hĂ€ufiger ein relevanter Anstieg des HĂ€moglobins als unter Placebo (56% versus 12%, p<0,0001).
- +Bei jenen Patientinnen, bei welchen bei Studieneintritt zusĂ€tzlich zur Hypermenorrhoe auch moderate bis schwere Myom-assoziierte Schmerzen vorlagen (wĂ€hrend der Menstruation oder unabhĂ€ngig von der Menstruation), wurde ausserdem auch ein möglicher Einfluss der Therapie auf die Schmerzsymptomatik untersucht (auf einer ânumeric rating scaleâ von 0-10). Auch fĂŒr diesen SekundĂ€rendpunkt fand sich ein signifikanter Vorteil fĂŒr Ryeqo gegenĂŒber Placebo (45.2% vs 13.9%, p<0.0001).
- +Die Abnahme des Myomvolumens gegenĂŒber dem Ausgangsbefund war hingegen in beiden Studien gering (-12% bzw. -17%) und unterschied sich unter Ryeqo nicht signifikant vom Verlauf der Myomgrösse unter Placebo. Im Unterschied hierzu nahm das Gesamtvolumen des Uterus unter Ryeqo signifikant stĂ€rker ab als unter Placebo (-13.6% vs. 0.2%, p<0.0001).
- +Nach Abschluss der Studien konnten die Patientinnen in einer 28wöchigen offenen VerlÀngerung weiterbehandelt werden, in welcher sÀmtliche Patientinnen Ryeqo erhielten. Danach konnten Responderinnen an einer 12monatigen Withdrawal-Studie teilnehmen, in welcher eine 1:1-Randomisierung zu Ryeqo versus Placebo erfolgte. In diesen beiden Studien konnte die Wirksamkeit des PrÀparates aufrechterhalten werden. Bei Patientinnen, welche in der Withdrawal-Studie zu Placebo randomisiert wurden, kam es hingegen rasch (meist bereits innerhalb der ersten 1-2 Zyklen) zu einem Rezidiv der Hypermenorrhoe.
- +Endometriose-assoziierte Schmerzen
- +Die Wirksamkeit von Ryeqo zur Therapie Endometriose-assoziierter Schmerzen wurde in zwei pivotalen, multinationalen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien mit identischem Design (SPIRIT 1 und 2) ĂŒber eine Dauer von jeweils 24 Wochen an insgesamt n=1261 Patientinnen im Alter von 18 bis 50 Jahren untersucht. Die Patientinnen mussten eine durch direkte Visualisierung wĂ€hrend einer Operation (z.B. Laparoskopie) und/oder durch histologischen Nachweis bestĂ€tigte Endometriose aufweisen, welche mit mĂ€ssigen bis starken Schmerzen einherging. Die Beurteilung der SchmerzstĂ€rke durch die Patientinnen erfolgte dabei auf einer 11-stufigen numerischen Bewertungsskala (NRS). Das Vorliegen mĂ€ssiger bis starker menstruationsabhĂ€ngiger und Menstruations-unabhĂ€ngiger Schmerzen musste wĂ€hrend einer Run in-Phase (in welcher alle Patientinnen Placebo erhielten) ĂŒber mindestens zwei Menstruationszyklen bestĂ€tigt werden.
- +Von der Studienteilnahme ausgeschlossen waren Patientinnen nach Hysterektomie und/oder bilateraler Oophorektomie sowie solche, bei welchen entweder eine operative Therapie der Endometriose innerhalb der letzten 3 Monate oder insgesamt bereits 4 oder mehr operative Therapien durchgefĂŒhrt worden waren. Auch ein fehlendes Ansprechen auf eine frĂŒhere Therapie mit GnRH-Analoga oder GnRH-Antagonisten galt als Ausschlusskriterium.
- +Die Patientinnen wurden jeweils 1:1:1 zu 3 Behandlungsgruppen randomisiert und erhielten entweder Relugolix 40 mg + Estradiol 1 mg und Norethisteronacetat 0,5 mg (E2/NETA) (Ryeqo) oder Placebo jeweils morgens nĂŒchtern 1 Stunde vor dem FrĂŒhstĂŒck ĂŒber 24 Wochen oder Relugolix 40 mg ĂŒber 12 Wochen gefolgt von Relugolix 40 mg in Kombination mit E2/NETA ĂŒber weitere 12 Wochen (sogenannte âdelayedâ-Gruppe). Das Durchschnittsalter der eingeschlossenen Patientinnen lag bei 34 Jahren, der durchschnittliche Body-Mass-Index bei ca. 26 kg/m2. 91 % der Patientinnen waren Weisse.
