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Fachinformation zu CRYSVITA:Kyowa Kirin Sàrl
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Unerwünschte Wirkungen

Nachfolgend sind – getrennt für pädiatrische und erwachsene Patienten – die unerwünschten Wirkungen nach Systemorganklasse (gemäss MedDRA) und Häufigkeitskategorien aufgeführt, die in klinischen Studien und/oder nach der Markteinführung unter der Anwendung von Burosumab beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei gemäss folgender Konvention definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000) und nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, die genaue Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
So nicht anders angegeben, basieren die Angaben bei pädiatrischen Patienten auf den Daten der ersten 64 Behandlungswochen, bei Erwachsenen auf den Daten der ersten 48 Wochen. Insgesamt liegen für beide Altersgruppen Daten über eine Therapiedauer von bis zu 4 Jahren vor. Die Daten der Verlängerungen der Studien bestätigten dabei jeweils das bis Woche 64 bzw. Woche 48 beobachtete Sicherheitsprofil.
Bei pädiatrischen Patienten waren die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW), die in klinischen Studien bis Woche 64 gemeldet wurden, Reaktionen an der Injektionsstelle (56%), Husten (56%), Kopfschmerzen (50%), Fieber (43%) und Schmerzen in einer Extremität (40%).
Bei erwachsenen Patienten waren die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die bis Woche 48 gemeldet wurden, Rückenschmerzen (15%), Kopfschmerzen (13%), Zahninfektion (13%), Restless-Legs-Syndrom (12%), Vitamin-D-Mangel (12%) und Reaktionen an der Injektionsstelle (12%).
Die beobachteten unerwünschten Wirkungen sind in Tabelle 4 (pädiatrische XLH-Patienten) und Tabelle 5 (erwachsene XLH-Patienten) aufgelistet.
Tabelle 4: Unerwünschte Wirkungen bei pädiatrischen Patienten (Alter > 1 Jahr)

          Systemorganklasse     Sehr häufig           Häufig                Gelegentlich          Nicht bekannt
Infektionen und       Zahnabszess1 (35%)                                                
parasitäre Erkrankun                                                                    
gen                                                                                     
Endokrine Störungen                                                                     Hyperparathyreoidism
                                                                                        us2
Stoffwechsel- und     Vitamin D Mangel3                           Hyperkalzämie,        erhöhte Phosphatwert
Ernährungsstörungen   (32%)                                       erhöhtes Parathormon  e im Blut, Hyperkalz
                                                                   im Blut              iurie
Erkrankungen des      Kopfschmerzen (50%)   Schwindel                                   
Nervensystems                                                                           
Erkrankungen der      Husten (56%)                                                      
Atemwege, des                                                                           
Brustraums und des                                                                      
Mediastinums                                                                            
Erkrankungen des      Erbrechen (39%),                                                  
Gastrointestinaltrak  Diarrhoe (25%),                                                   
ts                    Übelkeit (15%),                                                   
                      Obstipation (11%),                                                
                      Karies (11%)                                                      
Erkrankungen der      Ausschlag4 (24%)      Urtikaria                                   
Haut und des Unterha                                                                    
utzellgewebes                                                                           
Skelettmuskulatur-,   Schmerzen in einer                                                
Bindegewebs- und      Extremität (40%),                                                 
Knochenerkrankungen   Myalgien (11%)                                                    
Allgemeine Erkrankun  Reaktionen an der                                                 
gen und Beschwerden   Injektionsstelle3,                                                
am Verabreichungsort  5  (56%), Fieber                                                  
                      (43%)                                                             