- +22% der eingeschlossenen Patientinnen wiesen ausschliesslich eine operative Vorbehandlung ihrer Endometriose auf, die ĂŒbrigen entweder ausschliesslich eine medikamentöse Vorbehandlung (einschliesslich Analgetika) oder sowohl eine chirurgische als auch eine medikamentöse Therapie. Insgesamt 41% der Patientinnen hatten zuvor bereits (mindestens) eine hormonale Therapie ihrer Endometriose erhalten, wobei 24 % zuvor mit Gestagenen (am hĂ€ufigsten Dienogest) behandelt worden waren. 93% der Patientinnen nahmen bei Studienbeginn Analgetika zur Behandlung Endometriose-assoziierter Schmerzen ein, wobei in den beiden Studien bei 29 % bzw. 48% der Patientinnen (auch) Opioide eingesetzt wurden.
- +Die beiden Studien hatten zwei ko-primĂ€re Endpunkte (definiert als Responserate), welche jeweils nach 24 Wochen ausgewertet wurden und die Symptome in den letzten 35 Behandlungstagen berĂŒcksichtigen: zum einen den Anteil der Patientinnen mit Reduktion der Dysmenorrhoe um mindestens 2,8 Punkte gegenĂŒber dem Ausgangswert, zum anderen der Anteil der Patientinnen mit Reduktion des NRS-Scores fĂŒr Menstruations-unabhĂ€ngige Unterleibsschmerzen um mindestens 2,1 Punkte gegenĂŒber dem Ausgangswert. ZusĂ€tzlich durfte fĂŒr die Definition als Responder der Analgetikaverbrauch (Ibuprofen oder Opioid) gegenĂŒber der Run in-Phase nicht zugenommen haben.
- +Daneben wurden insgesamt 7 SekundÀrendpunkte ebenfalls konfirmatorisch getestet, darunter neben Schmerzparametern auch ein Gesundheitsfragebogen sowie die VerÀnderung des Analgetikagebrauchs.
- +In beiden Studien fand sich unter Ryeqo im Vergleich zu Placebo fĂŒr beide Ko-PrimĂ€rendpunkte eine statistisch signifikant höhere Responserate (jeweils p<0.0001):
- +Dysmenorrhoe: 74.5% vs. 26.9% bzw. 75.2% vs. 30.4%
- +Menstruations-unabhÀngige Schmerzen: 58.5% vs. 39.6% bzw. 66.0% vs. 42.6%
- +Eine klinisch relevante Reduktion der SchmerzstÀrke wurde bereits wÀhrend der ersten 8-12 Behandlungswochen beobachtet.
- +Die Befunde fĂŒr die relevantesten SekundĂ€rendpunkte waren hierzu konsistent. So nahm auch der Dyspareunie-Score auf der NRS bis Woche 24 unter Ryeqo um 2.4 Punkte ab, unter Placebo hingegen nur um 1.7 bzw. 1.9 Punkte (p<0.05). Auch in der Schmerz-DomĂ€ne des EHP-30 (Endometriose-spezifischer Gesundheitsfragebogen) fand sich in beiden Studien unter Ryeqo eine signifikant stĂ€rkere Verbesserung gegenĂŒber den Ausgangswerten als unter Placebo.
- +Der Anteil an Patientinnen, welche in Woche 24 keinerlei Analgetika mehr benötigten, war (in Studie SPIRIT 1) unter Ryeqo ebenfalls signifikant höher als unter Placebo (56.1% vs. 30.7%; p<0.0001). DarĂŒber hinaus benötigten in der Ryeqo-Gruppe am Studienende signifikant weniger Patientinnen noch eine Opiattherapie als unter Placebo (16-18% vs. 29%; p<0.0005).
- +Unter Ryeqo entwickelten ausserdem 56.7% der Patientinnen bis Woche 24 eine Amenorrhoe, im Vergleich zu nur 1.9% der Patientinnen unter Placebo. WÀhrend der offenen VerlÀngerung nahm der Anteil amenorrhoischer Patientinnen weiter zu.
- +Nach Abschluss der beiden Studien konnten die Patientinnen in einer insgesamt 80wöchigen offenen VerlÀngerung weiterbehandelt werden, in welcher sÀmtliche Patientinnen Ryeqo erhielten. In dieser Studie konnte die Wirksamkeit von Ryeqo zur Reduktion Endometriose-assoziierter Schmerzen bis zu einer Therapiedauer von 2 Jahren aufrechterhalten werden.
- +Pharmakokinetik
- +Die pharmakokinetischen Parameter von Relugolix, Estradiol (E2), Gesamt-Estron (E1) und Norethisteron (NET) nach oraler Verabreichung einer einzelnen Tablette Ryeqo bei gesunden postmenopausalen Frauen auf nĂŒchternen Magen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.
- +Tabelle 4. Pharmakokinetische Parameter von Relugolix, Estradiol, Gesamt-Estron und Norethisteron nach Anwendung einer Einzeldosis bei postmenopausalen Frauen
- + Relugolix Estradiol (E2) Unkonjugiertes Norethisteron (NET)
- + Estron (E1)
- +AUC0ââ (ng*h/ml 198,1 (111,6) 818,7 (334,4) 4â126 (1â650) 17,5 (8,46)
- +oder pg*h/ml)
- +Cmax (ng/ml oder 25,99 (18,21) 27,95 (19,15) 188,4 (59,09) 3,57 (1,43)
- +pg/ml)
- +Tmax (h) 2,00 (0,25; 5,00) 7,00 (0,25; 24,00) 6,00 (2,00; 12,00) 1,01 (0,50; 4,00)
- +Terminale t1/2 (h) 61,5 (13,2) 16,6 (7,67) 15,9 (6,52) 10,9 (3,05)
- +
- +AbkĂŒrzungen: AUC0-â = FlĂ€che unter der Konzentrations-Zeit-Kurve von Zeit 0 extrapoliert bis unendlich; Cmax = maximal beobachtete Konzentration; E1 = Estron; E2 = Estradiol; NET = Norethisteron; Tmax = Zeit bis zur maximal beobachteten Konzentration; t1/2 = Halbwertszeit
- +Hinweis: In dieser Tabelle sind die Baseline-angepassten pharmakokinetischen Parameter fĂŒr Estradiol und unkonjugiertes E1 aufgefĂŒhrt. Die arithmetischen Mittelwerte und Standardabweichungen sind dargestellt, ausser fĂŒr Tmax, hier sind der Median und die Spanne (Minimum, Maximum) aufgefĂŒhrt. Die AUC0ââ ist fĂŒr Relugolix und NET in ng*h/ml, fĂŒr unkonjugiertes E2 und unkonjugiertes E1 in pg*h/ml angegeben. Die Cmax ist fĂŒr Relugolix und NET in ng/ml, fĂŒr unkonjugiertes E2 und unkonjugiertes E1 in pg/ml angegeben.
- +Die pharmakokinetischen Parameter von Relugolix, Estradiol (E2), Gesamt-Estron (E1) und Norethisteron (NET) im Steady-State nach einmal tĂ€glicher Gabe von Ryeqo ĂŒber 6 Wochen an gesunde prĂ€menopausale Frauen sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
- +Tabelle 5. Pharmakokinetische Parameter von Relugolix, Estradiol, Gesamt-Estron und Norethisteron nach Anwendung von Mehrfachdosen bei prÀmenopausalen Frauen
- + Relugolix Estradiol (E2) Unkonjugiertes Norethisteron (NET)
- + Estron (E1)
- +AUC0â24 (ng*h/ml 157 (94,7) 784 (262) 4â450 (1â980) 25,5 (11,4)
- +oder pg*h/ml)
- +Cmax (ng/ml oder 26 (21,4) 46,8 (17,3) 303 (137) 5,21 (1,53)
- +pg/ml)
- +Tmax (h) 3 (0,5; 6) 3 (0,50; 12,00) 4 (1; 8,08) 1 (1; 2)
- +Effektive t1/2 (h) ~25 17,1 (4,03) 13,9 (4,14) 8,28 (1,87)
- +
- +AbkĂŒrzungen: AUC0-24 = FlĂ€che unter der Konzentrations-Zeit-Kurve wĂ€hrend eines Dosisintervalls (24 h); Cmax = maximal beobachtete Konzentration; E1 = Estron; E2 = Estradiol; NET = Norethisteron; Tmax = Zeit bis zur maximal beobachteten Konzentration.