1Zahnabszess umfasst: Zahninfektion und Zahnschmerzen
2 Sekundärer und tertiärer Hyperparathyreoidismus wurden nach der Markteinführung, jedoch nicht in klinischen Studien beobachtet.
3 siehe "Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen"
4Ausschlag umfasst auch: Ausschlag, erythematöser Hautausschlag, Ausschlag generalisiert, Ausschlag mit Juckreiz, Ausschlag makulo-papulös und Ausschlag pustulös.
5 Reaktion an der Injektionsstelle umfasst: Reaktion an der Injektionsstelle, Erythem an der Injektionsstelle, Jucken an der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Ausschlag an der Injektionsstelle, blauer Fleck an der Injektionsstelle, Verfärbung an der Injektionsstelle, Beschwerden an der Injektionsstelle, Injektionsstelle Hämatom, Blutung an der Injektionsstelle, Verhärtung an der Injektionsstelle, Makula an der Injektionsstelle und Urtikaria an der Injektionsstelle.
Tabelle 5: Unerwünschte Wirkungen bei erwachsenen Patienten

         Systemorganklasse     Sehr häufig           Häufig                Gelegentlich          Nicht bekannt
Infektionen und       Zahninfektion (13%)                                               
parasitäre Erkrankun                                                                    
gen                                                                                     
Endokrine Störungen                         Hyperparathyreoidism                        
                                            us1                                         
Stoffwechsel- und     Vitamin D Mangel2     Hyperphosphatämie2,   Hyperkalziurie        Hyperkalzämie
Ernährungsstörungen   (12%)                 erhöhtes Parathormon                        
                                             im Blut                                    
Erkrankungen des      Kopfschmerzen                                                     
Nervensystems         (13%), Restless-Legs                                              
                      -Syndrom2 (12%),                                                  
                      Schwindel (10%)                                                   
Erkrankungen des                            Obstipation                                 
Gastrointestinaltrak                                                                    
ts                                                                                      
Erkrankungen der                            Urtikaria                                   
Haut und des Unterha                                                                    
utzellgewebes                                                                           
Skelettmuskulatur-,   Rückenschmerzen       Muskelspasmen,                              
Bindegewebs- und      (15%)                 Spinalkanalstenose2                         
Knochenerkrankungen                                                                     
Allgemeine Erkrankun  Reaktionen an der                                                 
gen und Beschwerden   Injektionsstelle2,3                                               
am Verabreichungsort  (12%)                                                             