- +Hinweis: Dargestellt sind arithmetische Mittelwerte und Standardabweichungen, ausser fĂŒr Tmax, hier sind der Median und die Spanne (Minimum, Maximum) aufgefĂŒhrt. Die AUC0-24 wird in ng*h/ml fĂŒr Relugolix und NET und in pg*h/ml fĂŒr unkonjugiertes E2 und unkonjugiertes E1 angegeben. Die Cmax ist fĂŒr Relugolix und NET in ng/ml, fĂŒr unkonjugiertes E2 und unkonjugiertes E1 in pg/ml angegeben. Die effektive Halbwertszeit fĂŒr Relugolix wird aus den AkkumulationsverhĂ€ltnissen auf der Grundlage der AUC-Werte nach Verabreichung einer Mehrfachdosis von Relugolix zu 40 mg geschĂ€tzt.
- +Der Steady-State von Relugolix wird nach 12 bis 13 Tagen einmal tÀglicher Anwendung erreicht. Der Grad der Akkumulation von Relugolix bei einmal tÀglicher Verabreichung ist ungefÀhr 2-fach
- +Die Akkumulation fĂŒr E2 und NET bei einmal tĂ€glicher Verabreichung wird mit 33-47 % angegeben. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Relugolix, einem schwachen Induktor des intestinalen (prĂ€systemischen) CYP3A-vermittelten Metabolismus, ist eine Ă€hnliche oder etwas geringere Akkumulation fĂŒr E2 zu erwarten.
- +Absorption
- +Relugolix: Die Resorption von Relugolix nach oraler Verabreichung wird hauptsĂ€chlich durch den Pgp-Efflux-Transporter vermittelt. Nach oraler Anwendung wird Relugolix rasch resorbiert und erreicht einen ersten Maximalwert 0,25 Stunden nach der Einnahme, gefolgt von einer oder mehreren anschliessenden Resorptionsspitzen ĂŒber einen Zeitraum von bis zu 12 Stunden nach der Einnahme. Die absolute BioverfĂŒgbarkeit von Relugolix betrĂ€gt 11,6 %.
- +Estradiol: Nach oraler Anwendung einer Einzeldosis Ryeqo im NĂŒchternzustand stieg die Konzentration von unkonjugiertem Estradiol langsam an, die mittlere Konzentration erreichte ihren Spitzenwert 8 Stunden nach der Einnahme.
- +Norethisteronacetat: Nach oraler Anwendung kommt es bei NETA zu einer raschen Biotransformation zu Norethisteron (NET) im Darm und in der Leber. Nach oraler Verabreichung einer Einzeldosis Ryeqo im nĂŒchternen Zustand waren die NET-Konzentrationen erstmals 0,5 Stunden nach der Verabreichung quantifizierbar und stiegen danach schnell an, wobei die durchschnittlichen Maximalkonzentrationen innerhalb von 1 Stunde erreicht wurden.
- +Einfluss von Mahlzeiten:
- +Die Anwendung zusammen mit einer Mahlzeit verringerte AUC und Cmax von Relugolix um 38 % bzw. 55 % im Vergleich zum NĂŒchternzustand. Auf die Exposition gegenĂŒber Estradiol, östrogenen Metaboliten oder Norethisteron wurden hingegen keine klinisch relevanten Effekte einer gleichzeitigen Nahrungsaufnahme beobachtet.
- +Distribution
- +Relugolix: Relugolix ist zu 68-71 % an humane Plasmaproteine gebunden, mit einem mittleren VerhĂ€ltnis von Vollblut zu Plasma von 0,78. Der aus der Studie zur absoluten BioverfĂŒgbarkeit nach intravenöser Verabreichung abgeleitete Wert des scheinbaren Verteilungsvolumens (Vz) von 19 x 103 l deutet darauf hin, dass sich Relugolix breit in den Geweben verteilt.
- +Estradiol und Norethisteron: Im Blut zirkulierendes Estradiol und Norethisteron binden in Ă€hnlichem Ausmass an Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG; 36-37 %) und an Albumin (61 %), wĂ€hrend nur etwa 1-2 % ungebunden sind. Die Verteilung von exogenem und endogenem Estradiol ist Ă€hnlich. Ăstrogene werden weitgehend im Körper verteilt und liegen im Allgemeinen in den Geschlechtshormonspezifischen Zielorganen in höherer Konzentration vor.
- +Metabolismus
- +Relugolix: In-vitro-Studien zeigen, dass die primÀren CYP-Enzyme, die zum gesamten hepatischen oxidativen Metabolismus von Relugolix beitragen, CYP3A4/5 (45 %) > CYP2C8 (37 %) > CYP2C19 (< 1 %) sind, wobei die oxidativen Metaboliten, Metabolit-A und Metabolit-B, durch CYP3A4/5 bzw. CYP2C8 gebildet werden.
- +Estradiol: Der Metabolismus von exogenem und endogenem Estradiol ist Ă€hnlich. Der Metabolismus von Estradiol findet hauptsĂ€chlich in der Leber und im Darm, aber auch in den Zielorganen statt und beinhaltet die Bildung von weniger aktiven oder inaktiven Metaboliten, einschliesslich Estron, Katecholöstrogenen und verschiedenen Ăstrogensulfaten und glucuroniden. An der Oxidation von Estron und Estradiol sind Cytochrom-P450-Enzyme beteiligt, hauptsĂ€chlich CYP1A2, CYP1A2 (extrahepatisch), CYP3A4, CYP3A5 sowie CYP1B1 und CYP2C9.
- +Norethisteronacetat: Die wichtigsten Metaboliten von Norethisteron sind die Isomere von 5-Alpha-Dihydro-Norethisteron und Tetrahydro-Norethisteron.
- +Elimination
- +Relugolix:
- +Nach oraler Verabreichung einer einzelnen radioaktiv markierten Dosis von 80 mg/4,7 MBq [127 ÎŒCi] Relugolix wurden 80.6% der radioaktiven Dosis in den Faezes (4,2 % als unverĂ€ndertes Relugolix) und 4.1 % im Urin (2,2 % als unverĂ€ndertes Relugolix) wiedergefunden.
- +Metabolit-C, der von der Darmmikroflora gebildet wird und die nicht resorbierte aktive Substanz widerspiegelt, ist der primÀre in den Faezes ausgeschiedene Metabolit (40.6% der radioaktiven Dosis). Im Urin wurde kein primÀr ausgeschiedener Metabolit nachgewiesen.
- +Die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit (t1/2) von Relugolix nach Verabreichung einer Einzeldosis der Ryeqo-Tablette betrÀgt 61,5 Stunden. Basierend auf der Zeit zum Erreichen des Steady State und der Akkumulation (siehe oben) betrÀgt die effektive Halbwertszeit von Relugolix etwa 25 Stunden.
- +Estradiol / Norethisteronacetat: Ăstrogene unterliegen einem enterohepatischen Kreislauf und werden hauptsĂ€chlich in biologisch inaktiver Form ĂŒber den Urin ausgeschieden. Die Metaboliten von Norethisteronacetat werden hauptsĂ€chlich als Sulfat- oder Glucuronid-Konjugate im Urin ausgeschieden. Die mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit (t1/2) von Estradiol und Norethisteron nach Verabreichung einer Einzeldosis der Ryeqo-Tablette betrĂ€gt 16,6 Stunden bzw. 10,9 Stunden.
- +LinearitÀt/Nicht LinearitÀt
- +Relugolix weist innerhalb des Dosisbereichs von 1 bis 80 mg einen ĂŒberproportionalen Anstieg der Exposition im VerhĂ€ltnis zur Dosis auf, der bei Dosen von mehr als 20 mg am stĂ€rksten ausgeprĂ€gt ist. Es wird angenommen, dass dies mit der SĂ€ttigung von Pgp im Darm zusammenhĂ€ngt, welche zu einer Erhöhung der oralen BioverfĂŒgbarkeit fĂŒhrt.
- +Die Pharmakokinetik von Relugolix bei einmal tÀglicher Gabe von 40 mg Relugolix ist zeitunabhÀngig.