1 Sekundärer und tertiärer Hyperparathyreoidismus wurden nach der Markteinführung, jedoch nicht in klinischen Studien beobachtet
2 siehe "Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen" )
3Reaktion an der Injektionsstelle umfasst: Reaktion an der Injektionsstelle, Erythem an der Injektionsstelle, Jucken an der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Ausschlag an der Injektionsstelle, blauer Fleck an der Injektionsstelle, Verfärbung an der Injektionsstelle, Beschwerden an der Injektionsstelle, Injektionsstelle Hämatom, Blutung an der Injektionsstelle, Verhärtung an der Injektionsstelle, Makula an der Injektionsstelle und Urtikaria an der Injektionsstelle
Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen
Reaktionen an der Injektionsstelle
pädiatrische Patienten:
Etwa 56% der Patienten zeigten eine Reaktion an der Injektionsstelle. Die Reaktionen an der Injektionsstelle traten meist innerhalb von 1 Tag nach der Injektion des Arzneimittels auf, hielten etwa 1 bis 3 Tage an, erforderten keine Behandlung und klangen in fast allen Fällen wieder ab.
erwachsene Patienten:
Die Häufigkeit von Reaktionen an der Injektionsstelle (Reaktion an der Injektionsstelle,Erythem,
Ausschlag, Schmerzen, Juckreiz und Hämatom) betrug sowohl in der Burosumab- als auch in der
Placebo-Gruppe 12%. Die Reaktionen an der Injektionsstelle traten meist innerhalb von 1 Tag nach
der Injektion des Arzneimittels auf, hielten etwa 1 bis 3 Tage an, erforderten keine Behandlung und
klangen in fast allen Fällen wieder ab.
Überempfindlichkeitsreaktionen
pädiatrische Patienten:
Über die gesamt 214wöchige Beobachtungsdauer wurden Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Ausschlag an der Injektionsstelle, Ausschlag, Urtikaria, Gesichtsschwellung, Dermatitis) bei 39% der Patienten berichtet. Alle berichteten Überempfindlichkeitsreaktionen waren von leichtem bis mittlerem Schweregrad, erforderten keine spezifische Behandlung und traten bei fortgesetzter Behandlung im Allgemeinen nicht erneut auf.
erwachsene Patienten:
Die Häufigkeit potenzieller Überempfindlichkeitsreaktionen war in der mit Burosumab und der mit Placebo behandelten Gruppe vergleichbar (6%). Alle entsprechenden Reaktionen waren von leichtem bis mittlerem Schweregrad.
Erniedrigte Vitamin D-Spiegel
Nach Einleitung der Behandlung mit Burosumab wurden bei ca. 8% der pädiatrischen Patienten und bei ca. 12% der erwachsenen Patienten reduzierte 25(OH)D-Spiegel (inaktives Vitamin D) im Serum beobachtet, möglicherweise aufgrund einer erhöhten Umwandlung zu aktiviertem Vitamin D. Die Plasmaspiegel konnten jeweils durch eine Ergänzung mit inaktivem Vitamin D wieder normalisiert werden.
Hyperphosphatämie
erwachsene Patienten:
In der doppelblinden Phase der Studie UX023-CL303 trat bei 7% der Patienten in der Burosumab-Behandlungsgruppe eine die im Prüfplan spezifizierten Kriterien für eine Dosisreduktion erfüllende Hyperphosphatämie auf (entweder ein einzelner Serumphosphatwert von mehr als 1.615 mmol/l [5.0 mg/dl] oder ein Serumphosphatwert von mehr als 1.454 mmol/l [4.5 mg/dl] [Obergrenze des Normbereichs] bei zwei verschiedenen Messungen). Im Falle einer Hyperphosphatämie erfolgte eine Dosisreduktion um 50%. Bei einem Patienten war eine zweite Dosisreduktion wegen nach wie vor bestehender Hyperphosphatämie erforderlich.
Restless-Legs-Syndrom
erwachsene Patienten:
Bei etwa 12% der Patienten unter Burosumab und 8% der Patienten unter Placebo kam es zu einer Verschlimmerung eines zu Studienbeginn vorhandenen Restless-Legs-Syndroms bzw. zum erstmaligen Auftreten eines Restless-Legs-Syndroms.
Spinalkanalstenose
erwachsene Patienten:
Eine Spinalkanalstenose stellt bei Erwachsenen eine Komplikation des XLH dar, auch über Fälle mit Rückenmarkskompression wurde berichtet. In den Phase II/III-Studien bei Erwachsenen mussten sich 6 der insgesamt 176 Patienten einer Wirbelsäulenoperation unterziehen. Bei den meisten Fällen schien eine Progression einer vorbestehenden Spinalkanalstenose beteiligt zu sein. Es ist nicht bekannt, ob die Therapie mit Burosumab eine Spinalkanalstenose oder eine Rückenmarkskompression verschlimmern kann.
Immunogenität
pädiatrische Patienten:
Bis zum Ende der insgesamt 4jährigen Studiendauer wurden bei 10% der mit Burosumab behandelten Patienten gegen das Arzneimittel gerichtete Antikörper (ADA, Anti-Drug Antibodies) nachgewiesen. Ein Zusammenhang mit einer Häufung unerwünschter Ereignisse oder einem Wirksamkeitsverlust war nicht erkennbar. Neutralisierende Antikörper fanden sich bei 3% der Patienten.
erwachsene Patienten:
Bis zum Ende der insgesamt 4jährigen Studiendauer lag die Inzidenz von Anti-Drug-Antikörpern (ADA) gegen Burosumab insgesamt bei 15% der mit Burosumab behandelten Patienten. Der Nachweis von Antikörpern war weder mit einer reduzierten Wirksamkeit noch mit einer Häufung unerwünschter Ereignisse oder mit Veränderungen des pharmakokinetischen Profils assoziiert.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

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