- +Kinetik spezieller Patientengruppen
- +Die pharmakokinetischen Parameter nach Gabe einer Einzeldosis Relugolix unterschieden sich nicht zwischen japanischen und kaukasischen gesunden Probanden, was darauf hindeutet, dass die EthnizitĂ€t keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Relugolix hat. Die populationspharmakokinetische Analyse lĂ€sst vermuten, dass es keine klinisch relevanten Unterschiede bei der Exposition gegenĂŒber Relugolix auf Grundlage des Alters, der Hautfarbe oder der ethnischen Herkunft, des Körpergewichts oder des BMI gibt. Da sowohl Estradiol als auch NETA bekannte Bestandteile von hormonalen KombinationsprĂ€paraten sind, wurden keine Studien in besonderen Patientengruppen durchgefĂŒhrt.
- +PĂ€diatrische Patientinnen
- +Die Pharmakokinetik von Relugolix wurde ausschliesslich bei Erwachsenen untersucht.
- +Leberfunktionsstörungen
- +Nach Verabreichung einer 40mg-Einzeldosis von Relugolix an Patientinnen mit leicht eingeschrĂ€nkter Leberfunktion waren AUC0-â und Cmax von Relugolix im Vergleich zu gesunden Kontrollen mit normaler Leberfunktion um 31 % bzw. 24 % reduziert. Nach Verabreichung einer 40mg-Einzeldosis von Relugolix an Patientinnen mit mĂ€ssig eingeschrĂ€nkter Leberfunktion waren AUC0-â und Cmax von Relugolix im Vergleich zu gesunden Kontrollen mit normaler Leberfunktion um 5 % reduziert bzw. um das 1,2-Fache erhöht. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor (siehe "Dosierung / Anwendung" und "Kontraindikationen").
- +Nierenfunktionsstörungen
- +Nach Verabreichung einer 40mg-Einzeldosis von Relugolix an Patientinnen mit schwer eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion waren AUC0-â und Cmax von Relugolix im Vergleich zu gesunden Kontrollen mit normaler Nierenfunktion auf das 1,5- bzw. 1,1-Fache erhöht. Nach Verabreichung einer 40mg-Einzeldosis von Relugolix bei Patientinnen mit mĂ€ssig eingeschrĂ€nkter Nierenfunktion war die Exposition von AUC0-â und Cmax im Vergleich zu gesunden Kontrollen mit normaler Nierenfunktion auf das 1,5-Fache erhöht (siehe "Dosierung / Anwendung"). Eine leicht eingeschrĂ€nkte Nierenfunktion war in einem populationspharmakokinetischen Modell keine relevante Kovariate fĂŒr einen der pharmakokinetischen Parameter von Relugolix.
- +Der Effekt einer terminalen Niereninsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Relugolix, Estradiol oder Norethisteron wurde nicht untersucht. In welcher Menge Relugolix, Estradiol oder Norethisteron durch eine HĂ€modialyse entfernt werden, ist nicht bekannt.
- +PrÀklinische Daten
- +Mit Relugolix wurden keine prĂ€klinischen Studien in Kombination mit Estradiol und NETA durchgefĂŒhrt. Hingegen sind Studien mit den Einzelwirkstoffen verfĂŒgbar. PrĂ€klinische Daten auf Grundlage konventioneller Studien zur Sicherheitspharmakologie, zur ToxizitĂ€t bei wiederholter Gabe, zur GenotoxizitĂ€t und zum kanzerogenen Potenzial lassen keine besonderen Gefahren fĂŒr den Menschen erkennen. Jedoch ist zu beachten, dass Sexualsteroidhormone das Wachstum bestimmter hormonabhĂ€ngiger Gewebe und Tumoren fördern können.
- +Relugolix
- +Reproduktion- und EntwicklungstoxizitÀt
- +Bei trÀchtigen Kaninchen, denen wÀhrend der Organogenesephase orales Relugolix in einem Expositionsniveau (AUC) verabreicht wurde, das mit dem beim Menschen unter der empfohlenen Dosierung von 40 mg/Tag erzielten Expositionsniveau vergleichbar ist, kam es zu Spontanaborten mit Verlust des gesamten Wurfs. Bei Ratten wurden keine Effekte auf die embryofetale Entwicklung beobachtet; allerdings interagiert Relugolix bei dieser Spezies nur schwach mit den GnRH-Rezeptoren.
- +Bei mĂ€nnlichen MĂ€usen mit humanem GnRH-Rezeptor-Knock-in reduzierte die orale Verabreichung von Relugolix in Dosen von â„ 3 mg/kg zweimal tĂ€glich ĂŒber 28 Tage das Gewicht der Prostata und der Samenblasen, so dass eine Wirkung auf die mĂ€nnliche FertilitĂ€t nicht ausgeschlossen werden kann.
- +Laktation
- +Bei laktierenden Ratten, denen am 14. postpartalen Tag eine orale Einzeldosis von 30 mg/kg radioaktiv markiertem Relugolix verabreicht wurde, waren Relugolix und/oder seine Metaboliten in der Milch in Konzentrationen vorhanden, die 2 Stunden nach der Verabreichung bis zu 10mal höher waren als im Plasma und innerhalb von 48 Stunden nach der Verabreichung auf niedrige Werte abfielen. Der Grossteil der Relugolix-bedingten RadioaktivitÀt in der Milch resultierte aus unverÀndertem Relugolix.
- +Estradiol
- +Reproduktion- und EntwicklungstoxizitÀt
- +In tierexperimentellen Studien zeigten Estradiol oder Estradiolvalerat bereits in relativ geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt sowie eine dosisabhÀngige Reduktion der FertilitÀt bei Ratten. Es wurden Fehlbildungen des Urogenitaltrakts und eine Feminisierung mÀnnlicher Feten beobachtet.
- +Norethisteronacetat
- +Reproduktion- und EntwicklungstoxizitÀt
- +Norethisteron fĂŒhrte, wie andere Gestagene, bei Ratten und Affen zu einer Virilisierung weiblicher Feten. Nach Anwendung von Norethisteron in hohen Dosen wurde ein embryoletaler Effekt beobachtet.
- +Beurteilung der Risiken fĂŒr die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])
- +Ăkotoxikologische Untersuchungen haben gezeigt, dass Estradiol ein Risiko fĂŒr den aquatischen Bereich darstellen kann.
- +Sonstige Hinweise
- +Beeinflussung diagnostischer Methoden
- +Sexualhormone können die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen, wie z.B. der biochemischen Parameter der Leber-, SchilddrĂŒsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion, der Plasmaspiegel von Bindungsproteinen (z.B. des corticosteroidbindenden Globulins), der Lipid-/Lipoprotein-Fraktionen, der Parameter des Kohlehydratstoffwechsels sowie der Gerinnungs- und Fibrinolyseparameter.
- +Haltbarkeit
- +Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit âEXPâ bezeichneten Datum verwendet werden.
- +Besondere Lagerungshinweise
- +Nicht ĂŒber 30°C lagern. Den BehĂ€lter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schĂŒtzen.
- +Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
- +Hinweise fĂŒr die Handhabung
- +Entsorgen Sie keine Arzneimittel in das Abwasser oder den HausmĂŒll. Geben Sie abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel aus Haushalten an einer Abgabestelle (z.B. Apotheke, Drogerie, Arztpraxis) oder an einer Sammelstelle zurĂŒck. Diese Massnahmen tragen zum Schutz der Umwelt bei.
- +Der Patient ist darauf aufmerksam zu machen, dass in der Packung enthaltene Trockenmittel nicht zu verschlucken.
- +Zulassungsnummer
- +68495 (Swissmedic)
- +Packungen
- +Packung mit 28 Filmtabletten (1 Flasche Ă 28 Filmtabletten). [B]
- +Packung mit 84 Filmtabletten (3 Flaschen Ă 28 Filmtabletten). [B]
- +Packung mit 28 Filmtabletten (2 Blister Ă 14 Filmtabletten) [B]
- +Packung mit 84 Filmtabletten (6 Blister Ă 14 Filmtabletten) [B]
- +Die Flaschen sind aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit Trockenmittel verpackt und mit einer induktionsversiegelten kindergesicherten Polypropylen-Kappe verschlossen.
- +Die Blister sind aus PVC/Aluminium und einzeln in einem PET/Aluminium/Polyethylen-Folienbeutel mit Trockenmittel verpackt.
- +Zulassungsinhaberin
- +Gedeon Richter (Schweiz) AG, Genf
- +Stand der Information
- +August 2026
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